Rödental

So spricht das Herz im Coburger Land

Die Pflege der Mundart-Kultur hat sich der Heimatverein Rödental auf die Fahnen geschrieben. Auch in diesem Jahr kamen wieder Kenner des Coburger Landes und seiner Bewohner in den Saal der Gaststätte "Sauerteig", um dort in ihrer eigenen Sprache unterhaltsame Geschichten zu erzählen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Peter Dressel Foto: Gabi Arnold
Peter Dressel Foto: Gabi Arnold
+6 Bilder
Ob "Hundskrüppel", "Krautspöpel" oder "Schäubela" - nur der älteren Generation sind viele Begriffe und Redewendungen der heimischen Mundart noch aus alten Zeiten vertraut. Der Heimatverein unter dem Vorsitz von Günther Ott hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass alte Traditionen nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb gibt es auch den Mundartabend, seit 50 Jahren inzwischen. Bei dieser Veranstaltung treten alteingesessene Rödentaler, aber auch Gäste aus dem Umkreis, auf die Bühne, lesen Geschichten und erzählen Anekdoten aus den vergangenen Zeiten. Natürlich im Dialekt.
Die Moderation des Abends übernahm Holger Tischer. Neben dem vertrauten Itzgründisch, erzählte er, brachten die Flüchtlinge aus Schlesien, Ost-oder Westpreußen oder Siebenbürgen ihre Mundart mit in die Region. Leider seien viele Dialekte mittlerweile ausgestorben.
"Nur bei den ganz Alten hat sich die Mundart noch erhalten," wusste Tischer.
Die Muttersprache sei aber ein Teil des Lebens und so widme sich der Heimatverein drei Stunden lang eben diesem Thema. Je später der Abend, umso mehr stieg die Stimmung im Saal des Gasthauses Sauerteig. Die Sonneberger Freunde grüßten, obwohl ja Ostern war, mit einer Weihnachtsgeschichte oder führten ins Landestheater.
Einer, der sich intensiv mit der Mundart beschäftigt, ist Hans-Joachim Lieb. Der ehemalige stellvertretende Landrat forscht seit über 30 Jahren, schreibt eigene Geschichten und Gedichte. Neben eigenen Texten gab er zwei Geschichten des verstorbenen Winfried Gehrlicher (den Rödentalern als "Gregg" bekannt) zum Besten. Da ging es in amüsanter Weise um "Männer-Themen" wie die Jagd, ums Bier und um Fußball.
Dietrich Schulz nahm die ausufernde Bürokratie auf die Schippe und erzählte von der Suche nach einer Phantom-Schafherde. Stimmung kam mit Harald Tischer in den Saal. Der Musiker griff zum Schifferklavier und sang alte Trinklieder. Sein Bruder Holger zeigte, dass er den österreichischen Dialekt perfekt beherrscht und kassierte dafür erfreute Lacher und viel Applaus obendrein.
In die eigenwillige Seele der Franken, die ja bekanntlich eine raue Schale haben, blickte Rudi Mechtold. "Wir halten zamm wie zwei Arschbacken" - dies sei schon eine große Liebesklärung hierzulande. Die Bläsergruppe des Musikvereins Rödental spielte im Rahmenprogramm zünftig auf und bereicherte damit das Programm.
Verwandte Artikel

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren