Heldritt
Auftritt

So swingt der Coburger Marsch auf der Waldbühne Heldritt

Was passiert, wenn ein Jazz-Septett und ein Blasorchester gemeinsame Sache machen? Bei einer Matinee auf der Waldbühne Heldritt verblüffen "Joe Wulf und seine Gentlemen of Swing im Zusammenspiel mit dem Musikverein Beiersdorf.
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Der Musikverein Beiersdorf gestaltete gemeinsam mit "Joe Wulf und seinen Gentlemen von Swing" eine Matinee auf der Waldbühne Heldritt.Foto: Jochen Berger
Der Musikverein Beiersdorf gestaltete gemeinsam mit "Joe Wulf und seinen Gentlemen von Swing" eine Matinee auf der Waldbühne Heldritt.Foto: Jochen Berger
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Traditionen müssen nicht zum Ritual erstarren. Traditionen können vielmehr höchst lebendig sein. Die sonntägliche Matinee der "Coburger Sommeroperette" beweist es. Denn diese Matinee gehört seit vielen Jahren zu den unverzichtbaren Bestandteilen der "Sommeroperette" - und ist doch jedes Mal neu und für Überraschungen gut.



Nach diversen Huldigungs-Matineen an die Protagonisten der Operette von Stolz bis Kollo nun also: Bühne frei für die Begnung von New Orleans-Jazz und schwungvoller Blasmusik. "Joe Wulf und seine Gentlemen of Swing" teilen sich den sehr ausgedehnten Vormittag auf der Waldbühne Heldritt mit dem Musikverein Beiersdorf.
Diese zunächst vielleicht ein wenig ungewöhnlich anmutende Verbindung, die dem Coburger Publikum freilich schon im Herbst letzten Jahres ein umjubeltes Konzert im Kongresshaus bescherte, funktioniert auch auf der Waldbühne wunderbar kurzweilig.


Gershwin-Medley

Im ersten Teil demonstriert der Musikverein Beiersdorf abwechselnd unter der Leitung von Reinhard Kramer und von Dietmar Luther seine Vielseitigkeit und stilistische Aufgeschlossenheit. Vom Konzertmarsch bis zum anspruchsvollen symphonischen Gershwin-Medley, von Gilbert Bécaud bis zum flott servierten Potpourri aus Abba-Hits beeindruckt der Musikverein die Zuhörer durch seine Klangqualität wie durch sein lebendiges, sehr engagiertes Zusammenspiel.


Im zweiten Teil gehört die Bühne dann zunächst "Joe Wulf und seinen Gentlemen of Swing". Swing am Vormittag? "Wenn Musiker etwas hassen, dann ist es grelles Sonnenlicht", witzelt Bandleader und Posaunist Joe Wulf zwar. Doch sein Septett mit internationalem Einschlag begeistert das zahlreiche Publikum dann mit ausdauernder Musizierfreunde. Swing und New-Orleans-Jazz, Blues-Titel und Frank-Sinatra Hits ("All the way") - Vielerlei passt hinein in das Programm, das bunt, aber nicht beliebig wirkt, zumal Joe Wulf nicht nur ein virtuoser Posaunist und versierter Sänger mit samtweichem Bariton, sondern eben auch ein witziger und charmanter Moderator ist.


Publikum ist begeistert

Ganz am Schluss aber kommt das, worauf das Publikum sicher besonders neugierig gewartet hat - die klingende Begegnung von Musikverein und Swing-Septett. Das klappt - trotz knappster Probenzeit - verblüffend gut bei John Philipp Sousas "High School Cadetts" und beim unverwüstlichen "Fliegermarsch" von Herman Dostal.
Die Krönung dieses Heldritter Vormittags aber ist der "Coburger Marsch", den der Musikverein Beiersdorf im wohlvertrauten Originalklang anstimmt, bis Joe Wulf und sein Septett ihn ungeniert swingen lassen. Das Publikum jedenfalls ist begeistert.



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