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Rödental
Asyl

Rödentaler Living Glas wird Notunterkunft

Damit die Frankenhalle in Neustadt wieder für den Sport zur Verfügung stehen kann, suchte der Landkreis nach einer Alternative. Nun soll das frühere Firmengebäude von Living-Glas in Rödental Flüchtlinge aufnehmen
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Das Werksgebäude der früheren Firma Rödentaler Living Glas wird zur Notunterkunft für Asylsuchende umgebaut. In spätestens zweieinhalb Jahren ist geplant, an der Stelle Wohnbebauung zu errichten. Foto: Landratsamt
Das Werksgebäude der früheren Firma Rödentaler Living Glas wird zur Notunterkunft für Asylsuchende umgebaut. In spätestens zweieinhalb Jahren ist geplant, an der Stelle Wohnbebauung zu errichten. Foto: Landratsamt
Schon lange versucht die Stadt Rödental, eine Lösung für das leer stehende Gebäude zu finden, das einst zur Firma Goebel gehörte. Zuletzt produzierte in den Hallen am "Langer Rain" das Unternehmen "Living Glas" Weihnachtsschmuck. Jetzt hat der Rödentaler Unternehmer Ralf Schopf das Gebäude gekauft. Nach einem entsprechenden Umbau soll es die Frankenhalle in Neustadt als Notunterkunft für Asylbewerber ablösen. Allerdings nur auf Zeit.
Als gestern die Pläne den Nachbarn vorgestellt wurden, gab Schopf ihnen sein Wort, dass die Werksgebäude spätestens in zweieinhalb Jahren abgerissen werden. Dann ist Wohnbebauung vorgesehen. "Das ist unser Kerngeschäft", stellt Schopf klar. Doppelhausbebauung, Reihenhäuser, Eigentumswohnanlagen sind es, die Schopf und Teig plant.


Nicht anders zu vermitteln

"Anders war das Gelände auch nicht zu vermitteln", bestätigt Rödentals Bürgermeister Marco Steiner (FW). Gewerbliche Interessenten scheuten den Konflikt mit den Nachbarn wegen möglicher Lärmbelästigung. In dem Gebiet gibt es sonst nur Wohnhäuser.
Um Asylbewerber unterzubringen, muss Schopf erst investieren. "Das Gebäude ist in einem sehr guten Zustand. Nach einem Brand im Jahr 2004 wurde es erst neuwertig in Stand gesetzt", betont Schopf. Es gibt eine Kantine, ein Arztzimmer wird eingerichtet, Räume für einen Sicherheitsdienst. Spätestens zum 1. Februar kann von der Frankenhalle nach Rödental umgezogen werden.


Kein Druck aus Neustadt

"Es gab dafür keinen Druck aus der Stadt Neustadt, wir hätten dort auch noch Monate bleiben können", betont Ulrike Stadter vom Landratsamt. Doch Landrat Michael Busch (SPD) weiß auch: "Die Regierung möchte eigentlich vermeiden, dass Hallen als Notunterkunft genutzt werden." Das wird dann auf Sicht auch nicht mehr nötig sein. Denn da ist Busch sicher: "Wenn wir das Flüchtlingsproblem in zwei Jahren nicht anders geregelt haben, dann haben wir ganz andere Probleme."
Der Landkreis muss vorbereitet sein, bis zu 300 Flüchtlinge rasch aufnehmen zu können. So viele könnten im Extremfall in dem Werksgebäude einquartiert werden. Dann müssten die Fertigungshallen mit genutzt werden. In den früheren Büroräumen können aber schon bis zu 150 Menschen in überschaubaren Einheiten leben. Mehr waren in der Halle in Neustadt bisher auch nie untergebracht.


Kurze Verweildauer

Die Notunterkunft dient dazu, Asylbewerber zu erfassen, medizinisch zu versorgen, wenn es nötig ist, und sie dann weiter an Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet zu verteilen. Das geschieht normalerweise nach längstens einer Woche.
Flüchtlinge, die in Oberfranken oder im Landkreis untergebracht werden sollen, können bis zu wenigen Wochen in der Notunterkunft bleiben, bis eben eine geeignete Wohnmöglichkeit gefunden ist. Damit ist der Landkreis in Sachen Notunterkunft erst einmal gut aufgestellt, ist Busch sicher. Doch es wird weiter nach Wohnungen gesucht. Vor allem Asylbewerber, deren Antrag angenommen wurde, und die somit Bleiberecht besitzen, müssen Wohnungen finden, die bezahlbar sind. Diese Herausforderung bleibt wohl noch lange bestehen.

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