Coburg
Innenstadt

Markthalle Coburg: Warten auf den Förderbescheid

Die Markthalle am Albertsplatz ist nach wie vor Baustelle. Mit der Frage "Wann macht ihr denn endlich auf?" lebt Janis Franz nun schon eine ganze Weile.
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Janis Franz in der (künftigen) Markthalle. Die Pläne für den Innenausbau sind inzwischen konkret, die Fördermittel können beantragt werden, und wenn alles klappt, wird im Sommer noch vorm Sambafestival eröffnet. Foto: Simone Bastian
Janis Franz in der (künftigen) Markthalle. Die Pläne für den Innenausbau sind inzwischen konkret, die Fördermittel können beantragt werden, und wenn alles klappt, wird im Sommer noch vorm Sambafestival eröffnet. Foto: Simone Bastian
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Rund 450 Quadratmeter will die junge Handelsfachwirtin in der künftigen Markthalle belegen. Damit ist sie die Ankermieterin in der rund 800 Quadratmeter großen Halle am Albertsplatz, direkt über der Tiefgarage. Mode und Accessoires will Janis Franz dort präsentieren.

Damit vergrößert sich die Verkaufsfläche des Modehauses Jasmin Franz um mehr als das Doppelte. "Wir betrachten uns als Kaufhaus", sagt Janis Franz, die Tochter der Namensgeberin. "Nur, dass unsere Geschäfte halt nebeneinander liegen und nicht in Etagen." Denn der stationäre Einzelhandel hat Zukunft, trotz der Internet-Konkurrenz, ist sie überzeugt: "Wenn jemand an seinem Standort seine Hausaufgaben macht, kann man sich gegen das Internet behaupten."


Mode und mehr

Ihre Pläne und Vorstellungen für ihre Verkaufsfläche sind schon weit gediehen. Deshalb hofft sie, dass sie Anfang Juni schon die ersten Räume belegen kann. Denn in der Markthalle soll es dann auch Textilien für Männer geben, also braucht sie auch Lagerkapazitäten. Derweil plant sie ein anderes Event: Am 30. April will sie mit anderen Coburger Geschäften eine Modenschau veranstalten. Ort ist diesmal die frühere Sortierhalle an der Hauptpost, die derzeit von "Making Culture" genutzt wird.

"Wir sind froh, dass wir Familie Franz als Ankermieter haben. Die bringen so viel positive Energie mit", schwärmt Werner Häfele. Der Schwabe ist der eigentliche Betreiber der Markthalle, der an die verschiedenen Händler darin untervermietet. Ein Bäcker, ein Feinkosthändler, ein asiatisches Restaurant mit Sushi-Bar, eine Chocolaterie standen schon im Herbst als Mieter fest, die Eisdiele (mit eigenem Eingang) hat schon eröffnet. Inzwischen ist mit dem Safthersteller Möbus aus Bad Rodach ein weiterer regionaler Anbieter dazu gekommen.

Doch vor dem 1. Juli wird es mit der Eröffnung nichts werden, und dieser Termin sei ein "sehr ehrgeiziges Ziel", wie der Geschäftsführer der Coburg Stadt und Land Aktiv GmbH, Stefan Hinterleitner, sagt. Das Regionalmanagement von Stadt und Landkreis ist mit im Boot, weil in der Markthalle auch regionale Produkte verkauft werden sollen. Weil dafür auch Fördermittel aus dem Leader-Programm beantragt werden sollen (zugesagt sind sie, doch das formale Antragsverfahren beginnt erst), geht es einfach nicht schneller. "Ausschreiben dürfen wir erst, wenn der Förderbescheid da ist", erläutert Hinterleitner. Rund 70 000 Euro sollen fließen. Bezuschusst werden Teile der Einrichtung, die mit den Regionalprodukten zu tun haben, und eine Video-Wand, auf der Hinterleitner die Region, Produkte und Produzenten vorstellen sowie Rezeptvorschläge bringen will.


Enger Zeitplan

"Vorm Sambafestival 2017" hatte Werner Häfele als Eröffnungszeitraum genannt, als im Herbst 2016 die Ladenbetreiber in der Markthalle vorgestellt wurden. Dieses Ziel gelte noch, versicherte er am Donnerstag. "Doch es muss nur bei einem Handwerker ein Termin nicht klappen." Nächste Woche sollen letztmals die Pläne abgestimmt werden.

Ob die Markthalle am Ende ein Erfolg wird, hänge von den Coburgern ab, sagt Häfele. "Ich glaube, dass es ein guter Standort ist, und dass der Branchenmix passt. Aber ob es stimmt, entscheiden die Coburger." Häfele, der in und um Winnenden zehn Metzgereifilialen und eine Markthalle betreibt, hat es schon mehrfach erlebt, dass Standorte sich anders entwickelten als erwartet, sagt er. "Wissen tun wir es erst hinterher."
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