Coburg

Veste wird kein Weltkulturerbe

Die Bundesrepublik hat den bei der UNESCO-Welterbekommission eingereichten Erweiterungsantrag "Lutherstätten in Mitteldeutschland" zurückgezogen.
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Die Veste Coburg wird zumindest vorerst kein Weltkulturerbe. Ein Erweiterungsantrag "Lutherstätten in Mitteldeutschland" wurde jetzt zurückgezogen. Foto: Jochen Berger
Die Veste Coburg wird zumindest vorerst kein Weltkulturerbe. Ein Erweiterungsantrag "Lutherstätten in Mitteldeutschland" wurde jetzt zurückgezogen. Foto: Jochen Berger
Betroffen davon ist auch die Veste Coburg. Eigentlich sollte das bereits bestehende UNESCO-Welterbe "Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt" mit sechs Stätten um weitere 12 bedeutende Lutherstätten in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern (Veste Coburg) erweitert werden. Der Antrag wurde für die UNESCO vom Internationalen Denkmalrat (ICOMOS) begutachtet, mit negativem Ergebnis.


Enttäuscht reagierte Klaus Weschenfelder als Leiter der Kunstsammlungen der Veste Coburg in seiner Eigenschaft als Sprecher der lokalen Arbeitsgemeinschaft: "Die lokale Arbeitsgemeinschaft hat hervorragend zusammengearbeitet und im Rahmen der Antragstellung mit großen Engagement das Profil der Veste Coburg als bedeutende Lutherstätte klar herausgearbeitet. Die ablehnende Haltung von ICOMOS wird auch in Coburg mit Enttäuschung aufgenommen."


Großes Bedauern

Der Regierungssprecher Kultur des für die Antragstellung federführenden Landes Sachsen-Anhalt teilte dazu mit: "Aufgrund der Empfehlung von ICOMOS, den Antrag abzulehnen, blieb dem in dieser Angelegenheit federführenden Land Sachsen-Anhalt in Absprache mit den anderen beteiligten Bundesländern Bayern, Thüringen und Sachsen leider nichts anderes übrig, als den Antrag zurückzuziehen. Wir bedauern sehr, dass ICOMOS unseren Argumenten für eine Erweiterung nicht gefolgt ist." Eine Erweiterung, so die Stellungnahme weiter, "hätte die Reformation als eine breite, von zahlreichen Akteuren in Mitteldeutschland getragene und begonnene Bewegung gewürdigt, ohne Luther als ihr Zentrum zu vernachlässigen."


Hoffnung auf neuen Antrag

Zugleich verwies der Regierungssprecher Kultur auf die Website www.welterbe-luther.de, wo jeder Interessierte die Argumente für die Erweiterung in Kurzform nachlesen könne:. Ein positiver Aspekt bleibt gleichwohl: "Die Rücknahme des Antrags bietet die Chance, in Zukunft den Antrag wieder einzureichen in der Hoffnung auf die Überzeugungskraft unserer Argumente."


Lokale Arbeitsgruppe

Für die Erarbeitung der die Veste Coburg betreffenden Antragsteile hatte sich eine lokale Arbeitsgruppe gebildet, bestehend aus Vertretern der Bayerischen Schlösserverwaltung als Liegenschaftseigentümerin, den Kunstsammlungen der Veste Coburg als Nutzerin, der Stadt Coburg mit Bauverwaltung, Kulturverwaltung und Tourismusbetrieb, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Evangelisch-lutherischen Dekanat.
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