Wildenheid
Feuerwehr

Wieder Zwist ums Wildenheider Gerätehaus

Für den Neubau des Gerätehauses Wildenheid (Stadt Neustadt bei Coburg) sind keine Mittel im Haushalt vorgesehen. Das "entsetzt" die örtliche CSU.
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Seine Zeit ist abgelaufen: Das Feuerwehrgerätehaus in Wildenheid wird bald nicht mehr benötigt. Läuft alles gut, kann die Feuerwehr im Jahr 2020 in seine neue Heimat umziehen. Foto: Berthold Köhler
Seine Zeit ist abgelaufen: Das Feuerwehrgerätehaus in Wildenheid wird bald nicht mehr benötigt. Läuft alles gut, kann die Feuerwehr im Jahr 2020 in seine neue Heimat umziehen. Foto: Berthold Köhler
Der Neubau eines Gerätehauses für die Wildenheider Feuerwehr bleibt ein streitbares Thema im Stadtrat. Bei einer Sitzung des Verwaltungs-, Finanz- und Wirtschaftssenates sind Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) und Teile der CSU-Fraktion erneut aneinander geraten. Streitpunkt war die Notwendigkeit, für den Neubau Mittel in den Haushalt 2017 einzustellen. Ergebnis: Finanziell wird das neue Gerätehaus heuer keine Rolle für die Stadtverwaltung spielen, planerisch hingegen wohl schon.
"Entsetzt", sagte CSU-Fraktionssprecher Frank Altrichter, sei er, weil nicht einmal das Geld für Planungen im Haushalt vorgesehen sei. Auf Bitte von Frank Rebhan erläuterte Stadtbaumeister Richard Peschel die Hintergründe: Weil sich das Stadtbauamt personell in der Lage fühlt, die Pläne für den Neubau in Eigenregie voran zu treiben, brauche man keine finanziellen Mittel für eine Planung außer Haus einplanen. Verbunden war diese Zusicherung allerdings mit einem deutlichen "Aber": Planen könne das Bauamt erst dann, wenn der größte Teil der Vorbereitungen für den Umbau des Haarbrücker Gerätehauses abgeschlossen sei.
Diese Aussage rief Gerhard Korn (CSU/Wildenheid) auf den Plan: Er bemängelte, dass sich in Haarbrücken bis heute baulich noch nichts getan habe - dabei sei das Projekt doch schon lange vom städtischen Bausenat abgesegnet worden. Dass Korn davon sprach, dass das neue Wildenheider Gerätehaus 2020 einem allgemeinen Konsens nach fertig sein solle, verwunderte wiederum den Oberbürgermeister: Er wisse nichts von einem Beschluss, wo dies stehe, sagte Frank Rebhan.
Richard Peschel nahm dann aber ein bisschen Dampf aus dem Kessel. 2017/2018 Umbau und Erweiterung in Haarbrücken, danach dann 2019/2020 Neubau Wildenheid - das könne schon so funktionieren, versicherte der Stadtbaumeister. Deutlich wurde bei der Diskussion auf jeden Fall: Die einst mit 150 000 Euro berechnete Sanierung des bestehenden Gerätehauses ist definitiv vom Tisch. Ein Umbau ist nicht möglich, heißt es in einem der Stadt vorliegenden Gutachten aus dem Jahr 2015. Laut Gerhard Korn gebe es deshalb die Einigung, auf einem städtischen Grundstück das neue Gerätehaus zu bauen. Weil aber noch nicht klar ist, wann genau und in welchem Umfang das geschehen soll, sah auch Stadtkämmerer Rainer Schmiedeknecht keine große Notwendigkeit, schon den Haushalt 2017 mit Ausgaben für den Neubau zu belasten.


Wenn das Bauamt Luft hat

Dass die Wildenheider ein neues Gerätehaus bekommen sollen, steht nach Aussage von Fraktionssprecherin Heike Stegner-Kleinknecht (SPD) außer Frage: "Wir wollen es doch alle!" Sie bat die CSU-Fraktion dennoch darum, auf konkrete Pläne und Kostenschätzungen des Stadtbauamtes zu warten. Dann könne man gemeinsam über den Zeitplan und die Bereitstellung der Finanzmittel entscheiden.
Frank Altrichters wiederholte noch einmal seinen dringlichen Wunsch: Der Stadtrat möge doch mit einem Ansatz im Haushaltsplan ein "Signal" zu setzen, dass die Wildenheider 2020 in ihr neues Gerätehaus einziehen können. Von Seiten der CSU könnte man auch damit leben, wenn die Planung dafür an ein externes Büro übergeben werde. Der OB blieb auch jetzt bei seinem Widerstand: Er könne doch nicht dem Stadtrat vorweg greifen und Termine fixieren. Aber eine Zusage gab Frank Rebhan dann schon: "Das Bauamt wird sich darum kümmern, wenn es Luft hat."
Wann das der Fall sein könnte, deutete Richard Peschel an: Er geht davon aus, dass heuer in Haarbrücken der Neubau fertig wird, danach folgt bis zum Frühjahr 2018 die Altbausanierung. Aber nur, wenn die in Kürze stattfindende Ausschreibung zeitlich nach den Vorstellungen des Bauamtes verläuft.
Die Mitglieder der CSU-Fraktion trugen schließlich den Beschluss zum Vermögenshaushalt mit, der für das Jahr 2017 keinen Ansatz für das Gerätehaus Wildenheid enthält. "Schade" sei dies trotzdem, sagte Frank Altrichter nach der Sitzung. Denn in Wildenheid dränge die Zeit: "Wir müssen die unmöglichen schlimmen Zustände, in der die Aktiven der Feuerwehr Wildenheid hausen müssen, endlich beseitigen."


Ein Streit mit Vorgeschichte

Schon im Jahr 2014 war das Wildenheider Gerätehaus ein Thema im Neustadter Stadtrat. Seinerzeit war aber nur von einem Umbau die Rede. Ein Jahr später kam ein Gutachten zum Ergebnis, dass eine Sanierung des Gerätehauses nicht möglich ist und ein Neubau an anderer Stelle die sinnvollste und wirtschaftlichste Lösung wäre. Dies war auch die Forderung der CSU, die im April 2015 einen in diese Richtung gehenden Antrag gestellt hatte. Schon da entbrannte ein Streit zwischen der CSU und dem Oberbürgermeister, der den Antrag als verfrüht und rein politisch einstufte. Haushaltsmittel für den Wildenheider Neubau aus den Jahren 2014 und 2015 wurden im vergangenen Jahr intern umgeschichtet, weil der Erweiterung des Haarbrücker Feuerwehrgerätehauses größere Priorität eingeräumt wurde.
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