Neustadt bei Coburg

Rebhan: Jetzt geht die Arbeit richtig los

Von wegen, "Afterwork-Party": Nach seinem überraschend klaren Sieg denkt Oberbürgermeister Frank Rebhan gar nicht an Urlaub. Wenn er da mal nicht die Rechnung ohne seine Frau Annette gemacht hat.
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Frank Rebhan (rechts) nimmt im Rathaus die Glückwünsche seines schärfsten Herausforderers Frank Altrichter entgegen. Fotos: Albert Höchstädter
Frank Rebhan (rechts) nimmt im Rathaus die Glückwünsche seines schärfsten Herausforderers Frank Altrichter entgegen. Fotos: Albert Höchstädter
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Wer Frank Rebhan am Montag in seinem Büro zum Wahlsieg gratulieren möchte, kann sich Zeit lassen. "Morgen wird es bei mir frühestens Mittag", sagte der sichtlich erleichterte Oberbürgermeister am Sonntagabend nachdem das vorläufige Endergebnis feststand. Über 63 Prozent - darüber zeigte sich der SPD-Kandidat "sehr glücklich". Und diesen Erfolg feierte er dann auch kräftig mit Parteifreunden in der Gaststätte "Eckstein".

Einen Seitenhieb auf seinen schärfsten Konkurrenz Frank Altrichter (CSU) konnte sich Rebhan dann nicht verkneifen. Dieser hatte über Rebhan ja im Tageblatt-Interview gesagt, dass dieser sich auf der "Afterwork-Party des Lebens". Deshalb antwortete der wiedergewählte Amtsinhaber auf die Frage, was er denn am Sonntagabend noch machen werde, ein bisschen spitz: "Ich gehe zur Afterwork-Party." Das waren sie - die letzten Spuren eines Wahlkampfes, den Rebhan im Rückblick als "sehr
intensiv" bezeichnete. Dass er in den vergangenen Wochen - im Gegensatz zu vielen seiner Parteigenossen - nicht mit optimistischer Siegessicherheit umher ging, hatte für den Oberbürgermeister auch seinen Grund: "Jede Wahl muss ernst genommen werden."

"Nicht enttäuscht, aber auch nicht so richtig zufrieden", stand CSU-Mann Frank Altrichter daneben. Immerhin: Mit ihm hat sich die CSU im Vergleich zur letzten OB-Wahl gesteigert, aber das Ziel des Wechsels habe man klar verfehlt. "Es gab keine Wechselstimmung", analysierte der 36-Jährige. Apropos Party: Die fiel für Frank Altrichter gestern Abend zum Abschluss des Wahlkampfes aus. Er saß noch in der Nacht im Auto und fuhr nach München - die Arbeit ruft.

Dabei hatte es am Anfang ja sogar gut ausgesehen für Altrichter. Als auf der Leinwand um 18.13 Uhr das Ergebnis aus dem ersten Wahllokal erschien, machten die Mitglieder des SPD-Ortsvereins große Augen: 52,53 Prozent standen hinter dem schwarzen Balken, der für Frank Altrichter stand. Aber dann, klar, die Erkenntnis: Das schnellste Wahllokal war Meilschnitz, der Heimatort von Frank Altrichters Ehefrau Tanja. Schon die nächsten Lokale, besonderes eines in der Mittelschule "Am Moos", ließen dann die Zuversicht bei Heike Stegner-Kleinknecht und Co zurückkehren.

Büchner sagt: "Einmal reicht!"

Entspannt nahm Thomas Büchner sein Ergebnis hin. Frank Rebhan aus dem Amt zu wählen, dieser Illusion habe weder er noch jemand anderes bei der ÖDP hingegeben. Aber Büchner räumte auch ehrlich ein: "Wir haben daran geglaubt, dass es eine Stichwahl geben wird." Und schon wandte sich der Blick Büchners in Zukunft. Dass ein ÖDP-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert habe, könne der Basis für die Kommunalwahl 2014 nur gut tun. Da will Thomas Büchner dann wieder angreifen. "Wir müssen daran arbeiten, dass wir eine Liste mit Qualität, mit breiterer Akzeptanz in der gesamten Bevölkerung, auf die Beine bringen", sagte Büchner. Noch einmal bei einer OB-Wahl antreten wird der 50-Jähriger auf keinen fall - dies habe er von Anfang klar so gesagt.

Der jüngste der vier Kandidaten, Marc Holland, freute sich immer ganz besonders, wenn ein Wahllokal auf der Leinwand zu sehen war: Fechheim. Da, wo er einige Jahre als Ortssprecher wirkte, kam der Kandidat der Freien Wähler über 16 Prozent. "Damit bin ich echt zufrieden", sagte der 23-Jährige. Im Gegensatz zu Thomas Büchner denkt Holland auch gar nicht daran, seine politischen Ambitionen für ein Amt erst einmal Ruhen zu lassen. "Das muss bei mir nicht der Fall sein", sagte Holland auf die Frage, ob er denn wie Büchner auch eine Kandidatur bei der nächsten Neustadter OB-Wahl in sieben Jahren ausschließt. Und aus der Ecke der FW-Unterstützer (die übrigens schon um 17.58 Uhr mit ihrem Kandidat an der Spitze das Rathaus betraten) rief einer optimistisch: "Wir greifen wieder an."

Ob er sich denn endlich Urlaub gönne, wurde Frank Rebhan zum Schluss von einem Gratulanten im Rathaus gefragt. Der wiedergewählte Oberbürgermeister schüttelte ein bisschen zögerlich den Kopf und sagte: "Geplant ist eigentlich nichts." Wenn sich da mal nicht täuscht. Denn hinter ihm stand Ehefrau Annette, klatschte in die Hände und rief vielsagend: "Teneriffa! Ich will nach Teneriffa!"

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