"Eine Wiederherstellung des Streckenabschnitts Eisfeld-Coburg ist nur noch mit sehr hohem Kostenaufwand realisierbar, da aufgrund von Überbauung der Bestandsstrecke im Lautertal eine teilweise Neutrassierung einschließlich eines mehrere Kilometer langen Tunnels notwendig ist", erklärt Martin Truckenbrodt, Vorsitzender des Vereins Henneberg-Itzgrund-Franken.


Umdenken gefordert

Bisherige Aktivitäten der Industrie- und Handelskammern Südthüringen und Coburg und des Fahrgastverbandes Pro Bahn zielen auf die Errichtung einer Güter- und Personenfernverkehrsstrecke auf der alten Werrabahn Eisenach-Lichtenfels ab und waren zudem bisher nicht erfolgreich. Offensichtlich hätten laut Truckenbrodt sowohl die Bahn als auch das Bundesverkehrsministerium kein wirkliches Interesse an einer Reaktivierung der Werrabahn zwischen Eisfeld und Coburg als Fernverkehrsstrecke.
Jetzt sei ein Umdenken notwendig. Für die Schaffung eines ICE-Systemhalts in Coburg sei ein Ausbau des Personennahverkehrs zur Erhöhung der Fahrgastzahlen am dortigen Bahnhof notwendig. Maßnahmen für den Personennahverkehr auf der Schiene werden jedoch nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Im von den Vereinen "Fränkischer Bund" und "Das Bessere Bahnkonzept" unterstützten Schreiben wird ein eingleisiger, nicht elektrifizierter Lückenschluss Hildburghausen-Bad Rodach gefordert.
Hierbei soll der Bahnhof in Bad Rodach an den Nordrand der Stadt verlegt werden, wodurch auch der Bahnübergang an der St 2205 südlich von Elsa entfallen würde. Die etwa elf bis zwölf Kilometer lange Neubaustrecke würde laut Initiatoren mit einer östlichen Umfahrung Hetschbachs sehr landschaftsschonend realisierbar und damit kostengünstig sein. Der einzige notwendige Tunnel westlich von Veilsdorf wäre nur wenige 100 Meter lang.
Da die Finanzierung des Projekts nur durch die Bundesländer und die Gebietskörperschaften erfolgen kann, wendet sich das Rundschreiben auch an die Verkehrs- und Wirtschaftsministerien Thüringens und Bayerns. "Im 26. Jahr der Deutschen Einheit wird es Zeit, mit mehr Eigeninitiative vor Ort endlich diese Infrastrukturlücke zwischen dem thüringischen und dem bayerischen Franken zu schließen, unter anderem um die Hochschulstandorte Schmalkalden und Coburg besser an das Schienennetz anzubinden und das Henneberger Land, das Coburger Land, die Thermalbäder Bad Salzungen, Bad Colberg und Bad Rodach und die Rennsteig-Region besser für den Tourismus zu erschließen." red