Coburg
Aufbau

Schwergewichte aus dem Depot

Für die neue Dauerausstellung "Das Naturerbe der Welt" holt das Naturkunde-Museum selten gezeigte Exponate aus dem Dornröschenschlaf. Im zweiten Stock des Altbaus dreht sich nun alles um die Fauna der außereuropäischen Kontinente.
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Schweißtreibende Arbeit: Die Tierpräparate wie dieser Löwe werden aus dem Depot in den Ausstellungssaal transportiert. Foto: Naturkundemuseum
Schweißtreibende Arbeit: Die Tierpräparate wie dieser Löwe werden aus dem Depot in den Ausstellungssaal transportiert. Foto: Naturkundemuseum
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Über 800 präparierte Wirbeltiere und Tausende Vögel lagern im Depot des Coburger Naturkunde-Museums. Viele der Stücke wurden bisher selten gezeigt und seien dem Publikum deshalb kaum bekannt, sagt Museumsleiter Carsten Ritzau. Einige besonders eindrucksvolle Präparate holt das Museum jetzt aus dem Dornröschenschlaf im Keller - für die neue Dauerausstellung "Das Naturerbe der Welt", die am Sonntag, 5. Juli, um 10.30 Uhr eröffnet wird.

Hier, im großen Saal im zweiten Stock des Altbaus, werden Säugetiere und Vögel von allen außereuropäischen Kontinenten gezeigt. "Eine Art Reise durch die Welt", erläutert Carsten Ritzau beim Rundgang. "Die Artenvielfalt ist überall auf dem Rückzug." Deshalb bemühe sich das Naturkunde-Museum, das Bewusstsein der Menschen für die weltweite Bedrohung der Naturlandschaften zu schärfen. Schließlich sei deren Erhalt auch für das weitere Leben auf der Erde von entscheidender Bedeutung. Jeden Tag gingen der Erde 70 Tier- und Pflanzenarten verloren. "Deshalb müssen wir immer wieder darauf aufmerksam machen, dass die Artenvielfalt eine große Schatzkammer ist."

Für die Gestaltung der Dauerausstellung im "schönsten Raum des Museums", wie Ritzau findet, sei Fingerspitzengefühl gefragt gewesen. Deshalb wurde extra ein Profi engagiert: Innenarchitekt Harry Vetter aus Stuttgart realisiert seit 1994 Ausstellungsprojekte und betreut als Professor an der Hochschule Düsseldorf das Lehrgebiet Ausstellungsarchitektur. Die Exponate sind nun zum Schutz vor Staub und Berührung jeweils in sonderangefertigten Vitrinen untergebracht. Hinter ihnen wurden über Rahmenkonstruktionen, die von innen mit LED-Lichtbändern beleuchtet sind, riesige Fotoplanen gespannt. Sie zeigen - als verbindendes Element - Impressionen des jeweiligen Kontinents, auf dem die ausgestellten Tiere zu Hause sind.

Wildesel ist der "Star"

Bei den Exponaten, die die Mitarbeiter des Museums aus dem Depot in den zweiten Stock wuchteten, sind echte Schwergewichte dabei: Der Bison aus Nordamerika zum Beispiel, der Löwe aus Afrika oder der Somali-Wildesel (Ritzau: "Für mich der Star der Ausstellung"). Fast alle Stücke sind sogenannte Dermoplastiken, bei denen das Originalfell des Tieres auf ein Kunststoffmodell aufgezogen und vernäht wird. Die Tiere wiederum kämen meist aus Zoos oder Zirkussen, wo sie eines natürlichen Todes gestorben seien. Richtig schwer machte es den Mitarbeitern übrigens der Ellipsen-Wasserbock, eine Antilopenart aus Afrika, wie der Museumsleiter erzählt. "Der ist noch mit Gips ausgegossen."

Mit der Naturerbe-Ausstellung im Altbau seien die Dauerausstellungen des Museums nun auch wieder komplett, berichtet Ritzau, der 2012 die Leitung übernahm. In den 1990er Jahren wurde das Naturkunde-Museum um seinen modernen Anbau erweitert. Der Altbau wurde in den Zustand von 1914 zurückgebaut. Während der Renovierungsarbeiten mussten alle Ausstellungen aufgelöst und konnten erst nach und nach wieder eingerichtet werden.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 5. Juli, um 10.30 Uhr eröffnet. Für das Publikum ist sie ab 12 Uhr zugänglich und dann täglich von 9 bis 17 Uhr im zweiten Obergeschoss.

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