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Waldsachsen
Umbau

Rödental macht Hochwasser zu Breitwasser

Die neue Kläranlage in Rödental trägt jetzt auch zur Verbesserung des Schutzes vor Hochwasser mit bei.
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Ein kleiner See neben der Kläranlage dient als Flutmulde. Foto: Vivian Hopf
Ein kleiner See neben der Kläranlage dient als Flutmulde. Foto: Vivian Hopf
An die Bilder vom jüngsten Hochwasser im Frühsommer erinnern sich viele zurück. Auch das Coburger Land war von einigen Überschwemmungen betroffen. Immer mehr rückt mit jedem solchen Ereignis die Verantwortung ins Blickfeld, schlimme Flutkatastrophen zu verhindern.
"Es ist wichtig, Bewusstsein zu schaffen, dass diejenigen, die am Oberlauf der Flüsse leben, eine besondere Verantwortung für alle Unterlieger (Leute, die am unteren Teil wohnen) tragen, sagt Hans Hemmerlein, Leiter des Wasserwirtschaftamtes in Kronach. Deshalb müsse "aus Hochwasser Breitwasser gemacht" werden. Rödental sei ein tolles Beispiel dafür, lobt Hemmerlein. Er bezieht sich damit auf die Sanierung und Erneuerung der Kläranlage in Rödental.
Durch diese wurde unter anderem die Hochwassersituation an der Itz verbessert.

Für gleichwertigen Ersatz gesorgt

Eine neue Anlage steht nun da, wo sich zuvor die alte Flutmulde der Itz befand. Deshalb mussten die Stadtwerke Rödental (SWR) für einen gleichwertigen Ersatz sorgen, um das von Nordosten kommende Hochwasser in einem breiteren Raum abzufangen und zu verlangsamen.
"Wir bauten also einen fünffeldrigen Hochwasserdurchlass an der Itzbrücke, an der Ortsstraße Rödengrund, durch den das Wasser in einen neuen Retentionsraum abfließen kann", erläutert Ulrich Wolf, Leiter des Bereiches Abwasser der SWR. Der kleine See ist etwa 8000 Quadratmeter groß und befindet sich zwischen der Itz und der neuen Kläranlage.
Außerdem wurde die Straße von Oeslau West nach Waldsachsen etwas angehoben. "Dadurch wird die Straße nicht mehr überflutet. Stattdessen kann das Wasser nun durch den Durchlass in den Retentionsraum abfließen und anschließend in Richtung Westen ablaufen. Die Sanierung lief unter dem Motto "Energie durch Abwasser" ab. "Durch die neue Kläranlage haben wir hier eine Kosteneinsparung von etwa 60 Prozent", sagt der Bürgermeister der Stadt Rödental, Gerhard Preß.
"Durch Klärgas-Verbrennung gewinnen wir Wärme und Strom, die wiederum in der Kläranlage genutzt werden können. Das spart natürlich viel Energie", sagt Ulrich Wolf.

Ein Stück Natur zurückgeben

An die Natur habe man auch gedacht, betont Preß. "Wir haben sogar ein Stück mehr zurückgegeben, als wir weggenommen haben." Eine natürliche Vielfalt von Fauna von Flora solle entstehen, wobei nur heimische Pflanzen am See angesiedelt werden sollen, deren Samen lediglich durch die Luft und durch Tiere in den neuen Raum gebracht werden sollen. "Investiert wurden hier rund 600 000 Euro", sagt Preß. Die Summe setze sich aus 240 000 Euro für die Schaffung des Retentionsraumes sowie die Sanierung der Straße, 190 000 Euro für den Abriss der alten Anlage sowie 160 000 Euro für den Durchlass zwischen Itz und Retentionsraum zusammen. "Durch diese Maßnahmen beherrschen wir kleinere Hochwasser besser", sagt Preß. "Jetzt ist die Sache fertig und schaut sehr gut aus."
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