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Störche in der Region Coburg: Die ersten Eier sind schon gelegt

Die meisten Störche im Coburger Land haben mit der Brut begonnen. Nach fünf Wochen dürfte sich der erste Nachwuchs zeigen.
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Die Paarungszeit ist eigentlich (fast) schon vorbei: Wie hier in Bad Rodach sind die Störche im Coburger Land kräftig dabei, für Nachwuchs zu sorgen. Gespannt sind die Vogelschützer, wie viele Jungvögel es nach dem Rekordjahr 2015 heuer werden. Foto: Hans-Peter Schönecker
Die Paarungszeit ist eigentlich (fast) schon vorbei: Wie hier in Bad Rodach sind die Störche im Coburger Land kräftig dabei, für Nachwuchs zu sorgen. Gespannt sind die Vogelschützer, wie viele Jungvögel es nach dem Rekordjahr 2015 heuer werden. Foto: Hans-Peter Schönecker
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Bei Hans-Peter Schönecker, dem Storchenbeauftragten der Kreisgruppe Coburg im Landesbund für Vogelschutz (LBV), nimmt die Spannung zu: In den nächsten Tagen wird sich endgültig entscheiden, welche Storchenpaare im Coburger Land mit der Brut losgelegt haben. Bei zwei Nestern hat Schönecker aber schon jetzt sichere Informationen: "In Meschenbach und Kaltenbrunn haben die Störche mit der Brut bereits begonnen."


Die unwirtliche Witterung in den vergangenen Tagen - zuerst mit Frost-Nächten, dann mit windigem Schauerwetter - dürfte den Störchen nach Einschätzung Schöneckers keine Probleme bereitet haben: "Sie plustern sich auf und können sich in der Nestkuhle wegducken - so sind sie ganz gut geschützt." Schlechtes Wetter sei nur dann eine Gefahr, wenn sich bereits Jungvögel im Nest befinden. Für die können Nässe und Kälte tödlich sein.
Denn unterschätzen sollte man den Wind hoch droben in den Horsten nicht, weiß Schönecker aus Erfahrung bei seinen wöchentlichen Kontrollfahrten: "Da oben zieht es zum Teil wie Hechtsuppe."


Es dauert 37 Tage

Bis der erste Storchennachwuchs zu sehen ist, wird es aber noch ein bisschen dauern. 37 Tage liegen erfahrungsgemäß zwischen der Ei-Ablage und dem Tag, an dem ein Küken schlüpft. Gute Chancen, zum wiederholten Mal die Nummer 1 im Landkreis zu werden, haben auch heuer die Störche auf dem Schlot der Kaltenbrunner Schleicher-Brauerei: Von dort wurde Schönecker gemeldet, dass das Storchenpaar am 24. März mit der Brut begonnen hat. Zwei Tage später soll in Bad Rodachdas erste Ei ins Nest geplumpst sein, in Meschenbach wohl auch um diese Zeit herum.


Dass ein aufmerksamer Beobachter der Störche nahezu auf den Tag genau den Brutbeginn festlegen kann, liegt am Verhalten der Störche. "Wenn immer mindestens ein Storch auf dem Horst sitzt", sagt Hans-Peter Schönecker, hat die Brut begonnen. Von nun an lassen die Alt-Störche ihr Nest nicht mehr aus den Augen - es könnte ja immer ein fremder Vogel angreifen. Dass es bei Störchen "feindliche Übernahmen" mit getöteten Jungvögeln gibt, ist nämlich keine Seltenheit.


Um zu wissen, was in den Storchen-Nestern des Coburger Landes los ist, muss Hans-Peter Schönecker übrigens nicht zwischen Kaltenbrunn, Seßlach und Bad Rodach hin und her gondeln. Er hat da seine "Informanten" für den "Storchen-Newsletter", den Interessierte auf der Homepage der Coburger LBV-Kreisgruppe stets aktuell einsehen können.


Immer gut informiert

Jene Informanten sind meist die Eigentümer oder Nachbarn der Gebäude, auf denen sich Storchenhorste befinden. "Die freuen sich immer, wenn sie ihre Störche sehen", berichtet Schönecker von seinen Gesprächen. Aber sicher ist sicher: Deshalb wird der LBV-Storchenbeauftragte am Wochenende Fotoausrüstung samt Teleobjektiv einpacken und einmal quer durch den Landkreis auf Kontrollfahrt gehen. Besonders gespannt ist er dabei, ob sich auf neuen Nisthilfen wie etwa in Schottenstein oder Gemünden eventuell sogar weitere Storchenpaare niedergelassen. Nach der Rekordsaison 2015 (zumindest in manchen Regionen, auch im Coburger Land) stehen die Chancen dafür gar nicht so schlecht.



Ja, wo fliegen sie denn?


Storchenkarte Wer wissen will, welche Storchennester in Bayern schon besetzt sind, kann sich beim Landesbund für Vogelschutz informieren: http://www.lbv.de/unsere-arbeit/vogelschutz/weissstorch/storchenkarte.html
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