Neustadt bei Coburg
Kriminalstück

Schüler des Neustadter Gymnasiums spielten exzentrisches Theater

In eine Art chaotisches Theater verwandelte sich die Pausenhalle der Schule. Schüler des Projektseminars "Dramatisches Gestalten" ließen ihrer Fantasie viel freien Lauf.
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Als Willy Wonka konnte Serkan Yetiskin völlig überzeugen. Foto: Martin Rebhan
Als Willy Wonka konnte Serkan Yetiskin völlig überzeugen. Foto: Martin Rebhan
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Indiana Jones traf auf "Das Sams", Sherlock Holmes warf mehrere Augen auf Alice Kingsleigh (besser bekannt als Alice im Wunderland), Heidi aus den Bergen warf sich Harry Potter an den Hals. Und das alles an einem Abend. Was für Außenstehende wie ein Produkt geistiger Fehlschaltungen wirkte, war für 16 Schüler des so genannten P-Seminars (Projektseminars zur Studien und Berufsorientierung) "Dramatisches Gestalten" am Arnold-Gymnasium zumindest für einen Abend durchaus greifbar.

Sie hatten sich vor einem Jahr die Aufgabe gestellt, ein Bühnenstück selbst zu kreieren. Die angehenden Abiturienten aus der Klasse Q12 bewiesen nicht nur Willenskraft, sondern auch eine gehörige Portion Fantasie und künstlerisches Weitsicht.

Zunächst galt es, die Grundzüge einer Geschichte festzulegen. Pate stand hierbei der Kinderbuchklassiker von Roald Dahl "Charlie und die Schokoladenfabrik". Das war es dann auch schon.


Heiteres Aufeinandertreffen mit tödlichen Folgen

Die Protagonisten griffen nun selbst zur Feder und erweckten in dem Stück literarische Figuren wie Peter Pan, die Barbies, "Das Sams", Indiana Jones, Heid, Pippi Langstrumpf, Harry Potter, Alice Kingsleigh und Sherlock Holmes zu einem heiteren Aufeinandertreffen mit tödlicher Folge. Die Geschichte des Stückes "Pimp my Play oder Alles nur geklaut", ist relativ schnell erzählt und beschäftigt sich anscheinend nur mit der Frage "Wer ist der Mörder?". Der exzentrische Schokoladenfabrikbesitzer Willy Wonka sucht einen Nachfolger. Sechs Gäste kommen in sein Reich. Vier von ihnen finden einen gewaltsamen Tod. Scotland Yard schickt seine "besten Männer": Sherlock Holmes und Indiana Jones. Dabei schlägt das Stück einen dramaturgischen Salto und bietet so manche Überrschung. Und der Mörder war nicht etwa der Gärtner, sondern Sherlock Holmes und die drei "Barbies", Willy Wonkas hübsche Assistentinnen.

Den Autoren war nicht nur daran gelegen, ein humoristisches Kriminalstück mit viel Musik entstehen zu lassen, sondern auch eine nicht auf den ersten Blick erkennbare Botschaft geschickt zu verpacken. Die Besucher der Schokoladenfabrik verkörperten nichts anders als die sieben Todsünden: Stolz (Harry Potter), Habsucht (Alice), Zorn (Pippi Langstrumpf), Unmäßigkeit (Das Sams), Neid und Unkeuschheit (Heidi) sowie Trägheit (Peter Pan).
Wichtig war es für die Seminarleiterin, Studiendirektorin Monika Stamm, dass die Schüler Rollen auswählten, in denen sie authentisch wirkten. Dass das Experiment glückte, stellten die Akteure am vergangenen Freitag unter Beweis, als sich die Pausenhalle der Schule in ein Odeon verwandelte. Schnell waren die Eintrittskarten vergriffen.

Monika Stamm stellte fest, dass die Schüler sehr viel Herzblut in das Werk steckten, das von der ersten Idee bis zur Bühnenreife doch über ein Jahr intensive Vorbereitung in Anspruch nahm. Das viel beklatsche Theaterstück füllten mit Leben: Serkan Yetiskin, Penelope Kempf, Franziska Faber Katharina Kluger, Noah Kiesewetter, Oliver Anders, Linda Heymann,, Judith Förster, Julika Lehnert, Julian Müller, Jana Forkel, Laura Jäckisch, Magdalena Ruppert, Maximilian Brüschke, Josephine Böger und Florian Jäckel. Einen besonderen Dank sprach die Seminarleiterin an Jonas Heß (9. Klasse) aus, der für die Technik verantwortlich war.

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