Coburg

Was nach einer Explosion zu tun ist

Die Großübung der Jugendfeuerwehr Coburg und des ASB am vergangenen Wochenende forderte die Kinder und Jugendlichen in allen Bereichen.
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Schwierig war das Löschen, denn die Schlauchleitung musste über mehr als 600 Meter verlegt werden. Foto: Wolfgang Desombre
Schwierig war das Löschen, denn die Schlauchleitung musste über mehr als 600 Meter verlegt werden. Foto: Wolfgang Desombre
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Ein Team mit insgesamt fünf Jugendlichen um David Hein hatte die Großübung der Jugendfeuerwehr Coburg und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) auf der ehemaligen Bauschuttdeponie selbst organisiert und sich ein Szenario ausgedacht.

"Ausgangslage war eine unklare Rauchentwicklung, weshalb vom Depot im Dammweg erst zwei Fahrzeuge zur Erkundung entsandt worden waren", erzählte David Hein.

Schnell hätte sich jedoch herausgestellt, dass es eine Explosion war, es gab einige Verletzte und sogar Tote. Bei der Nachalarmierung rückten weitere Feuerwehrler und Sanitäter zur Unglücksstelle aus.
Personenrettung und Brandbekämpfung forderten die Nachwuchsfeuerwehrleute und -sanitäter ganz schön. Hinzu kam, dass es am Samstag mit weit mehr als 20 Grad in der Sonne ganz schön warm war.
Marcel Müller musste als Abschnittsführer die Übersicht behalten und seine Kameraden zu den teilweise weit auseinanderliegenden Einsatzorten schicken. Schwierig war die Verlegung der Schlauchleitung vom Hydranten beim Tierheim bis zum Brandort auf der Bauschuttdeponie. Mehr als 600 Meter Schlauch mussten verlegt werden, bis es hieß: "Wasser marsch". Ferner war auch eine technische Hilfeleistung mittels eines Hebekissens notwendig.


Jemand wurde eingeklemmt

Unter Betonbrocken war eine Person eingeklemmt und konnte nur so geborgen werden. Das Hebekissen, das ohne Weiteres 21 Tonnen anheben kann, wurde mit Druckluft gefüllt.

Der stellvertretende Jugendleiter des ASB, Nicolai von Heyking, beteiligte sich gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr an dieser Übung. Die jungen Leute sollten damit angespornt und näher an den Rettungsdienst herangeführt werden, erklärte er.

Die eingesetzten Kräfte des ASB leisten alle im Schulsanitätsdienst an der Realschule CO II sowie an den Gymnasien Ernestinum und Alexandrinum Dienst. Am Samstagnachmittag mussten sie Platz-, Schürf- und Brandwunden versorgen. Da dies auch im Alltag passieren könne, sei dieser Einsatz bestens geeignet, die jungen Retter und Helfer mit dem breiten Repertoire der Hilfeleistung vertraut zu machen, sagte Heyking.
Ein Zwischenfall forderte die Sanitäter in doch außergewöhnlicher Weise. Nach dem Drehbuch des Katastrophenszenarios stand ein Jogger, der gerade vorbeigelaufen war, durch die Explosion unter Schock. Er irrte orientierungslos durch die Unglücksstelle und kletterte schließlich auf einen Mann. Wie kann man diese Situation meistern? Mittels Leiter schafften die Nachwuchskameraden dieses Szenario aber auch und konnten den Jogger den Rettungskräften übergeben. Die Zusammenarbeit zwischen Jugendfeuerwehr und der Jugend des ASB habe bestens geklappt, lobte Stadtjugendwart Jens Beugnis. Er betreut die Jugendfeuerwehr mit derzeit 31 Jungen und Mädchen und führt sie so an den Dienst bei der Feuerwehr heran.
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