Für Regiomed haben die Landkreise und Städte Coburg, Lichtenfels, Sonneberg und Hildburghausen ihre Klinikgesellschaften zusammengeschlossen. Dies geschah schon 2008, aber der Verbund ließ zunächst den Geschäftsführern der verschiedenen Krankenhäuser große Freiheiten. Dies sollte sich mit dem Jahresbeginn ändern. Nachdem mit Uwe Möller-Ülken (Coburg) und Friedrich Albes (Sonneberg) zwei der Gründungs-Geschäftsführer ausschieden, sollte der Verbund mit dem Generationswechsel eine neue Struktur erhalten. Die Geschäftsführerposten in den Kliniken wurden zwar neu besetzt, doch zusätzlich wurde die Position des Verbandsgeschäftsführers gestärkt. Die neue Regiomed-Geschäftsführerin Katja Bittner erhielt auch Weisungsbefugnis gegenüber den Klinik-Geschäftsführern.


Nicht gelungen, interne Konflikte auszuräumen



Als es aber zu einem Konflikt zwischen Bittner und dem Geschäftsführer der Medinos-Kliniken Sonneberg, Antonius Pille, kam, griff der Streit auf den Aufsichtsrat über, in dem jeweils zwei Kommunalpolitiker aus den beteiligten Klinikgesellschaften sitzen. Als der Aufsichtsrat einem Beschlussvorschlag Bittners nicht folgen wollte, trat Busch zurück, um "ein Zeichen zu setzen" wie er sagte. In den Wochen zuvor war es trotz vieler Gespräche nicht gelungen, die Konflikte auszuräumen.


Kastner will die heikle Situation entschärfen



Mitglied des Aufsichtsrats ist Busch geblieben. Weil der Vorsitz in diesem Jahr Coburg zusteht, übernahm nun Norbert Kastner, neben Busch der zweite Coburger Vertreter im Aufsichtsrat. Er wird in der heutigen Aufsichtsratssitzung weiter versuchen, die Situation zu entschärfen. Denn die sei durchaus ernst, wie er betont: Die wirtschaftliche Situation ist für die Kliniken nicht einfach, und die private Konkurrenz tut ein Übriges. Außerdem steht Regiomed vor der Entscheidung, ob das bislang privat betriebene Krankenhaus Neustadt in den Verbund aufgenommen werden kann.


Regiomed stabilisieren



Das Neustadter Krankenhaus befindet sich in der Insolvenz. "Wenn wir es nicht schaffen, Regiomed zu stabilisieren und zum Erfolg zu führen, haben wir in fünf, sechs Jahren kein kommunales Krankenhaus mehr in der Region", warnt Kastner.