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Bad Rodach
Anradeln

Radler überwinden Grenzen

Die Initiative Rodachtal hat die Radsaison offiziell eingeläutet. Zwei Routen führten durch das ehemaligen Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen.
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Wo früher die Grenze Bayern und Thüringen trennte, können die Radfahrer heute - wie hier in Gehegsmühle (Stadt Seßlach) - ohne Probleme zwischen den Bundesländern pendeln.
Wo früher die Grenze Bayern und Thüringen trennte, können die Radfahrer heute - wie hier in Gehegsmühle (Stadt Seßlach) - ohne Probleme zwischen den Bundesländern pendeln.
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Für Ute und Heinz-Hermann Blübaum aus Coburg war es eine Premiere, für Sonja Reuter und Manfred Hofmann aus Brünn bei Eisfeld ebenso: Zum ersten Mal starteten die Bayern und Thüringer beim "Anradeln" der Initiative Rodachtal bei Bilderbuchwetter am Sonntag schwungvoll in die neue Radsaison. Während die Coburger das Radeln in der Gruppe als Training für kommende Touren ansahen, freuten sich die Brünner darauf bei ihrer ersten geführten Tour in Rodachtal neue Ecken zu entdecken.


"Resonanz ist überwältigend"

Die beiden Paare gehörten zu den über hundert Radfahrern, die sich am Sonntagmorgen am Brunnentempel unterhalb der Therme Natur in Bad Rodach zum Start einfanden. "Diese Resonanz ist überwältigend", freute sich Gabriele Arnold von der Geschäftsstelle der Initiative Rodachtal in Ummerstadt. Sie nahm alle Teilnehmer in Empfang und händigte ihnen gelbe Warnwesten aus.
Dann begrüßten Ahorns Bürgermeister Martin Finzel als Vorsitzender der Initiative Rodachtal, seine Kollegen Tobias Ehrlicher aus Bad Rodach sowie Katja Kieslich aus Bad-Colberg/Heldburg und Landrats-Stellvertreter Christian Gunsenheimer die Gäste. Ehrlicher und Kieslich waren als "Hausherren" der beiden Thermen anwesend, die im Wechsel den Start- und Zielpunkt des Radevents bilden.


Über Berge oder durch das flache Land

Als es endlich auf die "Piste" ging, hatten die Pedalritter die Wahl: Entweder trauten sie sich die große Strecke zu, die in 50 Kilometern über Gauerstadt, Bad Colberg, Ummerstadt, Gemünda, Lindau, Heldburg, Seidingstadt und Rudelsdorf führte. Oder sie ließen es gemütlicher angehen und begnügten sich mit der kürzeren Route über 25 Kilometer. Sie kürzte in Billmuthausen ab und leitete direkt über Heldburg, Seidingstadt und Rudelsdorf zurück zum Ausgangspunkt. "Beide sind schön zu fahren und geben sich nichts", kommentierte Regionalmanager Stefan Hinterleitner, denn die längere sei die flachere Strecke.
Auf beiden Strecken wurden kleine Stärkungen angeboten. Und ortskundige Führer der Kreisverbände Coburg und Südthüringen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sorgten dafür, dass jeder Radler den richtigen Weg fand.
Als "alte Anradeln-Hasen" hatten Bernd Kastner und Steffen Laube aus Breitenau die Tourenleitung nicht nötig. Trotzdem schlossen sie sich ein fünftes Mal der Gruppe an. Beide schätzen die abwechslungsreiche Landschaft ebenso wie die Flora und Fauna. "Man kann Berge oder flach fahren, je nachdem, wie man drauf ist", meinte Laube. Ein Fernglas gehört für Kastner seit kurzem immer dazu, wenn er im Rodachtal Radfahren und Wandern verbindet.


Geschichte und Natur

Die Erinnerung an die deutsch-deutsche Trennung, wie sie in Bilmuthhausen deutlich wird, reizte Bernd Michael ebenso wie die Geselligkeit an der Tour. "Ich lerne jedes Mal viele neue Leute kennen." Der Meininger hatte allein zwanzig Radsportfreunde mit in die Kurstadt gebracht. Während die Gruppe mit mehreren Fahrzeugen anreiste, schwang sich Tourenleiter Ludwig Frenking schon in Coburg aufs Rad. "Bei dem Ostwind hat es mich die 22 km von allein nach Bad Rodach getragen", grinste der Radsportfan.


Viele sind mit E-Bikes am Start

Da hatten es Andrea und Knut Kling aus Roth (Stadt Römhild) bei der Anreise gegen den Wind schwerer. "So langsam merken wir die Kilometer", seufzte sie gegen Ende der Tour, angesichts der 20 Extra-Kilometer in den Beinen. Andere Teilnehmer zogen wie Ursula und Falk-Rüdiger Clemens dank Pedelec oder E-Bike an den Steigungen locker vorbei. "Bei dem Wind täten wir uns sonst wesentlich schwerer", gestand die Lautertalerin. Während etwa die Klings die Radwege auf der bayerischen Seite generell besser vernetzt finden, vermissen Manfred Kratschmann und Carsten Günther aus Bad Rodach in der Heimat "so schöne Radwege", wie sie an Werra und Main zu finden seien. "Auch die Ausschilderung ist auf Thüringer Seite besser", meinte Kratschmann. Dies wird sich laut Hinterleitner bis der Saison 2018 ändern, weil Stadt und Landkreis Coburg eine bessere Beschilderung der interkommunalen Radwege planen.
Am Ziel erwarteten die Radfahrer gleich zwei Belohnungen: Einen Viererpack des "Zweiländer-Suds" der Initiative Rodachtal konnten sie ebenso mit nach Hause nehmen wie eine Bonuskarte für die beiden Thermen in Bad Colberg und Bad Rodach.
Organisatorin Gabriele Arnold dankte Helfern und ADFC und zeigte sich offen für Anregungen, etwa einen neuen Streckenverlauf im nächsten Jahr. Egal, wohin die Routen 2018 führen: Die meisten wollen wieder mitradeln.

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