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Coburg
Samba

Samba-Festival: Schöne Frauen, coole Männer

Kurz vor Beginn herrscht gute Stimmung bei den Verantwortlichen - bis plötzlich 50 Musiker aus Singapur vermisst werden.
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Cristiane Alves (links), die "Königin des Karnevals Rio de Janeiro 2012", und Veronice Abreu, "Königin des Karnevals Porto Alegre 2012". Fotos: Oliver Schmidt
Cristiane Alves (links), die "Königin des Karnevals Rio de Janeiro 2012", und Veronice Abreu, "Königin des Karnevals Porto Alegre 2012". Fotos: Oliver Schmidt
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Es regnet und windet und ist so richtig ungemütlich. Eine Stimmung wie am Zuckerhut? Naja, die beiden knapp bekleideten Brasilianerinnen hängen sich lieber noch mal schnell Tücher um, ehe es für ein paar Film- und Fotoaufnahmen nach draußen geht. Lächeln können Cristiane Alves und Veronice Abreu aber trotzdem. Das beherrschen sie mindestens genauso gut wie das Tanzen.

Auch Sambaco-Chef Rolf Beyersdorf hat gut Lachen an diesem Donnerstagnachmittag. Er plaudert vergnügt aus dem Nähkästchen - etwa, dass der Name der schwedischen Gruppe "A Bunda" übersetzt so viel wie "Hinterteil" bedeutet. Die Sambistas aus dem Norden haben sich deshalb so genannt, weil sie bei Umzügen meist das Schlusslicht bilden. "Die Reihenfolge für Sonntag steht noch nicht genau fest", verrät Rolf Beyersdorf, "vielleicht bildet auch die ,School of Samba' aus London den krönenden Schlusspunkt."

Rolf Beyersdorf ist auch deshalb gut gelaunt, weil gleich - als weitere Werbemaßnahme fürs Festival - die Live-Übertragung der Abendschau des Bayerischen Fernsehens beginnt. Topthema: das Coburger Samba-Festival. Als Drehort wurde das Kirchengelände von St. Markus ausgewählt. Wieso? "Weil man hier eigentlich schöne Bilder einfangen kann - mit der Veste im Hintergrund", erklärt Sambaco-Pressesprecher Andi Ebert. Das "eigentlich" bezieht sich darauf, dass aufgrund des schlechten Wetters leider doch nicht von draußen gesendet werden kann.
Stattdessen bauen die TV-Leute alles im Gemeindesaal auf. Dort bekommen Cristiane Alves und Veronice Abreu nun Gesellschaft von Paulo Lopes. Der Capoeira-Tänzer hat einen beeindruckend gestählten Körper, doch auch das kann Rolf Beyersdorf so kurz vor dem für ihn tollsten Wochenende des Jahres nicht wirklich aus der Ruhe bringen: "Warum ein Sixpack, wenn man auch ein Fässla haben kann?!"

Weiterfeiern in den Kneipen


Nächster Versuch: Beunruhigen ihn nicht die Wettervorhersagen, die alles andere als rosig sind? "Quatsch", sagt er und erklärt dann die Vorzüge eine Festivals, das mitten in der Stadt stattfindet, gegenüber einem Open-Air auf der grünen Wiese: "In Wacken stehen die Leute irgendwann bis zu den Knien im Schlamm - in Coburg können sie sich kurz mal unterstellen oder in einer Kneipe weiterfeiern und dann wieder rausgehen."
Solche Geschichten wird Rolf Beyersdorf auch gleich den Fernsehleuten erzählen. Doch plötzlich, kurz vor 16 Uhr, kommt Unruhe auf: Wo ist die 50-köpfige Gruppe "Masala" aus Singapur? Bereits um 13 Uhr waren sie von ihrem Hotel in Bad Rodach losgefahren - und Beyersdorf ist sich sicher, ihnen die Adresse "Coburg, Weimarer Straße" gesagt zu haben. "Vielleicht sind sie nach Weimar gefahren", unkt einer. Andi Ebert geht nun lieber auf Nummer Sicher und ordert per Telefon schnell eine Coburger Sambagruppe. Nicht auszudenken, wenn gleich die Sendung beginnt und keine Sambistas da sind, um Musik zu machen.

Sicherheitskonzept verschärft


Das Warten geht weiter. Andi Ebert nutzt die Zeit für ein paar Hinweise: Die Polizei werde dieses Jahr sehr rigoros falsch parkende Autos abschleppen lassen. Das Sicherheitskonzept sei verschärft worden, was nach den schlimmen Erfahrungen bei der Love Parade in Duisburg und beim Großbrand in der Coburger Herrngasse auch verständlich sei. Nini Beyersdorf weist darauf hin, dass sie am Sonntag, 19 Uhr, zusammen mit Percival ("Voice of Germany") auf dem Marktplatz singen wird. Motto: "Samba meets Soul".
Und dann: Aufatmen - Masala sind da! Sie beginnen auch sofort, sich einzutrommeln. Der elfjährige Luca bekommt derweil ein besonders schönes Erinnerungsfoto - mit Cristiane Alves und Veronice Abreu. Natürlich freut er sich aufs kommende Wochenende, erzählt Luca: "Ich bin ja mit dem Samba-Fest aufgewachsen!" Seit dreieinhalb Jahren macht er selbst Capoeira bei der Turnerschaft - mal schauen, ob er es eines Tages mit Paulo Lopes aufnehmen kann.

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