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Coburg
1. HANDBALL-BUNDESLIGA

Schlusslicht HSC Coburg fällt weiter zurück

Torwart Patryk Foluszny feiert bei der ernüchternden 27:31-Niederlage einen guten Einstand. Göppingen benötigte Routine und Coburger Fehler zum Sieg.
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Die Spieler des HSC 2000 Coburg und Trainer Jan Gorr verließen auch in Göppingen mit hängenden Köpfen die Platte. Fotos: Iris Bilek
Die Spieler des HSC 2000 Coburg und Trainer Jan Gorr verließen auch in Göppingen mit hängenden Köpfen die Platte. Fotos: Iris Bilek
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Erneut war der HSC 2000 Coburg mit einem etablierten Bundesligisten über eine lange Distanz auf Augenhöhe, schnupperte für 20 Minuten sogar an einer großen Überraschung. Das Ende war wie so oft in den letzten Wochen: Mit zu vielen Fehlern brachten die Coburger den amtierenden EHF-Pokalsieger nach eigener 18:15-Führung zurück ins Spiel und verlor am Ende wieder deutlich.
Hinzu kam in dieser Phase eine längere doppelte Unterzahl und plötzlich war FRISCH AUF Göppingen wieder da. "Unsere Abwehrstärke in Verbindung mit dem Torwart fehlte uns nach der Pause und Göppingen hat dann weniger Fehler gemacht als wir", analysierte HSC-Coach Jan Gorr nach der Partie.

"Schade, dass sich mein Team für ein gutes Spiel nicht belohnt hat."
Der letztjährige Tabellensechste aus Göppingen wackelte dann zwar noch einmal kurz, schaffte aber mit dem am Ende verdienten 31:27-Sieg den Anschluss ans Tabellenmittelfeld.
Die Coburger bleiben Schlusslicht und verlieren so langsam den Kontakt, weil der TSV GWD Minden zu einem sensationellen 34:24-Erfolg gegen den SC Magdeburg kam und HBW Balingen-Weilstetten den Bergischen HC 27:23 gschlug. Ein Heimsieg der Coburger über Balingen am kommenden Sonntag ist somit Pflicht.
Der Start in die Partie verlief alles andere als verheißungsvoll, denn erst nach acht Minuten endete erstmals ein Angriff der Göppinger nicht mit einem Tor (6:3). Viel zu einfach wurde es ihnen in der Coburger Abwehr gemacht und auch Oliver Krechel hatte mit insgesamt nur zwei parierten Bällen einen schwachen Tag erwischt.

Logische Konsequenz war nach zwölf Minuten beim Stand von 10:6 der Wechsel auf "Newcomer" Patryk Foluszny. Jan Kulhanek hatte sich im Training eine Muskelverletzung an der Leiste zugezogen. Die Dauer der Verletzung ist noch offen.
An seinem Vertreter und dessen Paraden zog sich das Team hoch. Jetzt war der HSC in der Partie und verwundert rieben sich die Fans die Augen, was die Coburger plötzlich auf die Platte brachten. Die Coburger waren im Vergleich zu den ersten Minuten nicht wiederzuerkennen. Die Abwehr stand nun deutlich besser und vorne hatten Billek, Büdel und Co. den Respekt vor dem amtierenden EHF-Pokalsieger längst abgelegt. Büdel zog geschickt die Fäden.
Nach dem 12:14 bremste eine doppelte Zeitstrafe die HSCler kurz aus, trotzdem gingen sie mit Zwei-Toren-Vorsprung in die Kabine, was einen FA-Fan so richtig in Rage brachte: "Wenn Euer Taktikfuchs Jan Gorr jetzt alles richtig macht, geht ihr als Sieger aus der Halle."
Doch das

gelang nicht. Foluszny parierte nur noch kurze Zeit gut und Billek konnte mit nur noch einem Treffer nicht an seine sieben Tore vor der Pause anknüpfen. Zudem traf der HSC bei Bastian Rutschmann, der nach der Pause das gegnerische Tor hütete, auf energischeren Widerstand.
Steffen Coßbau, derzeit unter den besten zehn Werfern der Liga, erzielte trotzdem das 14:17. Doch eine diskutable, doppelte Zeitstrafe inklusive roter Karte gegen Markus Hagelin brachte den HSC aus dem Tritt, Göppingen beim 21:20 (43.) erstmals wieder in Front. Dieses Tor war allerdings von einer sehenswerten Art, denn Niklas Barud traf per Rückhand vorbei an einem nun wieder das HSC-Tor hütenden Oliver Krechel.
Jetzt kippte die Partie. Coburg vergab zu viele Möglichkeiten, vertändelte einige Bälle.

"Wir sind ein bisschen an unseren eigenen Unaufmerksamkeiten gescheitert, leider geht das Woche für Woche so", konstatierte Steffen Coßbau nach der Partie. Da nützte es auch nichts, dass der Abwehrchef des Gegners nur wenig später nach Hagelin ebenfalls nach seiner dritten Zeitstrafe "rot" sah.
Drei Paraden in Serie von Rutschmann brachten Göppingen auf die Siegerstraße. Coburg wehrte sich mit allen Kräften, Gorr probierte es sechs Minuten vor dem Abpfiff noch einmal mit Foluszny im Tor, aber abgeklärt ließen sich die Gastgeber nun nicht mehr beirren.
Das musste auch Coburgs Spielgestalter Nico Büdel anerkennen: "Uns hat in der Schlussphase der letzte Schritt in der Abwehr gefehlt und die Unterstützung des Torwarts. Vorne haben wir ein, zwei Bälle liegen lassen, gute Chancen nicht verwertet, einfach ein paar Fehler zu viel gemacht.

Im Gegenzug dazu hat Göppingen alles verwandelt und so mancher Ball kullerte gerade noch so ins Tor."
Eine kurze, aber treffende Analyse einer Partie, in der für den HSC mehr möglich war.
 


Die Statistik

Frisch Auf Göppingen gegen HSC 2000 Coburg 31:27 (14:16) FRISCH AUF Göppingen: Primoz Prost, Bastian Rutschmann; Manuel Späth (1), Niclas Barud (3), Zarko Sesum (4), Daniel Fontaine (4), Lars Kaufmann (3), Andreas Berg (1), Marcel Schiller (2), Adrian Pfahl (5), Marco Rentschler (4), Jens Schöngarth, Antom Halen (4). - Trainer: Magnus Andersson.

HSC 2000 Coburg: Patryk Foluszny / Oliver Krechel - Philipp Barsties, Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Dominic Kelm, Sebastian Weber (1), Stefan Lex (2), Steffen Coßbau (7/5), Florian Billek (8), Till Riehn, Nico Büdel (6), Adnan

Harmandic, Romas Kirveliavicius (3). - Trainer: Jan Gorr.
SR: Peter Behrens / Marc Fasthoff. - Zuschauer: 4400 in der EWS Arena.
Strafminuten: 10 (Späth 6, Sesum, Fontaine) - 14 (Kelm, Hagelin 6, Coßbau 4, Kirveliavicius).
Rote Karten: Späth (42.) / Hagelin (38.). - Siebenmeter: 3/4 (Halen scheitert an Krechel) - 5/5. - Beste Spieler: Pfahl, Sesum / Fuluszny, Billek, Büdel.

Spielfilm: 4:0 (4.), 5:3 (7.), 8:4 (10.), 10:6 (12.), 10:9 (16.), 11:9 (17.), 11:12 (21.), 12:14 (27.), 14:14 (28.), 14:16 (HZ), 14:17 (32.), 15:18 (35.), 19:19 (39.), 19:20 (41.), 22:20 (44.), 23:23 (48.), 24:24 (50.), 27:24 (52.), 29:25 (55.), 31:27.
 


Stimmen zum Spiel

HSC-Trainer Jan Gorr: "Wir sind nicht gut in die Partie gestartet, aber das wurde dann zusehends besser. Wir haben Göppingen Druck gemacht, zu Fehlern verleitet und die gut ausgenutzt. Wir fühlen uns heute deswegen unter Wert geschlagen. Für unser Spiel haben wir sehr viel aus unseren Möglichkeiten gemacht und Göppingen lange Zeit in arge Bedrängnis gebracht."

FRISCH AUF-Trainer Magnus Andersson: "Wir haben in einem richtig schweren Spiel zwei Punkte gemacht. Nach der 10:6-Führung wurden wir unerklärlich unruhig, was zu vielen Fehlwürfen, technischen Fehlern und Kontern geführt hat. Das wurde nach der Pause besser, Bastian Rutschmann hat in der kritischen Phase einige wichtige Bälle gehalten."

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