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Coburg
Innenstadt

Pläne für das DSZ in Coburg: Wohnen direkt am Hofgarten

Der neue Eigentümer hat am Dienstag erklärt, was er mit dem mächtigen Gebäudekomplex machen möchte.
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Das DSZ am Hofgarten: Der Großteil des linken Gebäudes soll stehen bleiben und durch einen Neubau ergänzt werden. Das Internat (rechts oben) wird derzeit noch genutzt. Foto: Volkmar Franke / www.hochbild-design.de
Das DSZ am Hofgarten: Der Großteil des linken Gebäudes soll stehen bleiben und durch einen Neubau ergänzt werden. Das Internat (rechts oben) wird derzeit noch genutzt. Foto: Volkmar Franke / www.hochbild-design.de
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Das Diakonisch-Soziale Zentrum (DSZ) im Probstgrund gehört zweifellos zu den markantesten 70er-Jahre Gebäuden in Coburg. Und es hat eine Bausubstanz, die es unbedingt wert ist, erhalten zu werden, wie Thomas Siebenhaar, Geschäftsführer der Projekt Bauart ImmoInvest GmbH findet. Sein Unternehmen hat das DSZ gekauft und plant nun, darin zunächst 70 bis 80 Wohnungen zu errichten - selbstverständlich barrierefrei und sogar mit Zugang zum Hofgarten.
Thomas Siebenhaar geriet beim Pressegespräch am Dienstag regelrecht ins Schwärmen: "Das DSZ hat eine unwahrscheinlich gute Bausubstanz aus den 70er Jahren, die in den Hang hineingebaut wurde. Man könnte es heute nicht besser bauen. Es wäre ein Frevel, das abzureißen." Deshalb soll auch ein Großteil des Gebäudekomplexes erhalten bleiben und im Bestand saniert werden. Siebenhaar hat bereits langjährige Erfahrung mit der Altbau-Sanierung. Auch im Coburger Land war sein Unternehmen schon tätig: Es kaufte in Weitramsdorf das ehemalige Schlecker-Gebäude und richtete darin Eigentumswohnungen ein. Siebenhaars Anspruch dabei: Wenn ein Gebäude im Bestand saniert werde, müsse am Ende "Neubauqualität" entstehen.
Der Vorteil des DSZ-Komplexes liege darin, dass er Anfang der 70er Jahre in einzelnen Teilbereichen errichtet wurde. So können nun ein Stück des großen Komplexes und die Gebäude unterhalb, zur Leopoldstraße hin, abgerissen werden. Auf der so gewonnenen Fläche soll ein Neubau den Altbau ergänzen. Insgesamt könnten so 70 bis 80 Wohnungen unterschiedlichster Größen gebaut werden, erläuterte Siebenhaar.
Von 40 Quadratmetern bis rund 155 für die größte Wohnung sei alles möglich. "Das Gros wird zwischen 80 und 125 Quadratmetern liegen." Wichtig für Wohnungsinteressenten: Das Verhältnis von Eigentums- zu Mietwohnungen solle "Fifty-fifty" betragen und der Wohnraum solle vor allem bezahlbar sein, betonte Siebenhaar.
Ihm sei vollkommen bewusst, dass das DSZ an seinem prominenten Standort für die Coburger mit Emotionen verbunden sei. Deshalb komme auch keine "Verlegenheitslösung" in Frage, sondern nur eine optisch wie funktional ansprechende und vernünftige Lösung. Dem Bausenat der Stadt Coburg müssen die Entwürfe erst noch vorgelegt werden, doch Siebenhaar ist angesichts seiner Erfahrungen mit der Stadt Coburg ("ein sehr gutes Miteinander) guter Dinge, dass das Projekt mit einem Gesamtvolumen von geschätzten 15 Millionen Euro die Zustimmung der Stadträte findet.
Momentan laufen auf dem Gelände noch technische Untersuchungen. Der Baubeginn hänge aber auch maßgeblich davon ab, wie man den Kindergarten der heilpädagogischen Tagesstätte und die Beratungsstellen der Diakonie anderweitig unterbringen kann. Beide befinden sich derzeit noch auf dem Gelände des DSZ. "Wir wollen natürlich in der Stadt bleiben", sagt Diakonie-Vorstand Matthias Emmer, und sein Vorstandskollege Franz K. Schön ergänzt, dass bereits nach neuen Unterkünften gesucht werde.
Auch im Internat, das im oberen Teil des Grundstücks, neben dem Hauptgebäude liegt, ist derzeit noch Schulbetrieb - und das wird voraussichtlich auch noch eine Weile so bleiben, denn mit dem Bau des neuen Internats soll erst im November begonnen werden. Um die Schüler nicht zu stören, würde beim DSZ zunächst im unteren Bereich gebaut werden, sagte Siebenhaar. Den Baubeginn strebe er für das Jahresende an. Die Bauzeit sei schwer zu schätzen: "Selbst unter idealen Bedingungen wird die reine Bauzeit wohl zwei Jahre betragen."