Rödental
Projekt

Spendenaktion: Musik für Demenz-Kranke in Rödental

Heike Beutnagel unterrichtet eine Gruppe Musikbegeisterter an der Veeh-Harfe. Die sanften Klänge setzt sie auch in ihrer Arbeit mit Demenz-Kranken ein. Die Harfenspieler sind beeindruckt von der Wirkung ihres Spiels auf die Kranken.
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Heike Beutnagel leitet eine Veeh-Harfengruppe. Sie ist davon begeistert, wie leicht das Spiel zu erlernen ist. Ein körperliches Handicap spielt da kaum eine Rolle. Fotos: Rainer Lutz
Heike Beutnagel leitet eine Veeh-Harfengruppe. Sie ist davon begeistert, wie leicht das Spiel zu erlernen ist. Ein körperliches Handicap spielt da kaum eine Rolle. Fotos: Rainer Lutz
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"Sie werden sehen, es ist ganz einfach", sagt Heike Beutnagel und schon setzt sie einen vor eine Veeh-Harfe. Eine kurze Einweisung, und gleich sind die ersten Töne zu hören, die beinahe eine Melodie ergeben. Etwas mehr Übung und jeder hätte "Leise rieselt der Schnee" erkannt. Jeden Donnerstag übt Heike Beutnagel mit ihrer Harfen-Gruppe im Gemeinschaftsraum des Wohnkonzepts in der Schlesierstraße in Rödental.


"Es ist ein Produkt, des Forums Schlesierstraße, dass wir hier zusammenkommen", erklärt sie. Heike Beutnagel ist die Vorsitzende des Vereins Remental, der sich um Demenz-Kranke kümmert. Mit dem Quartiersmanagement in der Schlesierstraße und dem Verein Lebenshilfe, der dort sein Büro hat, arbeitet sie schon lange zusammen. Gemeinsam werden Vorträge organisiert, Feste gefeiert. Und einmal die Woche wird eben Harfe gespielt. Die Teilnehmer sind begeistert. Viele haben sich ein eigenes Instrument gekauft, obwohl Veeh-Harfen mit einem Preis von über 1000 Euro alles andere als billig sind. "Sie wollen einfach auch zu Hause spielen", weiß Heike Beutnagel. Übung macht schließlich den Meister. Und wer das an sich einfache Instrument beherrscht, kann von Klassik über die Stubenmusi bis zu Stücken aus Jazz und Blues eine bemerkenswerte musikalische Bandbreite erfassen.


In der Gruppe sind fast alle Altersklassen vertreten. Wer keine eigene Harfe anschaffen will, kann das Spiel auf einem Leihinstrument lernen. Dazu muss niemand aufwändig Noten lernen. Die werden einfach unter die Saiten gelegt und zeigen direkt an, wo gezupft werden muss. Ein wenig Taktgefühl ist rasch erworben und selbst wer noch nie ein Instrument gespielt hat, ist verblüfft, wie schnell er mit der Veeh-Harfe zurecht kommt. So beeindruckte die Gruppe schon bei Konzerten mit ihrem Spiel.


"Wir könnten schon noch ein paar Spieler gebrauchen", sagt Heike Beutnagel. Gern hätte sie auch Musiker mit anderen Instrumenten in der Gruppe. Gitarre, Flöte, Akkordeon - es ließe sich schon eine interessante kleine Band gründen.


Doch unabhängig von solchen Träumen, feiert Heike Beutnagel mit ihren Veeh-Harfenspielern ganz andere Erfolge. Sie allein oder ihre ganze Gruppe spielen in den Betreuungsräumen von Remental immer wieder für Menschen mit Demenz.


"Die Wirkung der Musik auf die Kranken ist beeindruckend", sagt einer aus der Gruppe. "Die Musik ist sehr harmonisch, beruhigend und entspannend", erklärt Heike Beutnagel. Wer der Gruppe lauscht, weiß schnell, was sie meint. Es ist eine Art sanfte Geborgenheit, die den Zuhörer einnimmt.


"Wenn wir für die Demenz-Kranken spielen, dann dauert es nicht lange und es wird im Takt gewippt, mit gesummt oder gar mit gesungen, weil sich die Leute plötzlich wieder an Texte erinnern, die sie als Kinder schon gesungen haben", berichtet die Vorsitzende, die sowohl bei Remental als auch in der Harfengruppe völlig ehrenamtlich tätig ist.


Glückliche Momente, nicht nur beim Lauschen zum Spiel der Harfen, sollen die Demenz-Kranken, die bei Remental betreut werden, ab dem neuen Jahr in neuen Räumen erleben können. Remental wird dann viel Platz im Haus Schlesierstraße 16 zur Verfügung stehen. Dort wird gerade umgebaut. Es wird auch einen großen Garten geben, der allerdings noch hergerichtet werden muss. Allerdings wird der Umzug eine große finanzielle Belastung für den kleinen Verein mit gerade 19 Mitgliedern.
Die Mediengruppe Oberfranken, zu der auch das Tageblatt gehört, möchte dem Verein helfen, seine segensreiche Arbeit fortsetzen zu können. Deshalb wurde Remental in diesem Jahr für unser Spenden-Projekt "Franken helfen Franken" ausgewählt.


Franken helfen Franken



Spendenaktion Das Coburger Tageblatt und "Franken helfen Franken" möchten den Verein Remental unterstützen und bitten dafür um Spenden. Bitte geben Sie als Verwendungszweck "Remental Rödental" an.

Kostenlos Jeder für "Franken helfen Franken" gespendete Euro geht an den guten Zweck, die Verwaltungskosten übernimmt die Mediengruppe Oberfranken, der das Coburger Tageblatt angehört.

Idee Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen Fränkischer Tag, Bayerische Rundschau, Coburger Tageblatt, Saale-Zeitung und Die Kitzinger sowie ihre Internetangebote viele Menschen. Das will sie nutzen, um mit Hilfe des Spendenvereins "Franken helfen Franken" Hilfsbedürftige in verschiedenen Teilen Frankens zu unterstützen.
Miteinander Der Spendenverein macht sich stark für ein Franken, das sich durch eine Atmosphäre des Miteinanders und der Hilfe auszeichnet. Seit der Gründung vor fünf Jahren wurden schon knapp 153 000 Euro ausgereicht.

Spendenkonto Sparkasse Bamberg; IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01
BIC: BYLADEM1SKB


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