Coburg
Tourismus

Stadt Coburg will Camper anlocken

Auf dem Badparkplatz oder auf dem "Aquaria"-Gelände soll ein Stellplatz für Wohnmobile entstehen. Für 2017 ist eine provisorische Anlage im Gespräch.
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Der mittlere Teil des Badparkplatzes kommt für einen Wohnmobilstellplatz in Frage. Direkt am Itzufer könnten Reisemobile stehen. Auch jetzt stehen dort schon die rollenden "Häuser", in diesem Fall jedoch hat ein Aussteller der aktuell stattfindenden Messe auf dem Ketschenanger sein Reisemobil an der Rosenauer Straße abgestellt. Der Wohnmobilstellplatz auf dem Anger wird von der Ausstellung belegt. Foto: Christoph Winter
Der mittlere Teil des Badparkplatzes kommt für einen Wohnmobilstellplatz in Frage. Direkt am Itzufer könnten Reisemobile stehen. Auch jetzt stehen dort schon die rollenden "Häuser", in diesem Fall jedoch hat ein Aussteller der aktuell stattfindenden Messe auf dem Ketschenanger sein Reisemobil an der Rosenauer Straße abgestellt. Der Wohnmobilstellplatz auf dem Anger wird von der Ausstellung belegt. Foto: Christoph Winter
Reisende mit dem Wohnmobil werden in Coburg stiefmütterlich behandelt. Der Stellplatz auf dem Ketschenanger hinter der Dreifach-Turnhalle ist asphaltiert und auch für größere Fahrzeuge gut zu erreichen, aber das ist schon alles. Weder eine Strom- noch Wasserversorgung gibt es, und auch ihren Abwassertank können die Wohnmobilisten dort nicht ordnungsgemäß entleeren. "Wasser" und "Abwasser" können an der Tankstelle in der Ernst-Faber-Straße erledigt werden, nach rund 900 Metern Fahrstrecke. Während Schützenfest, Messen oder Zirkus-Gastspielen können keine Wohnmobile auf dem Anger stehen.

Die Stadt will diese wohlhabende und immer größere Klientel nicht mehr vernachlässigen. Der Erfolg des Wohnmobilstellplatzes in Bad Rodach bei der Therme mag die Sache nun auch in der Vestestadt beflügeln.


Vorstoß von "Pro Coburg"

Der Bau- und Umweltsenat sprach sich am Mittwoch einmütig für einen Wohnmobilstellplatz nahe der Innenstadt aus. Mit Blick auf das Lutherjahr 2017 mit der Landesausstellung soll ein provisorischer Stellplatz auf dem Badparkplatz "für diese anspruchsvolle und wichtige Klientel" geschaffen werden. Ver- und Entsorgung sollen vorläufig und kurzfristig realisiert werden.

Ein Antrag der Wählergemeinschaft Pro Coburg vom Mai hat attraktive Stellplätze für Wohnmobile in der Nähe des Freibades zum Ziel.

Zwischen 140 000 und 310 000 Euro würden Stellplätzen einschließlich der Servicestationen mit Trinkwasser, Abwasser und Strom kosten, erläuterte Bernhard Ledermann im Bau- und Umweltsenat. Auf die Kostenermittlung von Wohnmobil-Stellplätzen am "Aquaria"-Parkplatz oder auf dem Bolzplatz des Freibad-Geländes zielte der Pro-Coburg-Antrag ab.


Verlust von Pkw-Stellplätzen

Auf dem Badparkplatz könnten maximal 20 Wohnmobile stehen, so der Leiter des Grünflächenamtes. "Da Fahrgassen und Stellplätze bereits asphaltiert sind, entstehen vorwiegend Kosten für die Leitungen und die Servicestationen (Trinkwasser/Abwasser/Elektro) sowie für die beleuchtete Infotafel", sagte Bernhard Ledermann. Dazu kämen noch einige Markierungen, eine etwas breitete Einfahrt sowie eine Verkehrsinsel für die sechs Servicestation und eine Hecke als Abgrenzung zum restlichen Parkplatz. 140 000 Euro wären dafür nötig. 20 Wohnmobil-Stellplätze bedeuten aber etwa 80 Pkw-Parkplätze weniger, monierten das Ordnungs- und das Stadtplanungsamt.

Wesentlich aufwändiger ist ein Wohnmobil-Stellplatz auf dem Freibad-Gelände selbst zu errichten. Dafür ist der Bolzplatz des "Aquaria" ins Auge gefasst worden. Platz wäre für 24 Reisemobile, nötig der Bau einer sieben Meter breiten Zufahrt vom Badweg aus. Je nachdem, ob Asphalt für die Fahrgassen und Stellplätze verbaut würden, oder Betonsteinpflaster, Schotter und/oder Schotterrasen, danach richten sich die Kosten. Wobei die Schotter-Variante nach den Worten von Ledermann nicht zu empfehlen ist. Dazu kommen noch die Servicestationen und Markierungen. Günstig wirkt sich die Nähe de vorhandenen Kanalisation aus. Ledermann nannte für diese Variante Beträge zwischen 225 000 Euro und 309 000 Euro. Es fehlen noch die Planungskosten und der Aufwand für die Beleuchtung. Auf jeden Fall würde das Freibad an Fläche verlieren. Die Betriebs- und Verbrauchskosten für Abwasser, Trinkwasser und Strom würden durch Gebühren gedeckt.


Goldbergsee ist zu abgelegen

Bislang ist in Coburg ein Wohnmobilstellplatz nur am Goldbergsee planungsrechtlich gesichert. Dort aber fehlen auch jegliche Serviceeinrichtungen. Darüber hinaus sind Wohnmobilisten meist Städtetouristen, die nahe an der Innenstadt ihr rollendes Gefährt abstellen wollen und nicht außerhalb.

Wolfgang Weiß (Grüne) und Hans-Heinrich Ulmann (CSB) präferierten den Badparkplatz, "weil dort die Fläche schon versiegelt ist" (Weiß) und das "ohnehin beschränkte Freibad-Areal nicht weiter beschnitten werden soll" (Ulmann). Weiß verwies auch auf den Klimawandel: "Wir leben im Zeitalter der Klimaerwärmung. Da brauchen wir das Aquaria als Abklingbecken für überhitzte Menschen", meinte er und hatte die Lacher auf seiner Seite.
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