Coburg
Vogelschutz

Störche erobern das Coburger Land

Die meisten Storchennester sind wieder bewohnt. Es gibt aber noch Wohnraum für junge Storchenfamilien im Coburger Land.
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Die Sesslacher Störche haben ihren Nistplatz auf dem Rothenberger Stadtturm schon eingenommen. Foto: Berthold Köhler
Die Sesslacher Störche haben ihren Nistplatz auf dem Rothenberger Stadtturm schon eingenommen. Foto: Berthold Köhler
Von allen Vögeln, die nach dem Winter zu uns zurück kommen, wird der Storch wohl am meisten beachtet. Er ist auch einer der spektakulärsten Heimkehrer. Schließlich ist er groß und Storchennester sind in aller Regel weithin sichtbar in exponierter Lage angelegt. Sei einigen Jahren sind im Coburger Land wieder regelmäßig Storchenpaare zu sehen. Welche Nistgelegenheiten schon in Beschlag genommen wurden, weiß Hans Schönecker, der zusammen mit weiteren Helfern für den Landesbund für Vogelschutz (LBV) die Storchennester im Coburger Land im Auge behält.
In Kaltenbrunn hat Schönecker die Störche schon fotografiert. Schon am 11. Februar ist der erste Storch im Nest auf dem Brauereischlot angekommen. Das zweite Tier folgte Anfang März. Bis jetzt scheinen sie noch nicht zu brüten.
Die Sesslacher Störche haben ihren Nistplatz auf dem spitzen Dach des Rothenberger Torturmes.
Sie kamen später an als ihrer Nachbarn in Kaltenbrunn. Mitte und Ende März sind sie eingetrudelt. Auch hier scheint die Kinderstube bisher noch leer zu sein.
Anders in Meschenbach. Einer der beiden Störche ist dort immer im Nest. "Ab und zu steht er auf und stochert mit dem Schnabel im Nest herum, das heißt er dreht die Eier um", weiß Hans Schönecker. Diese Indizien sprechen für ihn sehr dafür, dass dort zumindest ein Gelege vorhanden ist.
Ob auch Rodach in diesem jahr ein Storchenpaar bekommt, ist noch ungewiss. "Vor ungefähr zwei Wochen habe ich dort einen gesehen", berichtet Schönecker. Aber das könnte auch ein Durchzieher gewesen sein. Dass im Nest auf einem Schornstein schon ein Tier eingezogen ist, kann noch nicht sicher bestätigt werden.
Das Coburger Land hat also schon einige Störche. Es ist auch noch Platz für weitere. Vorbereitete Nisthilfen gibt es beispielsweise in Meeder oder Hassenberg. "Dort sind in der Umgebung auch geeignete Lebensräume vorhanden", erklärt Hans Schönecker.
Ob die Region noch "storchiger" wird, hängt auch vom Bruterfolg der bereits vorhandenen Paare ab. Im vergangenen Jahr wurde das lange feucht-kalte Wetter vielen Jungtieren zum Verhängnis, erinnert Schönecker. Die kleinen Störche sind erfroren. Außerdem konnten die Elterntiere auch nicht so viel Futter beibringen, wie bei besserem Wetter. Bisher lässt sich das Frühjahr freundlich an. Doch im Augenblick sind vielfach noch keine Eier gelegt, geschweige denn Jungtiere geschlüpft. Die kritische Phase kommt also erst noch.
Wer mitverfolgen will, wo es Störche gibt und wie es ihnen geht, findet Infos auf der Storchenkarte des LBV unter www.lbv.de.

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