LKR Coburg

"Quali": Schüler im Kreis Coburg nutzen ihre zweite Chance

Wenn es mit dem "Quali" im ersten Anlauf nicht geklappt hat, kann dieser beim Projekt "eCn" nachgeholt werden. Einige Schüler haben das Angebot schon durchlaufen - mit Erfolg.
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Im Jugendhaus in Nedensdorf (Landkreis Lichtenfels) pauken die Schüler der "eCn-Klassen" intensiv für die "Quali"-Prüfung (von links) Tamara Rabenstein, Maximilian Vogt, Sabrina Fischer, Kristiana Hollaway (stehend), Emelie Weimer, Martina Benzel-Weyh (stehend), Laura Klinger, Niclas Werner und Jarmin Krause. Foto: Gabi Arnold
Im Jugendhaus in Nedensdorf (Landkreis Lichtenfels) pauken die Schüler der "eCn-Klassen" intensiv für die "Quali"-Prüfung (von links) Tamara Rabenstein, Maximilian Vogt, Sabrina Fischer, Kristiana Hollaway (stehend), Emelie Weimer, Martina Benzel-Weyh (stehend), Laura Klinger, Niclas Werner und Jarmin Krause. Foto: Gabi Arnold
Im vergangenen Jahr ist Tamara Rabenstein durch die "Quali"-Prüfung gefallen. Am Fach Mathematik, erzählt die 15-Jährige, sei sie gescheitert. Jarmin Krause hat in der Heinrich-Schaumberger-Schule zwar den Hauptschulabschluss bestanden, aber sie wollte bessere Voraussetzungen für ihr Berufsleben. Maximilian Vogt hat die neunjährige Schulpflicht erfüllt, aber keinen Abschluss in der Tasche.

Für junge Leute wie Tamara, Jarmin oder Maximilian bietet das Projekt "extra Chance nutzen" (eCn) die Möglichkeit, den Qualifizierenden Abschluss nachzuholen. Es handelt sich um eine Maßnahme der evangelischen Jugend (ejott) im Dekanat Coburg in Zusammenarbeit mit der Heiligkreuz-Schule. Ein weiterer Standort dieses Angebotes ist in Neustadt in der Mittelschule "Am Moos" angegliedert.

Drei Tage Schule und drei Tage Praktikum im Wechsel

In diesen Tagen lernen elf Mädchen und zwölf Jungen intensiv im Jugendhaus in Nedensdorf für die Prüfungen zum Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule (früher Hauptschule). Tamara Rabenstein ist vom Unterricht begeistert, ihr gefällt der Wechsel von drei Tagen Schule und drei Tagen Praktikum, selbst im Fach Mathematik sei der Knoten geplatzt. "Ich lerne hier viel besser und intensiver", erzählt sie. Unterrichtet werden die Schüler von den Lehrern Martina Benzel-Weyh und Mario Liedler und der Sozialpädagogin Kristina Hollaway in den Basisfächern, aber auch die soziale Kompetenzen sollen gefördert werden. Die Schüler werden auch beim Übergang vom Schulleben in die Berufswelt unterstützt.

Mittlerweile, erzählt Benzel-Weyh, habe sich das Projekt zu einem Erfolgsmodell etabliert, das bereits im neunten Jahr erfolgreich laufe. Freilich müsse man realistisch sein, so bestünden nicht alle Schüler den "Quali", aber: "Sie werden mit einem erfolgreichen Mittelschulabschluss die Klasse verlassen."

Erste Kontakte zu Arbeitgebern

Durch das Praktikum knüpfen die Schüler erste Kontakt mit der Arbeitswelt und einige Teilnehmer haben bereits den Ausbildungsvertrag unterschrieben, zum Beispiel Niklas Werner. Seine Vornoten, erzählt er, seien nicht so toll gewesen, schließlich sei er am Fach Mathematik gescheitert. In der "eCn-Klasse" holt Niklas Versäumtes nach und im Anschluss beginnt er eine Ausbildung als Karosseriebauer.

Maximilian Vogt hat sich im Praktikum so gut bewährt, dass er sogar einen Präsentkorb und eine Dankeschön-Karte vom künftigen Arbeitgeber erhielt, er wird Einzelhandelskaufmann in einem Markt auf der Lauterer Höhe erlernen, Tamara Rabenstein geht weiter in die Kinderpflegeschule und Jarmin Krause macht eine Ausbildung in einem Baumarkt.

Als Voraussetzung für die eCn-Klassen müssen Schüler die neunte Klasse mit erfüllter Schulpflicht ohne "Quali" abgeschlossen haben, in Ausnahmefällen ist der Einstieg in das "eCn-Projekt" auch aus der achten Klasse möglich, außerdem muss eine genehmigte Schulzeitverlängerung vorliegen.

Informationsabend

Termin: Die Informationsabende zur "eCn-Klassen" an der Heiligkreuz-Mittelschule und an der Mittelschule "Am Moos" finden am Mittwoch, 15. Juli, um 19 Uhr in den jeweiligen Schule statt. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 09561 / 85 32 810.

In zwei Jahren zur Mittleren Reife

An der Heiligkreuz-Schule gibt außerdem ein neues Projekt unter dem Namen "9plus2" . Nach dem bestandenen "Quali" haben die jungen Leute die Möglichkeit, in zwei Jahren ihre Mittlere Reife zu erlangen. Voraussetzung ist ein Notendurchschnitt von mindestens 2,5 (Ausnahmeregeln sind möglich). In den Klassen wird individuell auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingegangen, bis zum Erreichen des Abschluss haben die Schüler ein Jahr mehr Zeit. Geplant ist eine begleitende Nachmittagsbetreuung im Rahmen des offenen Ganztagsangebotes mit Hausaufgabenbetreuung, sowie Lernförderung und Stärkung der sozialen Kompetenzen. Anmeldungen über das Sekretariat der Heiligkreuz-Mittelschule, Telefonnummer 09561/ 89 48 61.

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