Für einige Stunden die Welt vergessen und mit einem Freund zusammen sein, diesen Luxus pflegt der Neustadter Rechtsanwalt und Stadtrat Wolfram Salzer auch heute noch. "Er ist ein Freund, der mir aus frühen Kindertagen erhalten geblieben ist", so Salzer und erzählt, dass er mit etwa acht Jahren von seinem Großvater den ersten Band eines Karl May Buches erhalten hat. "Und seitdem sind wir befreundet, Karl May und ich", erklärt Salzer. Ein Freund, der mich auch über die schwierige Phase der Pubertät begleitet hat, der keine Konkurrenz war, als erste Mädchen-Bekanntschaften ins Teenagerleben kamen.

Salzer schwärmt von Stunden, "die ich mir heute noch nehme, zum Bücherschrank gehe, ein Karl May Buch herausziehe und für einige Zeit abtauche in die Welt von Old Shatterhand und Winnetou, dem Ölprinz oder Kara Ben Nemsi." Bei der Ausstellungseröffnung der 23. Grenzlandtauschtage am Samstag in der Mehrzweckhalle in Neustadt zeigte Wolfram Salzer auf, wie Interessant und auch aktuell die Werke von Karl May heute noch sind. Die Sammler- und Briefmarkenfreunde Neustadt, um ihren umtriebigen Vorsitzenden Burkhard Grempel und den engagierten Ausstellungsleiter Klaus Bauer, widmeten die Sonderausstellung zu den Grenzlandtauschtagen dem 100. Todestag des meist gelesenen Schriftstellers deutscher Sprache.


Karl May lockte auch Politiker



Und Karl May zog auch zahlreiche Prominente zur Vernissage an. Neben Schirmherr und Oberbürgermeister Frank Rebhan kamen unter anderen auch Landtagsabgeordneter Jürgen W. Heike und Landrat Michael Busch. Burkard Grempel ging in seiner Begrüßung auf den Schriftsteller Karl May ein. "Die Ausstellung will anhand von Buchausgaben, philatelistischen Belegen, Ansichtskarten, Alben, Filmplakaten und Medienausschnitten einen Querschnitt der Lebens- und Schaffensgeschichte des Schriftstellers geben", erläuterte Grempel.

Schirmherr Frank Rebhan sprach von einer unglaublichen Faszination, die von den Werken Karl Mays ausgeht, die Generationen von Menschen, und nicht nur jungen Menschen, in ihren Bann gezogen hat und dies auch heute noch kann. "Da die Werke und Figuren Karl Mays unter Sammlern eine nennenswerte Fangemeinde haben, stellen die Sammler- und Briefmarkenfreunde Neustadt anlässlich des 100. Todestages von Karl May ihre Grenzlandtauschtage unter die Maxime ‚Karl May‘, und das mit herausragend zusammen gestellten Schaukästen und Informationstafeln", so der OB.


25 Veranstaltungen bundesweit



Landrat Michael Busch war ebenso begeistert von der Ausstellung und sprach davon, dass er in seiner Jugend zahlreiche Bücher von Karl May "verschlungen" habe. Der Karl-May-Verleger Bernhard Schmid verwies in seiner Ansprache darauf, dass zum 100. Todestag von Karl May bundesweit mittlerweile 205 Veranstaltungen geplant sind. Schmid bestätigte, dass Karl May nicht ein "verstaubter Schriftsteller" sei, der früher gelesen wurde, sondern dass die Jugend von heute auch Karl May liest und jährlich hunderttausende von Büchern weltweit verkauft werden.

Dass das Werk von Karl May sich nicht nur auf seine weltweit bekannten Erzählungen von Winnetou und Old Shatterhand beschränke, zeigte Schmid auf. Karl May hat Gedichte geschrieben, Werke zur Kunst verfasst und sogar ein Drama "Babel und Bibel" zählt zu seinen Werken. Die Präsentation kommentierte Burkhard Grempel mit den Worten: "Unsere Ausstellung ist sicher die schönste bundesweit".

Mit Karl May verbunden fühlen sich auch die Mitglieder des Country Clubs "Mountain Lions", die in ihren farbenprächtigen Kostümen die Grenzlandtauschtage belebten. Neben der Sonderausstellung boten über 90 Sammler ihre Schätze, von der Briefmarke über Sammelalben bis hin zu Hausser-Figuren", zum Tausch oder Kauf an.