Coburg
Gesundheit

Rückschlag im Kampf um die Coburger Bratwurst

Die traditionelle Zubereitung ausschließlich auf Kiefernzapfen ist wohl definitiv zu gefährlich. Auch ein kürzlich präsentierter Rinnen-Rost kann die Problematik nicht lösen.
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Coburger Bratwürste werden traditionell über Kiefernzapfen gegrillt. Diese Zubereitungsmethode aber ist in Verruf gekommen als gesundheitsgefährdend.Foto: Archiv/David Ebener
Coburger Bratwürste werden traditionell über Kiefernzapfen gegrillt. Diese Zubereitungsmethode aber ist in Verruf gekommen als gesundheitsgefährdend.Foto: Archiv/David Ebener
Von einer Zubereitung ausschließlich auf Kiefernzapfen sei "in Zukunft abzusehen" - das ist der griffigste und zugleich entscheidende Satz einer Stellungnahme, die am Montag von Coburgs Stadtverwaltung zur in die Kritik geratenen Coburger Bratwurst abgegeben wurde. Zwar zeigt man sich zuversichtlich, dass noch "eine tragfähige Lösung" gefunden wird. Doch allen Freunden der traditionellen Zubereitung der Coburger Spezialität dürften diese neuen Meldungen aus dem Rathaus eher wenig Hoffnung machen.


Der Verlautbarung vorausgegangen waren diverse Tests sowie Besprechungen, unter anderem mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Dabei stand stets die Problematik der Grenzwertüberschreitungen für krebserregende Stoffe im Mittelpunkt - konkret: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Bezo(a)pyren (BaP).


Regelmäßiger Verzehr erhöht das Tumor-Risiko


Da es sich bei beiden Stoffen um krebserregende und gleichzeitig erbgutschädigende Gifte handelt, gelte, wie die Stadt unter Berufung auf eine toxikologische Bewertung durch das LGL mitteilt, der Grundsatz: "Jede auch noch so kleine in den Körper aufgenommene Dosis geht mit einem gewissen Krebsrisiko einher. Bratwürste, die die in der Verordnung festgelegten Grenzwerte überschreiten, führen somit bei regelmäßigem Verzehr zu einer Zunahme des Tumor-Risikos."


Weitere Untersuchungen hätten zudem ergeben, dass der kürzlich präsentierte "Rinnen-Rost" nicht die gewünschten Resultate bringt. Die Entwickler hatten argumentiert, dass durch die V-förmigen Roststäbe deutlich weniger Fett in die brennenden Kiefernzapfen tropft und somit auch weniger Giftstoffe ins Fleisch gelangen.

Frische Würste verwenden!

Die Coburger Fleischer-Innung hat aber einige Tipps, wie sich die Belastung der Bratwürste verringern lässt. Demnach sollten Würste "nur gut durchgekühlt und möglichst aus der Herstellung vom Vortag" auf dem Grill landen. Auch die Zugabe von Phosphat hatte sich in den Tests als nützlich erwiesen.


Weitere Testreihen wurden vereinbart. Damit soll eine für den Verbraucher sichere Zubereitungsart "nachweislich und belastbar" ermittelt und Regeln erarbeitet werden, die dazu führen, dass die Coburger Bratwurst auch künftig bedenkenlos gegessen werden kann.
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