Coburg
Interview

Vom Glück, als Gast daheim zu sein

"Der fidele Bauer" bei der "Coburger Sommeroperette". Als Sohn der Titelfigur gibt der aus Coburg stammende Tenor Giorgio Valenta sein Rollendebüt.
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Der aus Coburg stammende Tenor Giorgio Valenta singt die Partie des Heinrich Scheichelreuther in Leo Falls Operette "Der fidele Bauer" auf der Waldbühne Heldritt. Foto: Jochen Berger
Der aus Coburg stammende Tenor Giorgio Valenta singt die Partie des Heinrich Scheichelreuther in Leo Falls Operette "Der fidele Bauer" auf der Waldbühne Heldritt. Foto: Jochen Berger
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Manche Dinge brauchen einfach ihre Zeit. Vor fast vier Jahrzehnten ist Giorgio Valenta Leo Falls Operette "Der fidele Bauer" zum ersten Mal begegnet. Als Schüler besuchte er eine Aufführung des Werks im Landestheater, kurz nachdem der Musentempel am Schlossplatz nach seiner damaligen Generalsanierung wiedereröffnet wurde. Ende der 1970er Jahre war das. Nun steht der in Coburg als Jürgen Schrödel geborene Tenor erstmals in Falls Meisterwerk auf der Bühne. In der Neuinszenierung der "Coburger Sommeroperette" auf der Waldbühne Heldritt singt der seit zwei Jahrzehnten in Italien lebenden Künstler die Partie des Heinrich Scheichelreuther.

Habe Sie selbst schon einmal im "Fidelen Bauer" auf der Bühne gestanden?
Giorgio Valenta: Nein, noch nie, der Scheichelreuther ist ein Rollendebüt für mich.

Sie kommen gerade aus Erl, wo Sie
bei den dortigen Festspielen Wagner und Rossini gesungen haben. Wie groß ist die Umstellung?
Eigentlich gar nicht groß. Wagner oder Operette - man muss einfach nur die richtigen Noten treffen. Wagner-Stimmen hat es schließlich zu Zeiten, als Wagner seine Opern komponiert hat, noch gar nicht gegeben.

Im vergangenen Jahr haben Sie die Titelpartie im "Zigeunerbaron" gesungen. Was hat für Sie den Ausschlag geben, wieder nach Heldritt zu kommen?
Ich wollte einfach unbedingt wieder nach Heldritt - egal, was auf dem Spielplan steht. Schließlich steht in Coburg mein Elternhaus, hier habe ich noch Freunde. Es ist einfach schön, wenn man nach einer Aufführung zu Hause schlafen kann.

Sie haben in Ihrer Karriere in Italien viel Belcanto-Repertoire gesungen. Welche Rolle spielt die Operette in ihrem Repertoire?
Ich habe immer gerne Operette gemacht. Es macht mir Spaß, wenn Leute lachen. Es ist einfach schön, Komisches zu spielen. Lachen im Publikum kann wie Applaus sein.

Sie leben seit mehr als zwei Jahrzehnten in Italien. Wie erleben Sie Coburg, wenn Sie besuchsweise in Ihre Heimatstadt zurück kommen?
Ich habe das Gefühl, dass es Coburg gut geht, wenn man sich umschaut.

Das Gespräche führte
Jochen Berger.

Theater-Tipp "Der fidele Bauer" - Operette von Leo Fall, 13. August, 14 und 19.30 Uhr, 14. August, 18 Uhr, 17. August, 19.30 Uhr, 18., 19. August, 19.30 Uhr, 20. August, 14 und 19.30 Uhr, 21. August, 19.30 Uhr - Waldbühne Heldritt

Matinee "Die Insulaner", 14. August, 11 Uhr

Altstadt-Serenade Royal-Salon-Orchester, Schlossplatz Bad Rodach, 16. August, 20.30 Uhr

Kartenvorverkauf Telefonische Kartenbestellung bei "Shoes & More Appis" (Telefon: 09564 /4489); Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr; außerdem: Tourismus Coburg, Herrngasse 4 (Telefon: 09561/89-803)

Giorgio Valenta wurde als Jürgen Schrödel in Coburg geboren. Schon zur Zeit als Gymnasiast des Casimirianums begann er mit seiner musikalischen Ausbildung und wirkte in Produktionen des Coburger Landestheaters mit. Nach dem Abitur begab er sich nach Wien an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst, wo er ab 1986 bei Leopold Spitzer studierte und unter der Leitung von Kammersänger Walter Berry 1990 mit dem Diplom abschloss. In weiteren Studien und Meisterklassen beispielsweise bei Luciano Pavarotti, Mirella Freni, Raina Kabaivanska, Nicolai Ghiaurov, Lucia Valentini Terrani, Arrigo Pola und Franco Fussi verfeinerte er seine Technik. Ab 1996 zahlreiche Gastspiele im deutschen und italienischen Operettenfach am Teatro Metropolitan Catania, Teatro Goldoni Venezia, Teatro Alfieri Torino, Teatro Nazionale Milano, Oper Leipzig, Volkstheater Rostock und vielen anderen. In den letzten Jahren Facherweiterung zum Charakter- und Heldentenor (Mime bei den Tiroler Festspielen, Florestan mit dem Neuen Sinfonieorchester Berlin, Don José am Teatro Cassia in Rom).

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