So eine Auszeichnung erhält noch nicht einmal ein Oberbürgermeister alle Tage: Norbert Kastner (SPD) ist jetzt mit dem Ritterkreuz geehrt worden, einem Sachsen-Coburg und Gotha'schen Hausorden. Vorgenommen wurde die Ehrung vom Chef des Coburger Herzogshauses, Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha.
Das Herzogshaus dankt dem Stadtoberhaupt mit dem Orden für die "jahrzehntelange gute und unbürokratische Zusammenarbeit und Unterstützung des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Gerade in Bezug auf die umfangreiche Restaurierung von Schloss Callenberg, dem ehemaligen Sommersitz der Coburger Herzöge, habe die Stadt das Herzogshaus maßgeblich unterstützt. "Ich freue mich sehr über diese besondere Auszeichnung, denn sie spiegelt auch die tiefe Verbundenheit des Herzogshauses mit der Stadt Coburg wider", betonte Kastner.
Josef Ambacher, seit 1994 Präsident des Deutschen Schützenbundes, erhielt das Ritterkreuz für seine jahrzehntelange Verbundenheit zum Haus Sachsen-Coburg und Gotha, insbesondere für seinen Einsatz bei der Einrichtung des Deutschen Schützenmuseums auf Schloss Callenberg. Der Deutsche Schützenbund und das Herzogshaus sind seit jeher eng verbunden, denn es war Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha, der zusammen mit dem Rechtsanwalt Albert G. Sterzing am 11. Juli 1861 rund tausend Schützen aus ganz Deutschland in Gotha davon überzeugte, den Deutschen Schützenbund zu gründen. 2004 öffnete das Deutsche Schützenmuseum auf Schloss Callenberg seine Pforten. Seitdem können Besucher dort die Geschichte des Schützenwesens kennenlernen.
Helmut Raab erhielt das silberne Verdienstkreuz des Herzogshauses. Er ist seit über 22 Jahren Mitarbeiter der Herzoglichen Hauptverwaltung tätig und wurde nun mit dem Orden für seine "besonderen Verdienste" geehrt.
"Getragen wird der Orden bei festlichen Anlässen", erklärt der Ordenskanzler des Herzogshauses, Otmar Fugmann. Als Beispiel nennt er die Hochzeit von Erbprinz Hubertus und Prinzessin Kelly im Jahr 2009. Als grobe Orientierung für die Wahl der verschiedenen Ausführungen gibt Fugmann folgenden Hinweis: Bei besonders hohen Anlässen, wenn auch ein Frack getragen wird, kann man die Hauptinsignien des Ordens tragen. Zum Smoking trägt man dagegen die Miniatur, und zu einem normalen Anzug kann bei festlichen Anlässen die zum Orden gehörende Anstecknadel, der sogenannte Bandsteg, getragen werden.
Die Tradition der Hausorden des Herzogshauses Sachsen-Coburg und Gotha reicht bis in das Jahr 1689 zurück. Von manchen wird der erste Hausorden des Herzogshauses sogar als erster deutscher Orden bezeichnet. Mit dem Orden drückt das Herzogshaus Sachsen-Coburg und Gotha seine Dankbarkeit gegenüber Personen aus, die sich um das Gemeinwohl und das Herzogshaus in besonderer Weise verdient gemacht haben.