Lautertal
Landwirtschaft

Unbekannte feiern wilde Party in Maisfeld bei Unterlauter

Unbekannte haben etwa 60 Quadratmeter Maispflanzen niedergetrampelt. Zurück ließen sie leere Getränkedosen und Verpackungen von Süßigkeiten. Der betroffene Bauer spricht von Missachtung von Lebensmitteln.
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Das Landwirtsehepaar begutachtet den Schaden im Maisfeld.  Foto: Michael Stelzner
Das Landwirtsehepaar begutachtet den Schaden im Maisfeld. Foto: Michael Stelzner
Das Landwirtsehepaar aus dem nördlichen Landkreis versteht die Welt nicht mehr. Es steht in seinem drei Hektar großen Maisfeld in der Nähe von Unterlauter und ist enttäuscht und entsetzt, wie manch einer heutzutage mit Nahrungsmitteln umgeht - "wo es doch so viel Hunger auf der Welt gibt".

Etwa zehn Meter entfernt von der Straße, die in Richtung Unterwohlsbach führt, haben Unbekannte, möglicherweise Jugendliche oder Heranwachsende, eine Party gefeiert - mitten im Maisfeld.


Rücksichtslos niedergetrampelt


Sie haben Decken ausgebreitet oder sogar eine Zelt aufgeschlagen, vermutet der Landwirt. Dafür sprächen liegengelassene leere Energiedrink-Dosen und Verpackungen von Süßigkeiten.


Die Unbekannten haben zudem die Maispflanzen, die der Landwirt wochenlang gehegt und gepflegt und sogar über die große Hitzeperiode gebracht hatte, rücksichtslos niedergetrampelt und plattgedrückt. Einige Maispflanzen wurden auch abgeschnitten.

Im Maisfeld sind eine etwa zehn Meter lange und zwei Meter breite Schneise sowie ein großer runder Kreis zu sehen. Für den Landwirt ist der Mais auf einer Fläche von rund 60 Quadratmetern vollkommen unbrauchbar geworden.

Dass Wildtiere die Zerstörung verursacht haben, schließt der Bauer aus: "Solche Beschädigungen sehen ganz anders aus", sagt der Landwirt. Der Mann möchte nicht namentlich genannt werden, da er seinen eigenen verkraftbaren Schaden nicht in Vordergrund stellten, sondern generell auf das Problem aufmerksam möchte. Er wolle aufzeigen, wie heute mit wertvollen Lebensmitteln umgegangen wird. "Es geht um den Wert und der Wertschätzung der produzierten Lebensmittel. Ich frage mich, warum Leute so etwas machen," sagt kopfschüttelnd die Bäuerin, als sie die Getränkedose aufhebt.


In zwei Wochen wird geerntet


Spaziergänger hätten die beiden darauf aufmerksam gemacht. "Sonst hätten wir das gar nicht bemerkt. Die haben es sich im Mais gemütlich gemacht. An den heißen Tagen war es dort bestimmt sehr kühl", mutmaßt der Landwirt, der den Mais zur Fütterung seines Viehbestandes verwendet.

Ob noch mehr Flächen im Maisfeld beschädigt sind, wird der Landwirt in rund 14 Tagen feststellen, denn dann will er ernten.

Bereits vor einigen Jahren waren Maisfelder in der Umgebung von Lautertal auf ähnliche Weise beschädigt worden. Der Landwirt nimmt an, dass in der Umgebung noch weitere Felder heimgesucht wurden. Er habe schon bei Spaziergängern und bei Anwohnern in der Umgebung nachgefragt ob jemand etwas gesehen habe, leider ohne Erfolg, betont er.


"Felder gehören nicht der Allgemeinheit"


Das Ehepaar sieht wenige Chancen, die Verursacher zu finden. Auch Gerhard Ehrlich, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, ist sehr enttäuscht. "Man kann doch auch nicht einfach in einen fremden Garten gehen und dort die Blumen pflücken. Auch auf den Feldern kann nicht jeder machen, was er will, sie gehören nicht der Allgemeinheit," sagt Ehrlich, der von zunehmenden Einzelfällen spricht.

Vor allem im nördlichen Landkreis sei so etwas öfter zu beobachten. "Die Landwirte hegen und pflegen das ganze Jahr ihre Pflanzen und achten die Schöpfung. Wer so etwas mutwillig zerstört, missachtet die wertvolle Arbeit der Bauern", so der BBV-Kreisobmann. Er bittet die Bevölkerung um mehr Verständnis für die Arbeit der Bauern und appelliert eindringlich an die Vernunft der Jugendlichen und ihrer Eltern.

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