Coburg
Kommentar

Theatersanierung: Coburg investiert in die eigene Zukunft

Endlich! Der erste entscheidende Schritt auf dem Weg zur Generalsanierung des Landestheaters ist mit der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung getan.
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Prächtige Bühne für das Coburger Publikum: Blick in den Spiegelsaal des LandestheatersFoto: Jochen Berger
Prächtige Bühne für das Coburger Publikum: Blick in den Spiegelsaal des LandestheatersFoto: Jochen Berger
Eine Entscheidung für die Zukunft des Landestheaters, eine Entscheidung für die Zukunft Coburgs, eine Entscheidung für die teuerste Baumaßnahme seit Bestehen des Musentempels. Vor allem aber: eine Entscheidung, zu der es - bei allem Respekt vor anders lautenden Argumenten - keine Alternative gab.


Dringend sanierungsbedürftig

Denn das Landestheater im Herzen der historischen Altstadt ist dringend sanierungsbedürftig. Damit es zukunftssicher wird, muss investiert werden - nicht nur in das historische Gebäude selber, sondern eben auch in zusätzliche Funktions- und Probenräume rund um das Kyrill-Palais.


Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit


Die Entscheidung vom Dienstag ist aber eben tatsächlich nur der erste Schritt. Denn jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Spätestens im Sommer muss entschieden sein, in welcher Ausweichspielstätte das Theater seine Produktionen während der Sanierungsphase präsentieren wird. Klar ist: Die Zeit drängt, die nächsten Schritte müssen rasch folgen.


Wann wird der Vertrag von Intendant Bodo Busse verlängert?


Vor allem aber: Der bis 2019 befristete Vertrag mit Intendant Bodo Busse sollte möglichst rasch verlängert werden, um neben der schon bald realen Baustelle im Haus am Schlossplatz nicht noch eine personelle Baustelle zu eröffnen. Die Vertragsverlängerung mit dem Intendanten wiederum wäre die beste Voraussetzung, den derzeit nur noch bis 2017 verpflichteten Generalmusikdirektor Roland Kluttig länger an Coburg zu binden.


Das Coburger Theaterpublikum bei Laune halten


"Das Theater muss im Herzen der Stadt und des Publikums bleiben." - Mit diesem Appell hatte Bodo Busse am Dienstag nochmals eindringlich für eine innenstadtnahe Interimsspielstätte mit ausreichenden Parkmöglichkeiten geworben. Denn Busse weiß: Die - voraussichtlich rund 40 Monate dauernde - direkte Bauphase wird eine extreme Herausforderung für alle Beteiligten. Schließlich geht es darum, in einer provisorischen Spielstätte ein Programm zu präsentieren, mit dem das Coburger Theaterpublikum bei Laune gehalten werden kann.


Die Kosten im Griff behalten


Gleichzeitig muss es das Ziel sein, die derzeit mit 64 Millionen veranschlagten Kosten stets im Griff zu behalten. Kostensteigerungen - diese Angst tauchte mehrfach in Argumenten gegen den geplanten Umfang der Sanierung auf.


Natürlich darf man mit Recht fragen: Wie soll die Stadt die mindestens gut 19 Millionen Euro finanzieren, gerade in Zeiten, in denen dringend Einsparungen gefordert werden. Doch welche Alternative hätte die Stadt? Das Landestheater nur in einer Sparvariante sanieren und damit anschließend die Nutzungsmöglichkeiten derart einzuschränken, dass man zwangsläufig drastisch an Publikum verlieren müsste? Der Meinung von Oberbürgermeister Tessmer dürften sich die meisten Theaterfans anschließen: "Förderung von Kultur ist keine Subvention, sondern Investition."


Verständlicherweise plagten viele Stadträte Sorgen vor unkontrollierten Kostensteigerungen. Sehr berechtigt die Forderung von CSU-Stadtrat Friedrich Herdan nach einem strikten Kosten-Controlling.


Dagegen könnte ein Besuch im Meininger Theater helfen. Denn dort war es gelungen, in 16 Monaten reiner Bauzeit ein rund 20 Millionen Euro teures (Teil-)Sanierungsprojekt fristgerecht und ohne Kostenüberschreitung über die sprichwörtliche Bühne zu bringen und im Dezember 2011 abzuschließen. Warum sollte das, was in Meiningen möglich war, nicht auch in Coburg gelingen?





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