Coburg
Ausstellung

Präsidenten-Parade in Coburg

Die Präsidenten der Regierung von Oberfranken stehen im Zentrum der Wanderausstellung, die bis 5. Juli im Staatsarchiv Coburg (Herrngasse) zu sehen ist.
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Der derzeitige Amtsinhaber, Regierungspräsident Wilhelm Wenning, eröffnete die Schau. Das Staatsarchiv hat sie um Schlaglichter auf Coburg erweitert. Bei der Eröffnung bot es mit dem preisgekrönten Akkordeonisten Henrik Letzer zugleich junge Kultur aus Coburg. Auch wenn das 200. Jubiläum der Regierung von Oberfranken inzwischen drei Jahre zurück liegt, stößt die Schau noch immer auf großes Interesse. Grund genug für das Staatsarchiv
Coburg, die von den Archivkollegen in Bamberg erstellte Präsentation nun auch im jüngsten Teil des Regierungsbezirks zu zeigen. Zudem gab es mit der "Landesregierung" auch in dem bis 1920 selbständigen Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha eine mit der oberfränkischen Regierung vergleichbare Mittelbehörde. Diese rückt das Staatsarchiv anhand originaler historischer Dokumente ins Licht. Mit dem prunkvollen Staatsvertrag von 1811 zeigt es außerdem ein Dokument der zwischenstaatlichen Beziehungen zum damaligen südlichen Nachbarn.

Wenning erinnerte bei der Eröffnung daran, dass das Werden des Regierungsbezirks mit dem Ankauf des Fürstentums Bayreuth durch das junge Königreich Bayern im Jahr 1810 begann. Er hob hervor, dass sich aus der ursprünglich vor allem mit Vollzug und Aufsicht befassten Einrichtung ein moderner staatlicher Dienstleister mit wichtigen Gestaltungsaufgaben für die Region entwickelt habe.

An die eigenstaatliche Geschichte des Herzogtums Coburg bis 1920 erinnerte Johannes Haslauer, Leiter des Staatsarchivs Coburg. Er berichtete, dass hier die Mittelbehörde 1858 einer Verwaltungsreform zum Opfer gefallen sei, die der damalige Regierungspräsident Karl Philipp Francke selbst mit angestoßen habe. War er es doch, der über mangelnde Arbeit klagte und einen kräftigen Abbau von Beamtenstellen empfahl.

Bezirksheimatpfleger Günter Dippold betonte, dass der Regierungsbezirk über alle unterschiedlichen historischen Traditionen hinweg zum Rahmen einer gemeinsamen Identität geworden ist, unter deren Dach sich auch Coburg heute wiederfinde. Mit der Ausstellung und dem dazugehörigen Buch sei eine Forschungslücke geschlossen worden. Für die Zukunft stehe mit den Chefs der Bezirksämter und Landratsämter aber noch ein weites, bedeutsames Forschungsfeld offen. Dippold verband dies mit seinem Appell, die Landesgeschichtsforschung an den Universitäten Bamberg und Bayreuth wieder zu stärken.
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Dass sich der Blick auf die Präsidenten trotz äußerlich oftmals ähnlicher Beamtenkarrieren lohnt, machte Stefan Nöth, Leiter des Staatsarchivs Bamberg und einer der Ausstellungsmacher, deutlich. Sie gestalteten je nach den Erfordernissen ihrer Zeit die Region und verschafften ihr somit ein eigenes Profil, das bis heute ablesbar ist.

Die Ausstellung ist im Staatsarchiv Coburg bis zum 5. Juli zu sehen (Montag bis Donnerstag jeweils von 8 bis 16 Uhr, Freitag 8 bis 13.30 Uhr). Mehr Informationen: http://www.gda.bayern.de/veranstaltungen/praesidenten

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