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Coburg
Auftritt

Wie das Jugend-Symphonie-Orchester Oberfranken in Coburg begeistert

So zieht das Osterkonzert des Jugend-Symphonie-Orchesters Oberfranken das Publikum in Coburg in Bann.
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Die Flötistin Margarethe Geigerhilk beeindruckte als Solistin beim Oster-Konzert des Jugend-Symphonie-Orchesters Oberfranken im Coburger Kongresshaus. Foto: Jochen Berger
Die Flötistin Margarethe Geigerhilk beeindruckte als Solistin beim Oster-Konzert des Jugend-Symphonie-Orchesters Oberfranken im Coburger Kongresshaus. Foto: Jochen Berger
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Ein Sturm tobt durch das Coburger Kongresshaus - ein musikalischer Sturm. In Richard Wagners Ouvertüre zu "Der fliegende Holländer" brausen die Winde, türmen sich die (Klang-)Wogen heftig auf.


Ein tönendes Bild entfesselter Naturgewalten wurde zum effektvollen Auftakt beim österlichen Gastspiel des Jugend-Symphonie-Orchesters Oberfranken, das - nach dem erfolgreichen Gastspiel in Bad Rodach 2015 - in diesem Jahr wieder im Coburger Kongresshaus stattfand und zahlreiche Zuhörer anlockte. Künftig soll dieses inzwischen fest etablierte Konzert jährlich im Wechsel in der Stadt und im Landkreis Coburg stattfinden.


Zu Höchstleistungen anspornen

Mit großem Elan, mit Nachdruck, aber auch mit beachtlicher Präzision brachten die jungen Musik aus ganz Oberfranken (Durchschnittsalter: 17 Jahre) Wagners "Holländer"-Ouvertüre zum Klingen.


Dass sich in einwöchiger Probenarbeit aus rund 60 jungen Instrumentalisten ein ebenso begeisterungs- wie leistungsfähiges Orchester formen lässt, erlebten die Zuhörer im Kongresshaus. Till Fabian Weser, im Hauptberuf Trompeter der Bamberger Symphoniker, ist genau der Typus Dirigent, der es versteht, musikalischen Nachwuchs zu Höchstleistungen anzuspornen, ohne sich dabei selbst in den Vordergrund zu drängen oder die Kontrolle über die von ihm entfesselten Klanggewalten zu verlieren.


"Bilder einer Ausstellung"

Jederzeit umsichtig und reaktionsschnell lotste er dann die junge Kronacher Flötistin Margarethe Geigerhilk durch die recht dicht instrumentierte Partitur des D-Dur-Flötenkonzerts von Carl Reinecke. Mit virtuoser Geläufigkeit und abgerundetem Ton meisterte die Flötistin den anspruchsvollen Solopart des 1909 uraufgeführten Werkes und verdiente sich damit die Ovationen der begeisterten Zuhörer.


Gut gewählt war zum Abschluss nach der Pause Modest Mussorgsys unverwüstlicher Zyklus "Bilder einer Ausstellung" in der Instrumentierung von Maurice Ravel. Denn die einzelnen Bilder boten im kontrastreichen Wechsel der Klangfarben immer wieder neuen Instrumenten und Instrumentengruppen die Gelegenheit, wirkungsvoll hervor zu treten - von den kraftvoll tönenden Blechbläsern über die filigranen Holzbläser bis hin zu den abgerundet und warm klingenden Streichern. Klar, dass das Publikum sich mit ausdauerndem Beifall noch eine Zugabe erklatschte - "Das alte Schloss" aus den "Bildern einer Ausstellung" mit seinem ausdrucksvollen Saxofon-Solo.



Ein außergewöhnliches Orchester und seine Solisten und Dirigenten

Margarethe Geigerhilk wurde 1997 in Kronach geboren, begann als Fünfjährige mit dem Flötenspiel und besucht seit 2009 das Musikgymnasium Schloss Belvedere in Weimar und ist damit gleichzeitig Jungstudentin an der Musikhochschule Weimar. Sie war festes Mitglied des Bayerischen Landesjugendorchesters und besuchte bereits eine Reihe von Meisterkursen. Als 13-Jährige war sie erstmals als Solistin beim Jugend-Symphonie-Orchester Oberfranken zu erleben.



Klangkörper Das Jugendsymphonieorchester Oberfranken wurde 1984 von dem Musikpädagogen Professor Günther Weiß gegründet, der viele Jahre als künstlerischer Leiter der Musikbegegnungsstätte Haus Marteau tätig war. Seit der Gründung kommen junge Musikerinnen und Musiker aus ganz Oberfranken jeweils kurz vor Ostern zu einer Probenwoche zusammen und erarbeiten unter professionellen Bedingungen ein anspruchsvolles Konzertprogramm. Seit 2013 steht Till Fabian Weser an der Spitze des Jugendsymphonieorchesters Oberfranken.

Till Fabian Weser, 1965 in Bloomington (USA) geboren, absolvierte Dirigierkurse bei Carl St. Clair, Sir Roger Norrington und Wolfgang Schäfer. 2005 übernahm er die Leitung des europäischen Orchester- und Opernworkshops "Sommer Oper Bamberg". Seit 1994 ist Weser als Trompeter Mitglied der Bamberger Symphoniker.

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