Sonneberg
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Tod der Bürgermeisterin - Hintergründe und Reaktionen

Die Sonneberger Bürgermeisterin Sibylle Abel (60) wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Vermutlich war es ein tragischer Unfall.
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Der Tod von Sibylle Abel löste große Bestürzung aus. Foto: T. Wippenebeck
Der Tod von Sibylle Abel löste große Bestürzung aus. Foto: T. Wippenebeck
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Die Bürgermeisterin von Sonneberg, Sibylle Abel, ist tot. Ihr Ehemann fand sie am Dienstagabend leblos zu Hause unterhalb einer Treppe liegend vor. Vermutlich ist sie gestürzt. Abel war nach einer Hüft- und Fuß-Operation krankgeschrieben und ging an Krücken. Sie wollte aber im Mai ins Rathaus zurückkehren.
Die Wiederbelebungsversuche des Notarztes blieben erfolglos. Weil der Mediziner sich nicht auf eine natürliche Todesursache festlegen wollte, haben die Staatsanwaltschaft Meiningen und die Kriminalpolizei Saalfeld die Ermittlungen aufgenommen. "Nach den bisherigen Erkenntnissen gibt es keinerlei Hinweise auf eine Fremdverursachung des Todes", heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft. Der Leichnam wird in der Rechtsmedizin Jena obduziert. Die CDU-Bürgermeisterin hatte erst in der vergangenen Woche ihren 60. Geburtstag gefeiert. Sie hinterlässt neben ihrem Ehemann eine Tochter.


Kondolenzbuch aus Coburg

Der Schock über den Tod der Sonneberger Bürgermeisterin bei Anwohnern und Mitarbeitern sitzt tief. Ihre langjährige Sprecherin, Heidi Losansky, sagt, die Stadt Sonneberg habe viel verloren. Abel habe mit viel Engagement für ihre Stadt gekämpft. "Sie war ein Machertyp und hat natürlich auch von zu Hause aus agiert", erzählt Losansky, die noch wenige Stunden vor ihrem Tod mit Sibylle Abel telefoniert hat und sie voller Tatendrang erlebt hat.
Zu später Stunde erfuhr sie dann von der tragischen Nachricht über die Presse. "Wir sind völlig geplättet und müssen mit der Situation erst mal zurechtkommen", sagt sie hörbar mitgenommen. In den Morgenstunden des Mittwoch stand das Telefon im Rathaus nicht mehr still. "Wir sind erst mal nach Coburg gefahren und haben ein würdiges Kondolenzbuch besorgt", erzählt die Pressesprecherin. Seit gestern Nachmittag liegt es im Rathaus der Stadt Sonneberg aus.
Offiziell wurde gestern folgende Presseerklärung verschickt: "Die Stadt Sonneberg trauert um ihre langjährige Bürgermeisterin Sibylle Abel, die am 26. April 2016 durch einen tragischen Unfall ums Leben kam.
Sibylle Abel war von 1990 bis 1994 Bürgermeisterin der Gemeinde Hönbach und seit 1994 Bürgermeisterin der Stadt Sonneberg. Unter ihrer Leitung wurde Sonneberg zu einer wirtschaftlich starken Stadt mit einer modernen Infrastruktur. Sie war bei ihren Amtsleitern, Mitarbeiter und Einwohnern gleichermaßen geachtet und beliebt.Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt ihren Angehörigen. Sonneberg wird ihr in Ehren gedenken." - unterzeichnet von Heiko Voigt, Hauptamtlicher Beigeordneter der Stadt Sonneberg, und Jens-Uwe Blask (CDU), Vorsitzender des Stadtrates der Stadt Sonneberg.


Auf den Ruhestand gefreut

"Fassungslos" beschreibt Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan seine Gefühlslage. "Wir können es nicht glauben!" Noch letzte Woche hat Frank Rebhan Sibylle Abel persönlich am Geburtstag besucht und mit ihr über ihre Zukunftspläne gesprochen. "Sie freute sich auf ihren Ruhestand. Sie wollte vieles im Leben nachholen, was ihr in den vergangenen Jahren nicht möglich gewesen ist." Sibylle Abel habe die Stadt Sonneberg entscheidend geprägt. Rebhan spricht von einer "außergewöhnlichen Lebensleistung!"
"Wir haben gemeinsam viel bewegt und angepackt", bilanziert der Neustadter Oberbürgermeister und nennt explizit die Pläne für ein gemeinsames Puppenfestival, die jetzt umgesetzt werden sollten. In den vergangenen Jahren habe sich ein "belastbares Vertrauensverhältnis" aufgebaut, die Zusammenarbeit sei konstruktiv und erfolgreich gewesen.

 


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