Coburg
Auftritt

Plawner-Trio beeindruckt Coburger "Musikfreunde"

Eine "Polnische Begegnung" gab es bei den Musikfreunden im Kongresshaus mit dem Piotr Plawner Trio.
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Mit seinem klangvollen Zusammenspiel beeindruckte das Plawner-Trio bei seinem Coburg-Gastspiel im Kongresshaus Rosengarten (von links): Piotr Plawner (Violine), Piotr Saljczyk (Klavier) und Isabella Klim (Violoncello). Foto: Jochen Berger
Mit seinem klangvollen Zusammenspiel beeindruckte das Plawner-Trio bei seinem Coburg-Gastspiel im Kongresshaus Rosengarten (von links): Piotr Plawner (Violine), Piotr Saljczyk (Klavier) und Isabella Klim (Violoncello). Foto: Jochen Berger
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Der polnische Geiger Piotr Plawner war in der Vergangenheit schon zweimal als Solist und mit seinem Quartett zu Gast. Nun brachte er sein Klaviertrio mit, dem die Cellistin Isabella Klim und der Pianist Piotr Salajczyk angehören.


Alle drei sind Gewinner internationaler Wettbewerbe und konnten die in sie gesetzten Erwartungen in jeder Hinsicht voll erfüllen. Piotr Plawner überzeugte mit tragfähigem, geschmeidigen Ton und sicherer Griff- wie Bogenhand.


Dramatische Steigerungen

Isabella Klim gefiel mit beseeltem, abgerundeten Spiel und Piotr Salajczyk glänzte mit virtuoser Klaviertechnik, die er unaufdringlich und mit differenziertem Anschlag darbot. Nachtwandlerisch sicher und auf einander eingehend war das Zusammenspiel des Trios, das sich romantische Werke einer deutschen Pianistin, eines polnischen Geigers und des polnisch-französischen Komponisten Chopin für dieses Konzert ausgewählt hatte.


Die Vortragsfolge, bei der alle Werke in herbstlichem Moll standen, begann mit dem Klaviertrio g-Moll op.17 von Clara Schumann, die hiermit nach dem Vorbild Mendelssohns ein melodisch inspiriertes, im Charakter leicht wehmütiges Stück vorlegte, das neben dem gut durchgearbeiteten Kopfsatz ein hübsches synkopiertes Scherzo, ein ins Ohr gehendes Andante - es wurde am Ende als Zugabe wiederhol - und einen gewichtigen Finalsatz mit dramatischen Steigerungen, dichtem Fugato und virtuoser Coda enthält.


Das Plawner Trio spielte das dankbare Werk in schöner Geschlossenheit mit liebevollen gestalterischen Details. Der Pole Ignacy Jan Paderewski war am Ende des 19. Jahrhunderts einer der berühmtesten Pianisten seiner Zeit und ab 1915 ebenso ein erfolgreicher Politiker. Aber auch als Komponist wollte er anerkannt werden.


Schwungvolle Wiedergabe

Auf dem Programm stand nun seine Sonate für Violine und Klavier a-Moll op. 13, die als "Klavierkonzert mit Violine" zu bezeichnen nicht ganz falsch wäre. Zu offensichtlich ist hier die Übermacht des Tasteninstruments, das sogleich mit wilden Tonkaskaden beginnt, sich im 2. Satz beruhigt und dann im Finale toccatenartig temperamentvoll und stürmisch nochmals stark gefordert wird.


Piotr Salajczyk war den enormen Anforderungen überlegen gewachsen und dem am Ende auch mit größeren Schwierigkeiten bedachten Piotr Plawner ein jederzeit zuverlässiger Mitstreiter und Mitgestalter.


Nach der Pause erklang eine frühe Talentprobe aus der Studienzeit des 20-jährigen Chopins in Gestalt seines Klaviertrios g-Moll op. 8, das öfter - wenn auch nicht so stark - dem Tasteninstrument den Vortritt lässt, wo aber auch die Streicher expressiv zur Geltung kommen. Man erlebte eine schwungvolle, im Adagio höchst ausdrucksvolle Wiedergabe des jugendfrischen Werks (das mit einer flotten Polka endet) durch das meisterliche Plawner Trio, das am Ende lebhaft gefeiert wurde und sich mit der schon erwähnten Zugabe bedankte.



Die nächsten Konzerte bei der "Gesellschaft der Musikfreunde"

Sonntag, 13. November Ewa Kupiec' Piano Class (17 Uhr, Pfarrzentrum St. Augustin)

Montag, 5. Dezember Coburger Kammertrio - Werke von Beethoven, Brahms, Mozart (20 Uhr, Kongresshaus)

Sonntag, 18. Dezember
64. Weihnachtskonzert mit dem Collegium musicum Coburg, Leitung: Thomas Ehrle - (17 Uhr, St. Moriz)

Montag, 30. Januar 2017 Kodaly Quartett - Werke von Mozart, Bartok, Beethoven (20 Uhr, Kongresshaus)

Montag, 6. März Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Frank dupree (Klavier), Leitung: Roland Kluttig (20 Uhr, Kongresshaus)
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