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Volleyball in Coburg: Die Chancen stehen 50:50

Eine Grauzone gibt es nicht. Entweder Schwarz oder Weiß! Und dabei geht es um "Grün"! Genau gesagt um Volleyball in Coburg.
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Die Zukunft von Spitzenvolleyball in Coburg ist ungewiss. Ein Neuanfang ist gemacht, doch die Förderer des neu gegründeten Vereins GreenEnergyVolleys sind noch nicht am Ziel. Foto: Höchstädter
Die Zukunft von Spitzenvolleyball in Coburg ist ungewiss. Ein Neuanfang ist gemacht, doch die Förderer des neu gegründeten Vereins GreenEnergyVolleys sind noch nicht am Ziel. Foto: Höchstädter
Denn der zappelt seit einigen Monaten am Boden. Oder wie es Michael Dehler und Volker Jeziorski gestern während eines "Klartext-Gespräches" mit Journalisten in der Künstler-Klause deutlich drastisch formulierten: "Der Volleyball in Coburg ist fast tot".

Die beiden Funktionäre des neu gegründeten Vereins, Green EnergyVolleys, haben die Rolle der "Wiederbeleber" übernommen. Jeziorski ist dabei einer von insgesamt acht Gesellschafter, die mit Privateinlagen einen Neuanfang fördern. Die anderen sieben Unterstützer wollen vorerst nicht genannt werden.

Das Ziel ist klar: Volleyball auf hohem Niveau in der Vestestadt. Die entscheidende Frage ist, ob ihre "Energie" dafür reicht. Die Chancen beziffert der Geschäftsführer auf 50:50. Noch hätte Coburg die Chance, diesen Sport in der Region zu etablieren. Wenn man eines Tages wieder bei Null anfangen müsste, würde es mindestens 15 Jahre dauern, ist Jeziorski überzeugt.

"Wir können es schaffen!" Diese Vermutung klang gestern allerdings mehr als Appell - ein öffentlicher Aufruf, damit alle Volleyball-Interessierten wissen, wie es um ihre Sportart in Coburg derzeit steht.


100000 Euro fehlen noch

Und nach intensiven Nachfragen ließ sich Jeziorski schließlich auch in den "Green-Geldbeutel" blicken: Sponsoren-Zusagen für mehr als 100000 Euro liegen vor, "aber wir brauchen noch 100000 Euro innerhalb der nächsten Wochen". Nur wenn dieses Geld fließt, habe Volleyball in Coburg eine Zukunft.

Die Retter-Rolle gleicht nach der Insolvenz der VSG Coburg/Grub, die in den letzten Jahren Spitzensport auf höchstem Level anbot, sich dabei aber finanziell offenbar übernommen hat, zweifelsohne einer Herkulesaufgabe. Zu viel Erde wurde verbrannt, Vertrauen in die handelnden Personen ging verloren, Sponsoren verärgert und vergrault. Noch schlimmer: Es gibt genügend Gläubiger, die noch Forderungen gegenüber des gescheiterten Ex-Erstligisten haben. Vor allem diese Betroffenen stehen einer Neugründung verständlicherweise äußerst skeptisch gegenüber.

All diesen Tatsachen bewusst, scheuten sich die wenige Enthusiasten nicht, den Versuch eines Neuanfangs zu wagen. "Wir hatten dafür nur acht Wochen Zeit. In den letzten vier Wochen habe ich 170 bis 180 Gespräche geführt. Jetzt sind wir auf der Zielgerade", erklärt Jeziorski den Stand der Dinge. Und: "Auf einer 100-Meter-Strecke haben wir 60 hinter uns, für den Rest bleiben noch drei Wochen".

Die Risiken, wie sie in der Vergangenheit die VSG leichtfertig einging, werde es beim neuen Klub nach Überzeugung Jeziorskis nicht geben: "Ich kann und werde vor der Saison nicht mit Geld planen, das noch nicht da ist. Mir nutzen Ansagen, wie ´schau mer mal` und ´vielleicht` oder ´wir können uns ja später mal unterhalten` in der jetzigen Situation nichts".

Der neue Klub hat nach den Worten Dehlers zwar die Auflage des Deutschen Volleyball-Verbandes (VBL) erfüllt - im Vorfeld der Lizenzvergabe müssen 25 Prozent des Gesamtetats nachgewiesen werden - , doch dies sei noch kein Grund, "ins Blaue zu starten". Die Entscheidung, ob die Volleyballer mit Itamar Stein als Trainer und einem schlagkräftigen Team Mitte September in der 2. Liga starten, fällt am Montag, 20. Juni. Bis dahin finden noch weitere Gespräche mit Sponsoren statt. Wie gesagt, die Chancen stehen 50:50.



Hintergrund

Der neu gegründete Volleyballverein "GrennEnergyVolleys" will nach der Insolvenz der VSG-GmbH in der kommenden Saison in der 2. Volleyball-Bundesliga antreten. Neuer Geschäftsführer ist Volker Jeziorski (49). Der ehemalige Marketingleiter der VR-Bank Coburg und jetzt selbstständige Unternehmer hat die ersten Weichen gestellt.
Eine Gruppe von acht volleyballbegeisterten Unternehmern und Privatpersonen hat den Neustart in die Hand genommen und eine GmbH gegründet, die GreenEnergyVolleys Coburg GmbH.

Neben dem Geschäftsführer gibt es mit Michael Dehler, Ex-Teammanger der VSG Coburg/Grub - auch einen Sportdirektor. Trainer soll Itamar Stein bleiben.
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