Seßlach
Spatenstich

Seßlacher Sonnenstrom made in Oberfranken

Mit dem Seßlacher Photovoltaikpark hat das IBC Solar aus Bad Staffelstein eine bundesweite Ausschreibung für Strom aus Sonnenenergie gewonnen.
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Während hinten schon die Bagger rollen, setzen den symbolischen Spaten stich: (von links) Oliver Partheymüller, Udo Möhrstedt, Gemeinde-Geschäftsleiter Bernd Vogt, Wolfgang Pfister, stellvertretender Landrat Christian Gunsenheimer und Thomas Engel.
Während hinten schon die Bagger rollen, setzen den symbolischen Spaten stich: (von links) Oliver Partheymüller, Udo Möhrstedt, Gemeinde-Geschäftsleiter Bernd Vogt, Wolfgang Pfister, stellvertretender Landrat Christian Gunsenheimer und Thomas Engel.
Made in Oberfranken - das ist für Oliver Partheymüller wahrlich nichts, über das man abschätzig lächeln sollte. "Erneuerbare Energien - das können wir in Oberfranken sehr gut", sagte der Projektleiter von IBC Solar (Bad Staffelstein), als gestern am Stadtrand der Spatenstich für eines der größten Photovoltaik-Projekte in der Region stattfand. IBC wird dort ab Herbst auf insgesamt rund 17 Hektar Fläche Strom aus Sonnenenergie produzieren.
Für die Stadt ein "gewaltiges Bauwerk" (sagte stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Pfister), für IBC nach Worten seines Gründers Udo Möhrstedt "eher alltäglich" ist der Freiflächen-Solarpark. Er ist aber auch ein Stück oberfränkische Erfolgsgeschichte.
Denn IBC hat es geschafft, mit dem Seßlacher Projekt eine der wenigen Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für "benachteiligte Gebiete" zu gewinnen und damit eine wirtschaftlich rentable Einspeisungsvergütung zu erhalten.


Gut,wenn man benachteiligt ist

Das Coburger Land, ein "benachteiligtes Gebiet"? Thomas Engel von der Regierung wusste, was hinter dieser Ausschreibung steckt: "Es geht um die Qualität der Ackerflächen - und da gilt Oberfranken als benachteiligt." Beeindruckt zeigte sich Engel vom Engagement der Firma IBC Solar. Von im vergangenen Jahr bundesweit ausgeschriebenen 70 Megawatt hat das 1982 gegründete Bad Staffelsteiner Unternehmen 20 Hektar ins Coburger Land geholt. Neben dem Seßlacher Solarpark wird schon bald in Birkig (Stadt Neustadt) eine ähnliche Anlage errichtet. "Dieser Erfolg ist aller Ehren wert", sagte Engel.
So recht begeistert von der Art und Weise wie die Photovoltaik-Produktionskapazitäten nach einer Gesetzesänderung inzwischen ausgeschrieben werden, zeigte sich Udo Möhrstedt aber nicht. Die Tatsache, dass von im vergangenen Jahr bundesweit 900 ausgeschriebenen Megawatt bislang nur 104 Megawatt gebaut sind, habe ihren Grund, sagte der IBC-Vorstandsvorsitzende: "Das Verfahren ist wahnsinnig bürokratisch."
Möhrstedt verwies zudem auf die technischen Fortschritte, die die Photovoltaik in den vergangenen Jahren gemacht habe. Inzwischen sei es möglich, aus Sonnenenergie Strom zu "mindestens so guten Preisen wie beim Wind" zu produzieren. In Seßlach sind es etwa 7,1 Cent pro Kilowattstunde, was allerdings auch an der Lage liegt: der Photovoltaik-Park befindet sich in direkter Nachbarschaft eines Umspannwerkes der Coburger SÜC. Das reduziert die sonst enorm hohen Anschlusskosten. Oliver Partheymüller verwies zudem auf eine weitere Besonderheit der Seßlacher Anlage: Dass diese fast zur Hälfte auf der Fläche einer ehemaligen Erddeponie liegt, ist nach Einschätzung des Projektleiters "bundesweit einmalig".
Erfreulich für die Stadt Seßlach: IBC Solar wird schon im ersten Jahr der Stromerzeugung eine Gewerbesteuervorausschüttung ans Rathaus überweisen. "Das nennt man regionale Wertschöpfung", sagte Oliver Partheymüller ein bisschen stolz.

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