Neustadt bei Coburg
Bürokratie

Puppen schaun und schoppen - aber wo?

Wenn Neustadt in diesem Jahr wieder zum Puppenfestival einlädt, können Besucher auch am Sonntag einkaufen. In welchen Läden, das ist aber noch unklar.
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Alles dreht sich um Puppen und Spielzeug, wenn Neustadt zum Festival einlädt.  Foto: CT-Archiv
Alles dreht sich um Puppen und Spielzeug, wenn Neustadt zum Festival einlädt. Foto: CT-Archiv
Sie könnte so einfach sein, die Idee, an einem Sonntag das Einkaufen zu erlauben. Ist sie aber nicht. Das musste der Verwaltungssenat der Stadt bei seiner Sitzung am Montagabend feststellen. Das Sonntags-Shopping soll zusätzlich Besucher zum Puppenfestival locken, das von Sonntag, 21. bis Sonntag 28. Mai stattfindet.
Was die Sache schwierig macht, das ist die Rechtslage. Sie hat sich in jüngerer Vergangenheit geändert. "Wir müssen genau eingrenzen, in welchem Gebiet die Regelung gelten soll", stellte Rechtsrätin Gabriele Amend klar. Der Verwaltungsvorschlag sah entsprechend vor, die Gestattung zum Öffnen für die Kernstadt bis zur Bahnlinie zu erteilen. Damit läge kein Verbrauchermarkt in dem Gebiet, in dem die Läden öffnen dürfen. Genau das sei das Ziel der aktuellen Rechtsprechung, sagte Amend.
Aber nicht alle Mitglieder des Senats waren damit glücklich. Pia Faber (FW), die auch für die Werbegemeinschaft sprach, betonte, dass auch einige ihrer Mitglieder außerhalb dieses eng begrenzten Raumes gern öffnen würden. Sie würde daher gern die Damaschkestraße als Grenze nennen, nicht die Bahnlinie.
Frank Altrichter (CSU) brachte die Frage nach der Möglichkeit von Werksverkauf außerhalb des vorgesehenen Bereichs in die Diskussion ein. Und was die Weihnachtsfabrik angeht, tauchte die Frage auf, ob Christbaumschmuck zu den Spielwaren zählt. Da war sich nun wieder Dritter Bürgermeister Martin Stingl (SPD)sicher: "Die sind Spielwaren, das steht eindeutig fest!" Außerdem, seien Werksverkäufe bisher nie Gegenstand der Regelung zum verkaufsoffenen Sonntag beim Puppenfestival gewesen.
Es bedarf also einer klaren Regelung, die aber keinen ausgrenzen soll der gern öffnen möchte, andererseits aber irgendwie doch - falls sein Sortiment nicht im Bezug zum Thema des Festivals steht. Also zu Puppen und Spielzeug. Womit sich nun die Frage stellte, wie mit Zulieferbetrieben zu verfahren sei.
Heike Stegner-Kleinknecht (SPD) versuchte alles unter einen Hut zu bekommen, mit dem Vorschlag, außerhalb des Kerngebiets allen die Öffnung zu erlauben, deren Geschäft im weiteren Sinn mit Puppen und Spielzeug zu tun hat. Ein Vorschlag, der nun geprüft wird.
Also alles in der Schwebe? In einem Punkt legte sich zumindest Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) fest: "Es wird einen verkaufsoffenen Sonntag geben." Bis zum Festival sei ja auch noch etwas Zeit.
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