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Regiomed will Ärztemangel stoppen

An der Medical School Regiomed können junge Leute Medizin nach europäischem Standard studieren - davon drei Jahre im kroatischen Split.
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Das Medieninteresse beim Unterzeichnen des Vertrags mit der Uni in Split war groß. Joachim Bovelet, Hauptgeschäftsführer der Regiomed GmbH, musste viele Fragen beantworten. Foto: Birgit Schwabe
Das Medieninteresse beim Unterzeichnen des Vertrags mit der Uni in Split war groß. Joachim Bovelet, Hauptgeschäftsführer der Regiomed GmbH, musste viele Fragen beantworten. Foto: Birgit Schwabe
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Das kann ein großer Wurf werden, von dem viele profitieren: die Region, weil durch die Studienmöglichkeit vor Ort die zukünftige ärztliche Versorgung gesichert werden könnte, die Patienten, weil sie von hoch qualifizierten Ärzten behandelt werden, und schließlich junge Leute, die Medizin in der Nähe des Heimatortes studieren wollen. In Kooperation mit der staatlichen Universität im kroatischen Split bietet Regiomed ab Oktober dieses Jahres ein sechsjähriges Humanmedizinstudium an.

"Wir haben uns bewusst für die Uni Split entschieden", sagt Joachim Bovelet, Hauptgeschäftsführer der Regiomed-Kliniken GmbH. Zum einen gebe es sehr gute Kontakte zu dieser Bildungseinrichtung und zum anderen überzeuge sie durch hohe Professionalität. "In Kroatien gibt es bereits den englischsprachigen Studiengang, der mit dem sogenannten Medical Doctor abschließt. Dieser entspricht den europäischen Standards und ist nach Bologna-Vorgaben aufgebaut", ergänzt Professor Johannes Brachmann, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie am Klinikum Coburg. Nach erfolgreichem Abschluss an der neu eingerichteten Medical School Regiomed können die Nachwuchsmediziner ihre ärztliche Approbation also auch in Deutschland beantragen.


Drei Jahre Theorie auf Englisch in Split

Wie das Studium abläuft, erläutert Kathrin Thaler, Projektleiterin: "Die ersten drei Jahre werden die theoretischen und praktischen Grundlagen an der School of Medicine in Split in englischer Sprache vermittelt." Dort sind die Studierenden während ihres gesamten Studiums eingeschrieben. In den Studienjahren vier bis sechs absolvieren sie die klinische Phase an den Regiomed-Kliniken, zunächst in Coburg und Lichtenfels. "Wir wollen mit dem Angebot vor allem Bewerber aus der Region ansprechen", ergänzt Kathrin Thaler. Und das Gute daran: "Für die Auswahl der Studierenden zählen nicht nur die Noten, sondern vor allem die Persönlichkeit, das Engagement und die Erfahrung der Bewerber", wie Privatdozent Dr. Greger, ärztlicher Direktor vom Helmut-G-Walther-Klinikum in Lichtenfels, betont.

Gute Abiturnoten, vor allem in den Fächer Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, sowie gute Deutsch- und Englischkenntnisse werden zwar vorausgesetzt, aber eine bereits erfolgte Pflege- oder Rettungsdienst-Ausbildung sei ebenfalls von Vorteil, fügt Johannes Brachmann an. Mit Blick auf den Personalmangel im Bereich der niedergelassenen Ärzte, aber auch an den Kliniken spricht er die Hoffnung aus, dass die zukünftigen Absolventen in der Region bleiben. "Dafür wollen wir Anreize schaffen."


Natürlich gibt es Stipendien

Und die könnten auch finanzieller Natur sein. Die Studiengebühr kostet pro Jahr 9000 Euro, für sechs Jahre fallen also 54.000 Euro an. "Dafür können Stipendien vergeben oder andere Finanzierungsmodelle angeboten werden", erläutert Kathrin Thaler.

Der erste Studienjahrgang beginnt im Oktober in Split. Bis zum 17. Juni kann man sich dafür noch bewerben. Die Auswahltage finden Anfang Juli statt. Gestartet wird mit 25 Studierenden, die Jahre darauf kommen jeweils 30 dazu - bis die Zahl 90 erreicht ist. Dazu wird zusätzliches Personal an den Regiomed-Kliniken gebraucht, das auch eingestellt wird, wie Joachim Bovelet verspricht. Und das kommt dann auch wieder der Versorgung der Patienten zugute.


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