Coburg

Piraten treffen Fidelio in Coburg

Für Beethovens Oper "Fidelio" hebt sich am Sonntag erstmals in dieser Saison der Premieren-Vorhang im Landestheater Coburg.
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Probenszene aus "Die Schatzinsel" (Nicole Sippel, Niklaus Scheibli, Thorsten Köhler, Benjamin Hübner und Maja Lehrer)Foto: Jochen Berger
Probenszene aus "Die Schatzinsel" (Nicole Sippel, Niklaus Scheibli, Thorsten Köhler, Benjamin Hübner und Maja Lehrer)Foto: Jochen Berger
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Noch muss sich das Coburger Publikum ein klein wenig gedulden bis zur ersten Premiere der noch jungen Spielzeit. Beethovens "Fidelio" kommt am Sonntag auf die Bühne - ein Kraftakt für Orchester wie Solisten, eine Herausforderung auch für den jungen Gast-Regisseur Rudolf Frey aus Wien, der erstmals in der Vestestadt inszeniert.

Parallel zu den "Fidelio"-Endproben laufen derzeit die Einstudierungen für weitere Neuinszenierungen im Großen Haus wie auch auf der Studiobühne.


"Bin nebenan"

Die Maschinerie eines Drei-Sparten-Hauses mit weit über 200 Mitarbeitern auf der Bühne, in den Werkstätten und in der Verwaltung funktioniert eigentlich nur mit akribischer Planung. Was aber passiert, wenn knapp zwei Wochen vor der Premiere eine Schauspielerin erkrankt und Ersatz verpflichtet werden muss?

Dann laufen die Proben mit einer rasch verpflichteten Gast-Darstellerin (Britta Hübel) einfach weiter, wie im Fall von Ingrid Lausunds "Bin nebenan" (Premiere: Samstag, 24. September, 20 Uhr, Reithalle).

Mascha Pitz inszeniert diese "Monologe für zuhause" auf der Studiobühne in der Reithalle - ein kurzweiliger Darstellerinnen-Dreiklang, in dem es immer wieder um Wohnträume und Wohnräume im Speziellen und um den Traum vom Glück ganz im Allgemeinen geht.


"Die Schatzinsel"

Eine Etage höher, auf der Probebühne in der Reithalle, arbeitet Coburgs Schauspieldirektor Matthias Straub an seiner ganz speziellen Fassung des Abenteuer-Romans "Die Schatzinsel" von Robert Louis Stevens.

"Abenteuer-Rock-Musical" hat Straub seine Version getauft - eine Genre-Mix, bei dem die Musik eine ganz wichtige Rolle spielt. Sonntag in einer Woche wird "Die Schatzinsel" im Großen Haus Premiere feiern (25. September, 18 Uhr). Noch aber feilt Roland Fister als musikalischer Leiter an manchen Details, während an diesem Vormittag ein Darstellerquintett (Nicole Sippel, Maja Lehrer, Benjamin Hübner, Thorsten Köhler und Niklaus Scheibli) den Beatles-Hit "With a Little Help from My Friends" schmettert.

"Das muss mehr als Background-Chor klingen", wünscht sich Roland Fister: "Mir klingt das noch zu sehr nach Kirchenchor". Einen Versuch später ist Fister dann schon eher zufrieden: "Ja, ja - das wird immer besser." Dann hakt Regisseur Straub ein: "Jetzt müssen wir den Anfang szenisch noch klären."


"Die stumme Serenade"

Zeitsprung mitten hinein in die Saison. Neuproduktionen beginnen lange, bevor die eigentliche Probenarbeit anfangen kann. Gut fünf Monate vor der Premiere am 25. Februar treffen sich Regie-Team und Mitarbeiter der Werkstätten auf der Bühne des Großen Hauses zur Bauprobe für Erich Wolfgang Korngolds Operette "Die stille Serenade". Gast-Regisseur Tobias Materna, der schon mehrfach erfolgreich in Coburg inszeniert hat, bespricht mit Daniel Kaiser, dem Technischen Leiter, und Lichtgestalter André Fischer das Bühnenbild für die Coburger Erstaufführung des 1954 am Stadttheater Dortmund uraufgeführten Werkes.


"Fidelio"

Szenenwechsel. Auf der Probebühne am Oberen Bürglaß arbeitet Gast-Regisseur Rudolf Frey mit der alternierenden Besetzung von Marzelline und Jaquino an einer Szene aus "Fidelio". Amouröse Verwicklungen in Beethovens einziger Oper. Während Jaquino (Dirk Mestmacher) davon träumt, Marzelline, die Tochter des Kerkermeisters Rocco zu heiraten, hat sich Marzelline in Fidelio verliebt - die als Mann verkleidete Frau des eingesperrten Florestan.

"Zum Henker, das ewige Pochen", flucht Jaquino singend, weil er immer wieder unterbrochen wird bei seinem Versuch, das Herz der widerstrebenden Marzelline zu gewinnen.

Dass sich freilich auch Marzellines Hoffnungen auf Fidelio nicht erfüllen werden, ahnt Jaquino ganz am Anfang der zweiaktigen Oper natürlich noch nicht.

Wie Rudolf Frey diese Befreiungsoper Ludwig van Beethovens in Coburg erzählt, ist ab Sonntag (Premieren-Beginn: 18 Uhr) zu erleben.

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