Coburg
Betrug

Polizei warnt vor Abzocke in Sozialen Netzwerken und per SMS

Vermehrt treten Bürger an die Polizei heran und berichten von Betrügereien im Internet oder per SMS. Daher bittet das Polizeipräsidium Oberfranken um besondere Aufmerksamkeit.
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Archivbild: Daniel Reinhardt, dpa
Archivbild: Daniel Reinhardt, dpa
Dass die Nutzung sozialer Netzwerke und Möglichkeiten einer vernetzten Welt nicht nur positive Seiten haben, sondern auch von Kriminellen genutzt werden, zeigen Betrügereien, die jetzt vermehrt bei der Polizei angezeigt worden sind. Mit SMS-Abzocken ergaunerten Unbekannte in den letzten Wochen mehrere hundert Euro. Die oberfränkische Polizei warnt vor weiteren Betrugsversuchen.

Seit Anfang April verzeichnet die Kripo Coburg vermehrt Fälle von SMS-Abzocken, die über ein soziales Netzwerk ihren Anfang finden. Unter dem Namen eines befreundeten oder verwandten Facebook-Mitglieds nahmen die Betrüger über das soziale Netzwerk Kontakt mit den Geschädigten auf. Zuvor hatten sich die bislang Unbekannten illegal in das Profil des eigentlichen Nutzers, meistens einer türkisch stämmigen Person, "gehackt" oder eine täuschend echte Kopie davon erstellt, um dort an Kontaktdaten zu gelangen. Mit dem fremden Profil schrieben die Kriminellen dann diese in den Kontakten angegebenen Personen an und baten unter einem Vorwand um die Übermittlung ihrer Handynummern.

Betrüger nutzen SMS-Bezahlsysteme

Die Betrüger wenden sich dann mit der Telefonnmmer an mobile Zahlungsanbieter, wie das SMS-Bezahlsystem "Zong" oder "PayPal", mit deren Hilfe sich im Internet digitale Einkäufe tätigen lassen.

Belastung über die nächste Telefonrechnung

Auch bei den Betrugsfällen in Coburg gaben die Täter mit den Handynummern der Geschädigten bei einem solchen Serviceanbieter Zahlungen in Auftrag. Der jeweilige Anbieter übermittelte daraufhin per SMS Transaktionsnummern auf das Mobiltelefon, die zur Bestätigung der Bezahlvorgänge dienten. Diese sollten die Geschädigten über das soziale Netzwerk an ihren vermeintlichen Facebook-Bekannten weiterleiten, was in allen Fällen auch geschah. Erst mit Erhalt der nächsten Telefonrechnung, die im Auftrag der mobilen Zahlungsanbieter belastet war, fiel den Betrugsopfern der Schwindel auf.

Bundesweite Betrugsmasche

Die Kriminalpolizei Coburg hat in allen Fällen die Ermittlungen aufgenommen. Bei den geschilderten Vorgehen handelt es sich um ein bundesweit auftretendes Phänomen. Weitere Betrugsversuche mit dieser oder einer ähnlichen Masche sind daher nicht ausgeschlossen.


Die oberfränkische Polizei rät deshalb:

Geben Sie im Internet nicht mehr Daten von sich Preis als zwingend notwendig. Handeln Sie insbesondere restriktiv, wenn es um Adress-, Konto- oder Telefondaten geht!

Wählen Sie sichere Passwörter und geben Sie diese niemals an Dritte weiter.
Seien Sie sensibel, wenn Sie unbekannte Nachrichten erhalten und reagieren Sie nicht auf die oben beschriebene "Zong"-SMS.
Sollten Sie eine solche Kurznachricht erhalten haben, nehmen Sie persönlich mit dem Facebook-Freund Kontakt auf und informieren ihn darüber, dass sein Account vermutlich manipuliert wurde.
Wenn Sie selbst Opfer eines solchen Betruges geworden sind, wenden Sie sich umgehend an die Polizei und warnen Sie Ihre Facebook-Freunde vor möglichen SMS.

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