Hassenberg

Schüsse und Blut in Hassenberg waren nur Übung

Einen ganzen Tag lag waren die Helfer verschiedener Dienste im Steinachtal im Übungseinsatz.
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Das Szenario war realitätsnah aufgebaut. Fotos: Klaus Oelzner
Das Szenario war realitätsnah aufgebaut. Fotos: Klaus Oelzner
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Bei einer ganztägigen Serie von Einsatzübungen im Steinachtal hatten verschiedene Hilfsorganisationen die Gelegenheit, gemeinsam ihren hohen Ausbildungsstand unter Beweis zu stellen. Voll des Lobes war bei der Abschlussbesprechung der Landtagsabgeordnete Jürgen W. Heike (CSU). "Euer Einsatz ist keine Selbstverständlichkeit", lobte Heike. Die Übung war für Heike auf jeden Fall ein Anreiz für ehrenamtliche Mitarbeit bei der Feuerwehr und im Roten Kreuz.
Als "Haar in der Suppe" kristallisierte sich bei der Einsatznachbesprechung der Führungskräfte die (immer noch) ungenügende Erreichbarkeit im Übungsgebiet heraus. "Schon vor mehr als fünf Jahren", sagte Heike, "ist über die Verbesserung der Funkalarmierung diskutiert worden." Besonders in den Bereichen Hassenberg, Gestungshausen und Mitwitz gebe es immer wieder Probleme.
"Obwohl Kommunikation im Einsatz das A und O ist, sagte Markus Reißenberger.
Der geordnete Übungsablauf war deshalb in erster Linie durch Kommunikation über private Handys möglich. Jetzt liegen die Hoffnungen in der Einführung des geplanten Digitalfunks, dessen flächendeckender Einsatz allerdings mit hohen finanziellen Aufwendungen verbunden ist - und terminlich immer noch nicht endgültig absehbar ist. Bis dahin jedenfalls, da war man sich unter den Führungskräften einig, werde Christian Hempfling (BRK Hassenberg) als Melder auf dem Dienstmotorrad mit Sicherheit nicht überflüssig sein.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag

Schlag auf Schlag ging es bei der Übung, die von der BRK-Bereitschaft und Markus Reißenberger entworfen wurde. In Einsatz waren ehrenamtliche Helfer aus den drei benachbarten Landkreisen Coburg und Kronach. Die Herausforderungen reichten vom inszenierten Kleinbrand mit Menschenrettung nach einem Verkehrsunfall über die Suche nach vermissten Personen bis zur Brandbekämpfung nach einer Explosion. Die längste Anfahrtsstrecke mussten die Helfer zum angenommenen Betriebsunfall in Schneckenlohe zurückzulegen. Dort erreichte die Helferschar der nächste Marschbefehl: "Abgetrenntes Gliedmaß im Sägewerk Hof an der Steinach!" Eile war geboten! Neuland betraten die Helfer bei der Behandlung von Schussverletzungen. Unter Führung von Bereitschaftsarzt Reinhard Tschirge ging es zu einem Sportschützen, der sich im Schützenhaus diese Verletzung zugezogen hatte. Die Rettungshundestaffel Ebersdorf war mit "Sky", "Enya" und "Kira" im unwegsamen Wald am Hassenberger Berg unterwegs, um zwei, seit mehr als 24 Stunden vermisste Bürger, aufzuspüren. Diese Übungsteil war ebenso von Erfolg gekrönt wie ein Einsatz Wasserwacht entlang der Steinach.
Dem publikumswirksamsten Übungsteil verfolgten zahlreiche Einwohner an der Staatsstraße Mitwitz-Wörlsdorf. Beim Eintreffen der Feuerwehr Mitwitz, der "Helfer vor Ort" und der Sanitäter rauchten die Trümmer des verunfallten Pkw noch. Statt der gemeldeten zwei eingeklemmten Personen mussten die überraschten Helfer allerdings gleich fünf Verletzte bergen und behandeln! Die geschminkten Kinder aus dem verunglückten Auto erlebten zur Belohnung eine Fahrt im Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn.

Das war eine Superleistung

Auch wenn der Einsatz "nur" als Großübung galt: Im Ernstfall hätten sich Feuerwehrleute und Sanitätshelfer ebenso besonnen um in Not geratene Mitbürger sowie Sicherung von Sachwerten und Gefahrenabwehr eingesetzt. Davon zeigte sich Rolf Heß (Landesfachdienstführer Technik und Sicherheit im Bayerischen Roten Kreuz) überzeugt. Den etwa je 40 Feuerwehr-Aktiven sowie Sanitätern aus Unter-/Mittelwasungen, Mitwitz, Schneckenlohe, Hassenberg und Wörlsdorf sprach er uneingeschränktes Lob aus: "Das war eine Superleistung."

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