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Seßlach
Altstadtfest

Seßlach feiert und alle kommen - trotz Regen

Der Bieranstich beim 30. Seßlacher Altstadtfest zog trotz Regens am Wochenende wieder viele Besucher an. Auch die Teilnehmer des Umzugs trotzten dem Wetter. Der Bürgermeister darf sich jetzt "Altstadtritter" nennen.
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Geschützt vor den Regenmassen stellten sich die Teilnehmer des Festumzugs im Geyersberger Torbogen auf.  Fotos: Bettina Knauth
Geschützt vor den Regenmassen stellten sich die Teilnehmer des Festumzugs im Geyersberger Torbogen auf. Fotos: Bettina Knauth
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Der Regenschirm gehörte am Wochenende zur festen Ausstattung der Besucher des Seßlacher Altstadtfestes. Selbst die rund 50 Teilnehmer des Festumzugs, der zur 30. Auflage dem historischen Bieranstich vorausging, konnten auf Schirm oder eine schützende Kopfbedeckung nicht verzichten. Die Seßlacher Bürgerwehr, Landfrauen, Stadtführer und Ritter Heinrich, die Kaufmannschaft aus Bad Staffelstein, Landsknechte aus Merchingen, Mönche vom Georgenberg sowie Ritter und Knappe auf Schwebheim boten trotz des trüben Himmels ein buntes Bild.
Nachdem Bürgermeister Martin Mittag (CSU) den Umzug angeführt hatte, schlug er nach diesem "Umweg" zum Festplatz mit drei Schlägen das erste Bierfass an. In seiner kurzen Ansprache ließ das Stadtoberhaupt Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren.
Dabei durften das durch einen Autofahrer zerstörte Hattersdorfer Tor, die Aufregung um die Seßlacher Störche und die Verleihung der Bayerischen Denkmalschutzmedaille an das Ehepaar Peter und Manuela Hofmann nicht fehlen.
Kurz darauf war Mittag um einen Titel reicher: "Ritter Heinrich zu Geyersberg ob Seßlach" alias Heinz Winkelmann, der vor drei Jahrzehnten die Idee zum Altstadtfest hatte und damals erstmals in die Rüstung schlüpfte, schlug den Bürgermeister zum "1. Seßlacher Altstadtfestritter nach neuester Zeitrechnung". Zu Ritter und Stutzen kam der Storch hinzu, den Winkelmann dem Rathauschef überreichte, in der Hoffnung, dass Mittag "in Seßlach für Nachwuchs sorgen" werde.
Wo am Samstag noch reger Betrieb beim traditionellen Flohmarkt und abends beim Festbetrieb zwischen Pörtnerhof in der Luitpoldstraße und den Gaststätten Roter Ochse und Reinwand am Maximiliansplatz herrschte, rückten die Altstadtfest-Fans nach dem Bieranstich unter den Schirmen und Partyzelten zusammen.
Mitten unter ihnen: die Kaufmannschaft aus Bad Staffelstein. Seit Jahren bereichern sie mit ihren historischen Kostümen, die von Petra Pede genäht werden, das Bild am Sonntagmorgen. Ebenso wie die Mönche vom Georgenberg beteiligten sich die Gäste aus der Kurstadt am Umzug. Pede bedauerte, dass dieser wegen des Wetters ohne Musik stattfand. "Das war eher ein Trauermarsch", meinte sie.
Für die Coburgerin Helga Göhrig gehört der Besuch des Altstadtfestes fest zum Jahresprogramm. Sie nutzt mit ihrem Mann Peter den Vorteil, sich für die beiden Festtage bei Tochter Tanja in Seßlach einquartieren zu können.
Der Dortmunder Frank Skaletz und seine Frau mussten ein Jahr ihren Besuch absagen, weil sie keine Unterkunft mehr bekamen. Heuer hat es erneut geklappt und beide schwärmen von Seßlach, von der "urgemütlichen Atmosphäre und den freundlichen Leuten". Dafür fehlten prominente Stammgäste des Bieranstichs am Sonntag. Landrat Michael Busch, bisher in jedem Jahr dabei, hatte sich nach Angaben von Mittag kurzfristig aus familiären Gründen entschuldigt.
Manch Aussteller gehört ebenfalls zu den Stammgästen. "Wir sind fast schon Seßlacher", meinte Korb- und Flechtmeister Stefan Rippstein aus Sand am Main, der mit seinem Stand auf fast jedem der 30 Altstadtfeste vertreten war. "Guter Regen ist ein Segen", kommentierte Rippstein ohne Groll.
Den Schützen und Landsknechten setzten die Wassermassen ebenfalls zu. Immerhin konnten die Böllerschützen auf der alten Rodachbrücke wie gewohnt den Bieranstich ankündigen. Als Gäste verstärkten die Steigerwaldschützen (Ebrach) die einheimischen Teilnehmer. Das Schießen beim Lagerleben musste hingegen ausfallen. "Schwarzpulver und Regen sind doof", meinte Lutz Maslowsky lapidar.
"Das Bier zog uns her", antwortete der Angehörige des Landsknechthaufens zu Merchingen (Baden-Württemberg) auf die Frage, was ihn zum ersten Mal ins Coburger Land gebracht habe. Nach einem kräftigen Probeschluck im Seßlacher Kommunbrauhaus sah das Wetter für die Gäste gleich freundlicher aus. "Wir sind hart im Nehmen", kommentierte sein Kumpel Hans Reitzammer. Er findet die Seßlacher Altstadt "super".
Auch wenn die Wassermassen, die kurz nach Umzug und Bieranstich am Sonntag auf das lange regenlose Seßlach einprasselten, so manchem Beteiligten die Stimmung trübten und die Besucherzahlen sicherlich hinter den Erwartungen zurückblieben, beeinträchtigt dies die Faszination des nun 30-jährigen Altstadtfests nicht. Gerade für die auswärtigen Gäste steht, wie für den Dortmunder Frank Skaletz, bereits fest: "Wir kommen nächstes Jahr wieder, die Zimmer sind bereits gebucht." Seine Frau Petra fügt hinzu: "Wer einmal hier war, hat sich verliebt."


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