Coburg
Markthalle

Regionale Anbieter gesucht!

Für die Coburger Markthalle werden nun Beschicker gesucht. Dabei setzt das Regionalmanagement auf ein ganz besonderes Konzept.
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Markthallenbetreiber Werner Häfele (links) und Regionalmanager Stefan Hinterleitner (rechts) zeigen, wie der Innenraum gestaltet werden soll. In der Mitte, unter der Glaskuppel, sollen auch Events möglich sein. Für Ullrich Pfuhlmann (Mitte) von der Wohnbau ist das mit dem Brandschutz gar nicht so einfach zu vereinbaren. Fotos: Ulrike Nauer
Markthallenbetreiber Werner Häfele (links) und Regionalmanager Stefan Hinterleitner (rechts) zeigen, wie der Innenraum gestaltet werden soll. In der Mitte, unter der Glaskuppel, sollen auch Events möglich sein. Für Ullrich Pfuhlmann (Mitte) von der Wohnbau ist das mit dem Brandschutz gar nicht so einfach zu vereinbaren. Fotos: Ulrike Nauer
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Die Coburger Markthalle am Albertsplatz nimmt immer mehr Form an: Die Fassaden sind fertig, die letzten Gerüste werden in den nächsten Wochen abgebaut, die Versorgungsleitungen sind gelegt, und sogar eine Glaskuppel sitzt auf dem Oberlicht - letzteres hätte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Werner Häfele, aus Kostengründen kaum noch zu hoffen gewagt. Was nun dringend gesucht wird, sind vor allem Akteure, die bereit sind, die Genussregion Coburger Land zu vermarkten.
Regionalmanager Stefan Hinterleitner stellte beim Pressetermin am Freitag mit Begeisterung die Idee vor, regionale Produkte in der Markthalle anzubieten. "Wenn es hier nicht klappt, wo dann sonst?" Schließlich biete der Standort eine Reihe von Vorteilen: die Tiefgarage direkt unter der Markthalle, den Großparkplatz Anger in Nähe, "Touristenströme", die auf dem Weg vom Ausstieg am Ketschentor zum Marktplatz hier vorbei kommen und nicht zuletzt die Schule gleich gegenüber, zählt Hinterleitner auf. "Hier ist Leben unterm Tag. Das ist die Chance für regionale Produkte!" Diverse Vorgespräche mit lokalen Produzenten seien bereits geführt worden, berichtet der Regionalmanager. Nun würden zwei, drei Verkäufer gesucht. "Das darf nicht irgendjemand sein", betont Hinterleitner. Das müsse jemand sein, der die Produkte "mit Herzblut" verkaufe, jemand, der sich mit seiner Tätigkeit identifizieren könne. Potenziellen Interessenten sichert Hinterleitner jegliche Unterstützung in der Anlaufphase zu: egal, ob es um die Erstellung eines Businessplans geht, das Marketing oder Fördermöglichkeiten.


Über Coburgs Grenzen hinaus

Was die Definition des Begriffs "regional" angeht, will Hinterleitner flexibel bleiben. "Bei den Produzenten der Lebensmittel gilt für uns natürlich: so nah wie möglich", erläutert er. Dass aber alle Produkte ausschließlich aus Coburg Stadt und Land kommen, sei nicht machbar. Als Beispiele nennt er Wein und Spargel. Coburg sei nun einmal nicht das klassische Anbaugebiet für Obst und Gemüse. Auf der anderen Seite würden aber für den Obst- und Gemüsestand in der Markthalle gewisse Mengen benötigt. "Deshalb müssen wir auch außerhalb des Landkreises, vielleicht etwas weiter südlich, schauen", sagt Hinterleitner. Da dürfe es durchaus auch mal Frankenwein und Spargel aus dem Bamberger Land oder dem Steigerwald sein. "Wir müssen für Auswahl sorgen, und dazu brauchen wir Partner, die sich einbringen." Interessenten sollten sich entweder bei Werner Häfele melden (Telefon 07195/ 977 25 50) oder beim Regionalmanagement im Coburger Landratsamt (Telefon 09561/ 514-412).
Die Entwicklung der Markthalle erfolge nach und nach, sagt Häfele. Die Eisdiele, die am Samstag eröffnet wird, sei gebäudetechnisch abgetrennt von der übrigen Markthalle und damit "eigenständig". Die Fläche für Gastronomie an der Ecke zur Kuhgasse sei bereits vermietet, erläutert Häfele. Hier eröffnet voraussichtlich im Herbst ein Asia- und Sushi-Restaurant. "Die Familie betreibt schon im Coburger Steinweg ein Restaurant", weiß Häfele.


"Ein romantisches Gässle"

Was ihm besonders gefällt: In der Kuhgasse ist für das Restaurant auch Bewirtung im Freien vorgesehen. "Des wird ein richtig romantisches Gässle", sagt er in vollster Überzeugung im tiefsten Schwäbisch und lacht. Doch bei der Kuhgasse soll längst nicht Schluss sein: "Wir sind auch schon in Gesprächen mit der Stadt, inwieweit wir den Albertsplatz bespielen dürfen."
Werner Häfele betreibt im schwäbischen Winnenden seit Jahren sehr erfolgreich, wie er selbst sagt, eine Markthalle. Sein Konzept ist eine Mischung aus Verkauf, Gastronomie und auch Events. "Das kann alles mögliche sein", sagt Häfele. "Konzerte, Podiumsdiskussionen, Buchlesungen oder auch eine Bierverkostung."


Komplexer Brandschutz

Das klingt gut, stellt die Verantwortlichen der Stadt aber vor so einige Probleme, wie Ullrich Pfuhlmann, technischer Leiter der Wohnbau Stadt Coburg, schmunzelnd berichtet. Aus brandschutzrechtlicher Sicht gibt es so etwas wie eine Markthalle nämlich gar nicht - oder besser gesagt: dürfte es nicht geben. Denn durch Verkauf, Gastronomie und Event prallen ganz unterschiedlich geregelte Bereiche aufeinander, die sich zum Teil nur sehr schwer vereinbaren lassen. Da könne schon eine Holzkiste vom Obststand zum Problem werden, weil sie brennbar ist, bei Veranstaltungen aber nichts Brennbares herumstehen dürfte. "Das macht's komplex. Es gibt sehr viel Abstimmungsbedarf", sagt Pfuhlmann und lacht. "Ein Supermarkt, wie ursprünglich gedacht, wäre deutlich einfacher gewesen." Dennoch seien die Arbeiten schon weit gediehen.


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