Bad Rodach
Ärger

Was geschah, als ein Flüchtlingskind mit der Bahn zur Schule fahren wollte

Im Rahmen der Stadtratsitzung in Bad Rodach bekamen die Stadträte eine Geschichte zu hören, die sie ärgerlich stimmte.
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Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa
Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa
Bekanntmachungen gehören im Normalfall nicht zu den aufregendsten Tagesordnungspunkten einer Stadt- oder Gemeinderatssitzung. Worüber aber Kämmerer Michael Fischer den Bad Rodacher Stadtrat am Montag informierte, rief denn doch ungläubiges Kopfschütteln hervor - und zeigte ein seltsames Beispiel von Gastfreundschaft gegenüber Flüchtlingen auf.

Ein Flüchtlingskind aus der Thermalbadstadt besucht eine Übergangsklasse in Rödental. Die Stadt Bad Rodach bezahlt dem Jugendlichen für den Schulweg die Fahrkarte jeweils pro Monat. Das geschah auch zum Monatswechsel Februar/März. Nur weil der Schüler mit der Märzfahrkarte bereits am Montag, 29.
Februar, unterwegs war, entwertete der Zugbegleiter der Deutschen Bahn die gesamte Monatsfahrkarte und stempelte sie so bereits im Voraus ungültig.


Bahnsprecherin: Glück gehabt

Michael Fischer ärgert dies maßlos: "Nicht nur, dass dies die Stadt Bad Rodach noch einmal 95 Euro kostet, nein: Der Junge kennt sich mit den Gepflogenheiten hier doch nicht richtig aus!", schimpfte Fischer. Der Höhepunkt sei aber die Reaktion der Deutschen Bahn gewesen, nachdem eine Mitarbeiterin der Stadt dort endlich eine Sprecherin erreicht habe. Die habe nämlich forsch mitgeteilt, dass der Junge noch Glück gehabt habe und dankbar sein müsse - immerhin habe die Bahn auf eine Strafe wegen Schwarzfahrens verzichtet.

Eine gute Nachricht gab es aber ebenso zu vermelden: Seit einer Woche weilt wieder ein Storchenpaar in Bad Rodach. Der Kämmerer: "Das ist doch eigentlich ein gutes Zeichen."

Geschlossen billigte der Stadtrat die Aufstellung des Bebauungsplans "Krahhöhe" im Stadtteil Gauerstadt nach der Würdigung der Antworten aus der Bürgerbeteiligung und der Träger öffentlicher Belange. Die Empfehlung des Landratsamtes, den dort vorgesehenen Wendehammer auf einen Durchmesser von 19 Metern zu vergrößern, nahm der Stadtrat zur Kenntnis und beließ es bei der Empfehlung.

Allerdings könnte die Antwort des Landesamtes für Denkmalpflege für kleine Verzögerungen beim Bau der Häuser sorgen: Im Bereich der Krahhöhe habe es bereits archäologische Funde wie Keramik gegeben, die auf eine frühere Besiedlung hinweisen könnten. Sollten bei Erschließung oder Bebauung solche Funde erneut auftauchen, müssten diese genau untersucht werden. Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD): "Damit hat jetzt niemand gerechnet. Aber jemand hat halt in der Nachbarschaft etwas gefunden", meinte er zu dem Thema.
Ebenso einstimmig verabschiedete der Stadtrat die 2. Änderung des Bebauungsplans "Oberau" sowie er den Bauantrag zum Bau eines Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage in Heldritt befürwortete.
Das Gremium bestätigte in seiner jüngsten Sitzung zudem die Wiederwahl des Ersten und Zweiten Kommandanten der Feuerwehr Sülzfeld, Bernd Eyermann und Thomas Demel.
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