Coburg

VSG macht es selbst wieder spannend

2. Volleyball-Bundesliga Süd  Nach der 0:3-Abfuhr in Delitzsch haben die Coburger nur noch zwei Punkte Vorsprung auf die Verfolger. Jetzt muss die Truppe um Trainer Milan Maric kühlen Kopf bewahren, hat aber alles noch selbst in der Hand.
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Was sollen wir tun, scheinen die VSG-Spieler hier zu denken, denn trotz teilweise recht guten Spieles, gab es in Delitzsch nichts zu holen. 0:3 lautete das ernüchternde resultat für den Tabellenführer, der jetzt wieder zulegen muss. Fotos: Frank Heumann
Was sollen wir tun, scheinen die VSG-Spieler hier zu denken, denn trotz teilweise recht guten Spieles, gab es in Delitzsch nichts zu holen. 0:3 lautete das ernüchternde resultat für den Tabellenführer, der jetzt wieder zulegen muss. Fotos: Frank Heumann
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von unserem Mitarbeiter Frank Heumann

Coburg/Delitzsch — Den VSG-Aktiven war klar, dass das Team der gastgebenden GSVE Delitzsch keinen Punkt her schenken möchte. Doch dass es mit einem 3:0 nach nur 68 Minuten enden würde, damit hat das auf der Anfahrt gut aufgelegte Coburger Team, das von vielen mitgereisten Fans lautstark unterstützt wurde, nicht gerechnet.
Die Sachsen überzeugten ihr 350köpfigtes Publikum durch einen selbstbewussten Auftritt, durch wuchtige und gezielte Aufschläge sowie Disziplinen, die bisher der VSG zugeschrieben wurden: Zum Beispiel dem Kampfgeist, der ein Team wieder zurück ins Spiel führt. Insgesamt zeigte die VSG keine desolate Leistung, lag aber gegenüber dem Vorjahr weit hinter den eigenen Möglichkeiten zurück.

Delitzsch - VSG Coburg/Grub 3:0
(25:15, 25:21, 25:22)

Der gastgebende Trainer Frank Pietzonka hatte seine Truppe gut eingestellt und traf auf eine erwartungsfrohe Mannschaft aus Franken. Mit wuchtigen Aufschlägen legten die Delitzscher unmittelbar nach Anpfiff vor und forderten damit einige Annahmefehler heraus. Das Spiel der VSG dagegen war zuerst zaghaft, zurückhaltend und mit Aufschlagfehlern durchwachsen. Nicht richtig schlecht, aber auch nicht so gut, als hätte man den Gegner ernsthaft in Schwierigkeiten bringen können.

Schnelle Sachsen-Führung

So führten die Sachsen schnell mit einem erheblichen Vorsprung von 11:4 Punkten. Klar war, dass man es schwer haben würde, diesen Rückstand wieder aufzuholen. Mehr als 15 Punkte waren, so sehr man sich mühte, einfach nicht drin.
Auch der zweite Satz folgte dem Schema des ersten. VSG-Trainer Maric versuchte, über verschiedene Wechsel in der Annahme und beim Aufschlag mehr Struktur ins Spiel zu bekommen. Der einzige Lohn waren nun 21 Punkte.
Im dritten und letzten Satz fruchteten endlich die Feinjustierungen, weil man den GSVE bis zum Spielstand von 20:20 immer auf zwei bis vier Punkte Abstand halten konnte. Die Angriffe wurden wieder nach "Stil der grünen Schmiede" vorgetragen. Präzisere Annahmen führen eben zu verbesserten Optionen für den Zuspieler Gilles Braas und damit für optimale Bälle der Angreifer. Nicht, dass ein übersehener Fehler spielentscheidend wäre, aber in der entscheidenden Phase bei 20:20 wurde ein Touch vom sonst ausgezeichnet agierenden Schiedsrichtergespann übersehen, was in der direkten Folge dem Gegner einen emotionalen Vorteil verschaffte und dieser sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen ließ.
Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass die L.E.Volleys und die GSVE Delitzsch auf den Tabellenführer aufholen konnten. Nur noch zwei Punkte trennen die Verfolger vom derzeitigen Spitzenreiter. Es kehrt also wieder Spannung in die 2. Bundesliga Süd ein und mit dem TGM Mainz-Gonsenheim (Platz 6) begrüßt die VSG den gefährlichsten Aufsteiger am kommenden Samstag in der HUK-Coburg Arena.

Stimmen zum Spiel

VSG-Trainer Milan Maric: "Wir waren von Anfang an einfach zu passiv. Aggressiv dagegen war der Gegner, teilweise überragend in Einstellung und Spiel. Im Vergleich zum Hinspiel sahen wir einen auf allen Positionen überzeugend spielendes Team, das uns kaum agieren ließ. Waren wir endlich wieder dabei, so spielten wir zwar guten Volleyball, aber nicht bis zum Ende. Schon beim nächsten Heimspieltag gegen die TGM Mainz-Gonsenheim muss unsere Mannschaft an die Einstellung vom letzten Jahr anschließen."
VSG-Co-Trainer Volker Pohl: "Das war schon beeindruckend, wie sich die Delitzscher zuhause zeigten. Kein Vergleich mit dem Hinspiel! Unser Gegner war in den meisten Belangen an diesem Tag einfach deutlich überlegen. Man spielte nahezu fehlerfreien Volleyball hier in Delitzsch."
VSG-Funktionär Frank Heumann: "Es war klar, dass die Delitzscher die Niederlage in Coburg nicht auf sich sitzen lassen werden. Nicht klar war, dass sich unser Team das gefallen lässt. Im dritten Satz entfachte unser Team endlich das notwendige Feuer und die Lust, das Ruder herumreißen zu wollen. Gut hat man die Sachsen auf Abstand gehalten, fast, ja fast ganz bis zum Ende des Satzes."
VSG-Aufgebot: Jonas Ickerott, Johannes Engel, Marcel Herrmann, Patrick Speta, Max Meuter, Max Kessel, Sven Kellermann, Hans-Peter Nürnberger, Benjamin Kucera, Gilles Braas, Steffen Reinsch.
Nächstes Heimspiel gegen die TGM Mainz-Gonsenheim am Samstag, 2. Februar, 19.30 Uhr, in der HUK-Coburg-Arena.
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