Coburg
1. Volleyball-Bundesliga

"Schmiede-Feuer" glimmt noch

Doch für die VSG Coburg/Grub bleibt nur ein Funke Hoffnung auf einen Neubeginn in der 2. Bundesliga. Das letzte Spiel in Berlin verfolgten 3712 Zuschauer.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Spieler der VSG Coburg/Grub wehrten während der Saison und auch am Samstag bei der 0:3-Niederlage in Berlin zahlreiche Schmetterschläge ab, doch gegen den Abzug von insgesamt neun Punkten waren letztlich auch die tapferen "Schmiede" machtlos. Foto: CT-Archiv/Albert Höchstädter
Die Spieler der VSG Coburg/Grub wehrten während der Saison und auch am Samstag bei der 0:3-Niederlage in Berlin zahlreiche Schmetterschläge ab, doch gegen den Abzug von insgesamt neun Punkten waren letztlich auch die tapferen "Schmiede" machtlos. Foto: CT-Archiv/Albert Höchstädter
Knapp 40 Fans der "Schmiede" machten sich am Samstag auf den Weg in die Hauptstadt um der Mannschaft die "letzte Ehre" zu erweisen. Nach einem weiteren Sechs-Punkte-Abzug der VBL (dazu auch extra Infobox) rutschte die Mannschaft bereits vor der Partie auf den Abstiegsplatz ab und damit war der Ausgang des Spiels fast Nebensache.
Trainer Itamar Stein überraschte die mitgereisten Fans mit einer neuen Startformation, denn diesmal begann Wojciech Kwiecien als Zuspieler und Tom Weber ersetzte Leonhard Tille als Libero. Trotz der Hiobsbotschaft am Vormittag ging das Team mit einer professionellen Einstellung ins Spiel und wollte allen beweisen, dass man sportlich zu recht auf einem Platz im Mittelfeld stand.
Ohne die neun abgezogenen Punkte hätte man in der Abschlusstabelle den 8. Tabellenplatz belegt und wäre mit Heimrecht in die Pre-Playoff-Spiele gestartet.
Auf dem Feld schafften es Kapitän Noah Baxböhler & Co. nur phasenweise dem Starensemble aus der Hauptstadt Paroli zu bieten. Zu viele Fehler im Angriff und vor allem im Aufschlag nutzen die Berliner in der mit 3712 Besucher gut gefüllten Max-Schmeling-Halle aus um sich am Ende klar in drei Sätzen durchzusetzen.


BR Volleys gegen
VSG Coburg/Grub 3:0

Zu Beginn des Spiels merkte man, dass die Coburger Volleyballer ihre Nervosität im Berliner Volleyballtempel nicht ganz ablegen konnten. Der Hausherr setzten sich mit druckvollen Angriffen gleich ab. Der sechsfache Deutsche Meister baute seinen Vorsprung auf acht Punkte aus.
Der eingewechselte Lukas Schattenberg bremste den Lauf der Berliner zwar durch ein Aufschlag-Ass, aber die ungenaue Annahme verhinderte einen variablen Spielaufbau, sodass der Berliner Block den Angreifern der VSG meist wie eine Mauer im Wege stand. Lubos Kostolani glänzte mit Einzelaktionen. Auf den deutlichen Satzverlust hatte dies aber keine Auswirkung.
Im zweiten Durchgang brachte Stein Katzenelson für Kwiecien im Zuspiel. Zu viele Aufschlagfehler auf Seiten der VSG verhinderten, dass man die Berliner in dieser Phase abschüttelte. Eine kleine Schwächephase nach reichte aus, um die Kräfteverhältnisse wiederherzustellen.
Die Angriffe der Schmiede waren zu unentschlossen und der Gegenangriff der Berliner fand nach Belieben den Weg ins Coburger Spielfeld. Der 9. Aufschlagfehler der VSG beschert Berlin symptomatisch den 2. Satz.


Die treuen "Hephaistos"

Das eine Prozent an "grünen Fans" in der Halle wollten aber die Niederlage noch nicht akzeptieren. Zu oft haben die "Schmiede" in dieser Saison ihr Kämpferherz entdeckt und selbst in hoffnungsloser Lage die Spiele noch gedreht.
Die Anhänger des mitgereisten Fanclubs "Hephaistos" mobilisierten noch einmal all ihre Kräfte. Diese schien sich auch auf die Mannschaft zu übertragen, die sich jetzt aufbäumte und bis zur Mitte des dritten Satzes den Anschluss hielt. Ein kurzer Zwischenspurt der Berliner reichte aber aus, um die Gäste aus Coburg endgültig abzuschütteln.
Der Europacup-Teilnehmer aus der Hauptstadt war abgebrüht genug, um nach 70 Minuten den ersten Matchball zu verwandeln.

Dehler: "Grün ist die Farbe der Hoffnung"

Die Coburger Volleyballer verabschiedeten sich erhobenen Hauptes aus der 1. Liga und bekamen in Berlin noch einmal Standing Ovation von ihren treuen Fans.
Wie bereits nach dem letzten Heimspiel am Mittwoch war es ein tränenreicher Abschied mit vielen Emotionen sowohl auf Seiten der Fans, als auch bei den Trainern und Spielern. Zu gern hätte man die Reise mit dem jungen, sympathischen Team in der 1. Liga fortgesetzt und die sportliche Entwicklung der Spieler weiter gefördert.
Itamar Stein hat als Trainerdebütant gezeigt, dass er Spieler zu einer Einheit formen kann und jungen Spieler Selbstvertrauen gibt, dass sie sich sogar gegen die Großen der Liga behaupten können und zum Teil sogar ebenbürtig waren.


Dank an alle Beteiligten

Team-Manager Michael Dehler nahm noch einmal Stellung:
"Wir sagen Danke an Volker Pohl und Itamar Stein und dem restlichen Trainer- und Physioteam, die in dieser Saison eine herausragende Arbeit geleistet haben. Danke an die Spieler, die uns viele schöne Momente geschenkt haben und sich bis zum Ende professionell verhalten haben. Danke an die zahlreichen Helfer, die an den Heimspielen für einen reibungslosen Verlauf sorgten.
Danke an die treuen Sponsoren, die seit Jahren das Bundesligaprojekt ermöglichen und vor allem Danke an unsere einzigartigen Fans, die Feuer und Flamme für die VSG sind und sich nichts sehnlicher wünschen, als dass es mit Spitzenvolleyball in Coburg weitergeht.
Wir werden weiter für Euch kämpfen und versuchen das Feuer in der Schmiede wieder zu entfachen, denn Grün ist die Farbe der Hoffnung und diese stirbt sprichwörtlich zuletzt".

VBL zieht weitere sechs Punkte ab

Der Lizenzierungsausschuss der Volleyball Bundesliga hat das Erstligateam der VSG Coburg/Grub gemäß Ziffer 3.8.2 Lizenzstatut mit einem Abzug von weiteren sechs Punkten bestraft. Damit steht das Team als sportlicher Absteiger fest.

"Die Wirtschaftlichkeit der VSG Coburg/Grub konnte nicht lückenlos bis zum Ende der Saison nachgewiesen werden. Deshalb hatten wir bis zum 4. März unter anderem Nachweise darüber gefordert, wie die Budgetlücke geschlossen werden kann", erklärt Jan Sienicki vom Lizenzierungsausschusses.

Nachdem die nicht fristgerecht bei der VBL vorlagen, sprach der Lizenzierungsausschuss eine Geldstrafe sowie einen Abzug von drei Punkten aus.
"Außerdem wurde der VSG eine Nachfrist bis zum 11. März 2016 eingeräumt. Die Nachweise wurden aber auch innerhalb der Nachfrist nicht erbracht", fährt Sienicki fort.

Kein Einspruch
Die VSG Coburg/Grub hat die Sanktionierung akzeptiert und keinen Einspruch eingelegt. Damit ist die Entscheidung rechtskräftig. ct



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren