Beiersdorf bei Coburg
Mordprozess

"Streit hat es nie gegeben"

Wie haben sich Wolfgang R. und seine Tochter verstanden? Der 14-jährige Enkel sagte dazu am Freitag Überraschendes aus.
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Die Akten im Beiersdorfer Mordprozess. Foto: CT-Archiv / Ronald Rinklef
Die Akten im Beiersdorfer Mordprozess. Foto: CT-Archiv / Ronald Rinklef
Eigentlich soll es im "Beiersdorf-Prozess" allein um die Frage gehen, ob Wolfgang R. in der Nacht des 12. Dezember 2013 in seinem Haus in Beiersdorf ermordet wurde oder ob sein gewaltsamer Tod "nur" als Totschlag zu ahnden ist. Doch nachdem in der Verhandlung am 3. Juni plötzlich eine Zeugin behauptete, Wolfgang R. und seine Tochter hätten sich überhaupt nicht gut verstanden, rief die Kammer um Vorsitzende Richterin Ulrike Barausch am Freitag den Enkel des Opfers in den Zeugenstand.
Sein Opa sei ein ruhiger, netter Mensch gewesen, sagte der 14-Jährige freimütig aus. "Er war immer da, wenn man ihn gebraucht hat, und er ist nie laut geworden." Drei- bis viermal im Monat sei er mit seinem Großvater zusammen gewesen, mal beim Schwimmen, mal habe er bei ihm übernachtet.
Damit widersprach der Junge Aussagen, wonach seine Mutter ihm den Kontakt zu seinem Großvater untersagt haben soll. Wolfgang R.
sei auch bei jedem Geburtstag dabei gewesen, betonte der 14-Jährige. Nur bei seiner letzter Feier habe sich sein Großvater entschuldigt, "weil er im Biergarten helfen musste", berichtete der Enkelsohn. Das Verhältnis zwischen seiner Mutter und seinem Opa sei gut gewesen. Streit habe es nie gegeben.


Lügt die ehemalige Bestatterin?

Damit wären die Fragen der Richterin eigentlich beantwortet gewesen, doch der 14-Jährige wollte unbedingt noch etwas loswerden, denn er hatte in der Zeitung von der Aussage einer ehemaligen Bestatterin gelesen. Diese hatte behauptet, die Tochter des Opfers habe ihr gegenüber "in übelster Form über ihren Vater hergezogen", sei beim Besuch in der Rechtsmedizin sehr laut und außer sich gewesen. "Was diese Frau sagt, stimmt alles überhaupt nicht", stellte der 14-Jährige klar.

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