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Coburg
Auftritt

Saxofone plus Klavier beim Coburg-Gastspiel in Höchstform

Das letzte Konzert dieser Saison beim Coburger "Verein" brachte die erfreuliche Begegnung mit dem hochkarätigen Alliage Quintett.
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Zum Saison-Ausklang begeisterte das Alliage-Quintett beim Coburger "Verein" (von links): Jang Eun Bae am Klavier sowie Simon Hanrath, Sebastian Pottmeier, Hayrapet Arakelyan und Daniel Gauthier.  Foto: Jochen Berger
Zum Saison-Ausklang begeisterte das Alliage-Quintett beim Coburger "Verein" (von links): Jang Eun Bae am Klavier sowie Simon Hanrath, Sebastian Pottmeier, Hayrapet Arakelyan und Daniel Gauthier. Foto: Jochen Berger
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Vier Saxofone und Klavier - nicht so oft zu hören wie reine Saxofon-Quartette - erzeugen eine klanglich reizvolle Mischung mit zuweilen fast orchestraler Wirkung.


Angeführt von dem überragenden Sopransaxofonisten Daniel Gauthier - Professor an der Kölner Musikhochschule - musizierten seine auf gleicher Welle befindlichen Kollegen Hayrapet Arakelyan, Simon Hanrath und Sebastian Pottmeier auf Alt,- Tenor- und Baritonsaxofon sowie die fingerfertige Pianistin Jang Eun Bae ein abwechslungsreiches Programm.


Weil die ausgewählten Werke durchwegs etwas mit Frankreich beziehungsweise Paris zu tun hatten, erhielt die Vortragsfolge das Motto "Dancing Paris".


Furioser Beginn

Den furiosen Beginn bildete die Ouvertüre zu "Candide" von Leonard Bernstein, wirkungsvoll arrangiert von Itai Sobol, der die verschiedenen Register der Instrumente gut auszunutzen versteht.
Das Alliage Quintett bewältigte das meisterhafte Werk mit hoher Virtuosität und nahtlosem Zusammenspiel. Wie unterschiedlich Saxofone klingen können, wusste auch Francis Poulenc, der eine "Suite francaise" nach Tänzen des französischen Renaissancekomponisten Claude Gervaise komponierte, indem er sie in neoklassizistischem Sinne bearbeitete.


Reizvoll wirkten die sieben harmonisch "angereicherten" Stücke in wechselnden Stimmungen, die auch jedes Mal in ein anderes Klanggewand gesteckt wurden.


Krönender Abschluss des ersten Teils war die umfangreiche sinfonische Dichtung "Ein Amerikaner in Paris" von George Gershwin, der bekanntlich Maurice Ravel in Paris aufsuchte, um bei ihm Unterricht zu nehmen, was dieser mit der Begründung ablehnte, er solle lieber ein erstklassiger Gershwin bleiben als ein zweitklassiger Ravel werden. Erstklassig war auf jeden Fall die virtuose Wiedergabe des von Sylvain Dedenon raffiniert arrangierten Werks durch das Alliage Quintett.


Auch zwei Mitglieder des Quintetts bewährten sich als geschickte Bearbeiter. Sebastian Pottmeier arrangierte wirkungsvoll die quirlige Ouvertüre zu "Der Barbier von Sevilla" von Rossini für Saxofonquartett ohne Klavier und Daniel Gauthier fünf traditionelle Stücke von Schostakowitsch für abwechselnd zwei hohe beziehungsweise zwei tiefe Saxofone mit Klavier.


"Carmen"-Rhapsodie

Furios wie der Beginn geriet auch das Finale des Konzerts mit der umfangreichen Rhapsody über "Carmen" von Georges Bizet des zeitgenössischen Japaners Jun Nagao, in der auch Themen anderer Komponisten auftauchen.


Hier zog das Quintett nochmals alle Register seines Könnens an Virtuosität und Ausdrucksreichtum, was am Ende mit begeistertem Beifall bedacht wurde. Die fälligen Zugaben setzten die bisher gewonnenen Eindrücke fort: Das fetzige "America" aus Bernsteins "Westside Story" und der gemütvolle Walzer aus der 2. Jazz-Suite von Schostakowitsch.

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