LKR Coburg
 Silvester

Syrische Flüchtlinge im Kreis Coburg erinnern sich an Silvester in der Heimat

Jedes Jahr gibt es die Diskussion, ob man böllern sollte oder nicht. Der eine oder anderen denkt dabei auch an die Flüchtlinge. Aber wie feiert man eigentlich das Neue Jahr in Syrien? In der Region untergebrachte Flüchtlinge klären auf:
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Foto: Archiv Christoph Winter
Foto: Archiv Christoph Winter
Die Flüchtlinge sollen es ja nicht gewohnt sein oder noch traumatisiert von den Grausamkeiten, die sie in ihrer ehemaligen Heimat erleben mussten - oft verbunden mit Schüssen.

Aber wie feiert man eigentlich das neue Jahr in Syrien? Richtig und sicher kann die Frage keiner beantworten. Abdulrahman Bader, der in einer Unterkunft für junge Flüchtlinge in Coburg untergebracht ist, und die syrisch-kurdischen Flüchtlinge Walid Hassan, Ahmad Gohma und Kandal Allawi, die in Neustadt untergebracht sind, klären auf: Grundsätzlich ähneln die Feierlichkeiten in Syrien denen der Deutschen, werden aber von Familie zu Familie etwas unterschiedlich gehandhabt. Ein ausgiebiges Essen mit der Familie und Freunden, vergleichbar mit einem Raclette oder Fondue.
Bei vielen, und auch bei Abdulrahman Bader, gab es immer Kuchen und andere Süßigkeiten.


In Damaskus war vor Jahren noch einiges los

Die meisten gehen dann zu Musik und Tanz mit Freunden in die Stadt, aber schon vor Mitternacht. In Damaskus gab es immer eine Bühne, meist auf dem Marktplatz, bei der eine Sängerin auftrat, zum Beispiel die sehr bekannte Asala Nasri. Auch viele der Restaurants, die geöffnet hatten, engagierten Live-Musiker.

In der Stadt werden dann auch Raketen und andere Feuerwerkskörper gezündet und ins neue Jahr hinein gefeiert. Auf dem Dschabal Qasyun, einem 1150 Meter hohen Berg neben Damaskus, wurde auch immer ein Feuerwerk abgebrannt, das dann von der ganzen Stadt aus sichtbar war.


Geschmückte Wohnungen

Zu Silvester schmücken die meisten Syrer ihre Wohnung, manche auch das Haus von außen, ähnlich etwa wie hier mit Lichterketten zu Weihnachten.

Jedoch mussten diese Traditionen in den letzten drei Jahren dem Krieg weichen. Dieses Jahr freuen sich die Jungen schon darauf, Raketen starten zu lassen.
Auch in den Flüchtlingsunterkünften wird es Feierlichkeiten geben, wenn auch nicht so umfangreiche. Vor allem geht es um das Zusammensein. Viele der afghanischen Flüchtlinge feiern am 1. Januar auch symbolisch ihr Wiegenfest, da ihr wirklicher Geburtstag in ihrem Kulturkreis keine Bedeutung hat und deswegen nicht dokumentiert wurde. Überrumpelt sollte zumindest kein Flüchtling werden, denn für alle liegt ein Flyer aus, auf dem in sechs verschiedenen Sprachen erklärt wird, womit man in der Silvesternacht rechnen muss.

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