Weitramsdorf
Sanierung

Weitramsdorf verbessert nach 29 Jahren den Geh- und Radweg

Der Geh- und Radweg zwischen Weidach und Vogelherd soll erneuert werden. Das beschloss der Weitramsdorfer Gemeinderat einstimmig in seiner Sitzung am Montagabend.
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Rege genutzt: Der Geh- und Radweg zwischen dem Vogelherd und Weidach soll schon bald wieder auf Vordermann gebracht werden. Foto: Berthold Köhler
Rege genutzt: Der Geh- und Radweg zwischen dem Vogelherd und Weidach soll schon bald wieder auf Vordermann gebracht werden. Foto: Berthold Köhler
Ebenso ohne Gegenstimme wurde die Verwaltung beauftragt, die Ausschreibung durch ein Ingenieurbüro vornehmen zu lassen. Vorgesehen ist eine Deckenerneuerung mit Abfräsen der alten Decke und einer neuen Asphaltierung auf zwei Metern Breite und einer Bankett angleichung in Schotter. Werden die reinen Baukosten von 45 000 Euro nicht überschritten, soll der Mindestbietende beauftragt werden.

Keine Strecke für Bauern

"Wir brauchen den Weg nicht breiter zu machen und auch nicht zu verstärken. Fußgänger und Radfahrer trägt er allemal", sagte Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (BfB). Die Direktion für ländliche Entwicklung hat es laut Bauersachs abgelehnt, sich an einem möglichen Ausbau zu beteiligen. Der Weg bleibe somit für die Landwirtschaft gesperrt. Im Haushalt seien 80 000 Euro für den Ausbau des 29 Jahre alten Weges eingeplant.
"Die sollten wir auf keinen Fall erreichen", meinte der Bürgermeister. Das Staatliche Bauamt Bamberg schätze die Kosten auf rund 40 000 Euro. Um die Maßnahme möglichst schnell umzusetzen, müssten Fußgänger und Radfahrer während des Ausbaus auf den nahen Flurweg oder die Staatsstraße ausweichen.

Vor der Abstimmung entwickelte sich eine lebhafte Diskussion um die Frage, ob der ein Meter breite Grünstreifen landwirtschaftlichen Fahrzeugen zum Rangieren ausreiche, ohne den Weg in Mitleidenschaft zu ziehen.
Zuvor hatte der Gemeinderat einstimmig (bei sechs Enthaltungen) beschlossen, die Geschäftsordnung für den Gemeinderat aus dem Jahr 2012 vorerst zu übernehmen, mit den in der Sitzung am 12. Mai beschlossenen Änderungen. Diese betreffen die Namen der neuen Bürgermeister-Stellvertreter Marco Anderlik (CSU), Gunther Beetz (DGN) und Matthias Helm probst (FW-BV) und die Besetzung der Ausschüsse gemäß dem bei der Kommunalwahl erzielten Stimmenanteil (Paragraf 6).

Anzahl der Straftaten gesunken

Unter Mitteilungen berichtete der Bürgermeister über den Jahresbericht 2013 der Polizeiinspektion Coburg. Insgesamt ist die Anzahl der Straftaten in deren Zuständigkeitsbereich gesunken, von 1616 auf 1138, die Aufklärungsquote von 69,8 auf 73,7 Prozent gestiegen. Diebstähle und Straßenkriminalität sind zurückgegangen, die Gewaltkriminalität hat mit 55 Fällen (Vorjahr 38) zugenommen. Während die Betäubungsmittelkriminalität gleich blieb, stiegen die Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit leicht an.
Für Weitramsdorf konnte Bauersachs eine "insgesamt erfreuliche Situation" feststellen, betrage doch der Anteil an den verübten Straftaten nur 1,97 Prozent. Im Einzelnen wurden folgende Delikte verübt: 22 Diebstähle, zehn Straßen-, zwei Gewaltkriminalitätsvergehen, 23 Rohheitsdelikte, 13 Fälle vorsätzlicher leichter Körperverletzung, 78 Verkehrsunfälle (mit drei Schwer- und 17 Leichtverletzten), 43 Kleinunfälle, zwei Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss und elf Unfallfluchten.

Anderlik erinnert an Dorfladen

Wie es denn um das Dorfladen-Konzept stehe, wollte Marco Anderlik vom Bürgermeister wissen. Nach Auskunft Bauersachs‘, er habe noch keine Fragebögen gesehen, drängte der CSU-Fraktionssprecher auf eine schnelle Umsetzung. Michael Rädlein (CSU) fragte nach dem Dach des Altendorfer Brunnens. Hier seien die Schäden größer als erwartet, berichtete Bauersachs, sodass es "mit einem bloßen Austausch nicht getan" sei. Um die Sanierung zügig auf den Weg zu bringen, müssten jetzt neue Anträge auf Bezuschussung, zum Beispiel an die Oberfrankenstiftung, gestellt werden.

In der Sitzung des Bauausschusses, die der Gemeinderatssitzung am Montagabend vorausging, stand erneut der Neubau des Kindergartens im Mittelpunkt, genauer dessen zukünftige Fenster. Mit knapper Mehrheit von fünf zu vier Stimmen sprachen sich die Mitglieder dafür aus, Kunststofffenster statt Holz-Aluminium-Fenster zur Ausschreibung zu bringen.

Zuvor hatte Bürgermeister Wolfgang Bauersachs das Ergebnis der Gegenüberstellung der beiden Fenster-Varianten vorgetragen, mit dem das Architekturbüro Archi Viva beauftragt worden war. Im Durchschnitt aller Fenstergrößen, so erläuterte Architekt Lutz Wallenstein, ergäbe sich bei der von ihm angefragten Firma ein Preisvorteil von 23 Prozent für die Kunststoffvariante. Sollte das Gebäude länger als 40 Jahre genutzt werden, kämen diese Fenster aber teurer, weil sie ausgetauscht werden müssten.

Eigentlich spricht alles für die Holz-Alu-Variante, der Gemeinderat will aber Kunststofffenster

Auf die Nachfrage Guido Seegers (ÜPWG), mit wie vielen Jahren Betriebsdauer man denn rechne, konnte der Bürgermeister nichts sagen. Die für den Einbau vorgesehenen Baustoffe sollten eine "normale Lebensdauer" von 80 bis 100 Jahren erreichen, meinte der Architekt. Auch sehe das Konzept eine mögliche Nachnutzung und Dreiteilung des Gebäudes vor. Wertigkeit, Kosten und Ökologie sprächen daher für die Holz-Alu-Variante, so lautete Wallensteins Fazit. Auch die Landeskirche hatte diese Fensterart für den Evangelischen Kindergarten favorisiert. Rainer Mattern, Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde Coburg, der als Zuschauer die Diskussion verfolgte, versprach vor der Abstimmung: "Egal, für welche Variante Sie sich auch entscheiden, ich werde mich dafür einsetzen, dass diese auch umgesetzt wird."

Anschließend genehmigte der Bauausschuss einstimmig noch folgende drei Bauanträge: Den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage durch Klaus und Christine Busch, Neundorf (trotz einer geringeren Dachneigung und einer größeren überbaubaren Fläche); die Errichtung eines Stahlgittermastes anstelle des bisherigen Beton-Sendemastes auf dem Greinberg durch die Deutsche Funkturm GmbH sowie eine Nutzungsänderung des ehemaligen Schlecker-Gebäudes in Weitramsdorf. Dort will die Projekt Bauart Immoinvest GmbH jetzt Wohnungen einrichten.

Warum ist niemand aus dem Kirchenvorstand anwesend?

Mitglieder des Bauausschusses und des Gemeinderats forderten den Bürgermeister in beiden Sitzungen auf, über den Fortschritt des Kindergartenneubaus unterrichtet zu werden. Im Gemeinderat fragte Ulrich Kräußlich (FW) auch nach, warum kein Mitglied des Kirchenvorstands zur Bauausschusssitzung eingeladen worden sei, obwohl das Vorgänger-Gremium dem Vorstand ein dauerhaftes Rederecht in allen den Kindergarten betreffenden Tagesordnungspunkten zugesprochen habe. Laut Bauersachs gilt es hier, die Rechtslage zu prüfen. Man werde aber die gute Praxis beibehalten und zukünftig gemeinsame Belange vorab besprechen, versicherte der Bürgermeister. bkn

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