Coburg

Peter Stenglein begeistert Menschen für Musik

Peter Stenglein ist seit 25 Jahren Stadtkantor an St. Moriz und insgesamt sogar schon seit 40 Jahren Kirchenmusiker.
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Überraschung gelungen: Mehr als hundert kleine und große Mitglieder der von Peter Stenglein geleiteten Chöre gratulierten dem Stadtkantor zum Doppeljubiläum. Foto: Oliver Schmidt
Überraschung gelungen: Mehr als hundert kleine und große Mitglieder der von Peter Stenglein geleiteten Chöre gratulierten dem Stadtkantor zum Doppeljubiläum. Foto: Oliver Schmidt
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Peter Stenglein kann wunderbar Orgel spielen. Er verfügt zudem über ein profundes musikalisches Fachwissen, er ist verwurzelt im Glauben an Gott und noch dazu kreativ und humorvoll. Die Begabung, die alles überragt und zugleich auch alles miteinander verbindet, ist jedoch eine andere. "Er kann Menschen für Musik begeistern!" So brachte es Pfarrerin Silke Kirchberger auf den Punkt, als jetzt ein besonderes Doppeljubiläum gefeiert wurde: Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein ist seit 25 Jahren Kantor in St. Moriz (und darf sich deshalb auch "Stadtkantor" nennen); insgesamt ist er seit 40 Jahren als Kirchenmusiker aktiv.


Posaunen-Hymne im Foyer

Silke Kirchberger, die ja erst seit wenigen Monaten Pfarrerin in St. Moriz ist, zeigte sich beeindruckt: "Wegen eines Mannes kommen so viele Leute!" Mehr als hundert Menschen - allen voran Mitglieder der von Peter Stenglein geleiteten Chöre - hatten sich heimlich im Haus "Contakt" versammelt, um den Jubilar zu überraschen. Begrüßt wurde er im Foyer vom Posaunenchor mit der Eurovisionshymne. Peter Stenglein erklärte später, dass es sich dabei um das Hauptthema aus dem Präludium des Te Deum von Marc-Antoine Charpentier handelt. So viel zum Thema Fachwissen.


Im großen Saal gab es ein vielstimmiges Geburtstagsständchen: Der Bachchor, die Kantorei, die Kinderkantorei und die Singfreunde stimmten zwei Lieder an. In einer Textzeile hieß es da: "Und hast Du Stress mit Deinen Chören, weil sie so oft nicht auf Dich hören: Tu nicht verzweifeln und uns nicht verteufeln!" Das reimte sich zwar, enthielt aber prompt zwei inhaltliche Fehler. Denn erstens hören alle Chormitglieder - egal, ob Alt oder Jung - immer gerne auf "ihren Peter", und zweitens würde er niemals jemanden "verteufeln", der nicht den richtigen Ton trifft. Stattdessen würde er geduldig üben und üben bis es passt. Denn dass hier jemand nicht nur einen Beruf ausübt, sondern seine Berufung gefunden hat, wurde in den Grußworten deutlich.


Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) betonte die "Leidenschaft", mit der Stenglein stets dabei sei. "Er macht Musik erlebbar - und damit macht er unsere Stadt reicher."


Katja Heußel, die mit Peter Stenglein seit knapp zehn Jahren die Kinderkantorei leitet, erinnerte an viele gemeinsame Projekte: vom alljährlichen Krippenspiel über diverse Musicals bis zur Ausgestaltung des Samba-Gottesdiensts. Und sie verriet, dass sie immer wieder stolz sei, wenn im Landestheater ein Sänger auftrete, der seine ersten gesanglichen Schritte in der Kinderkantorei gemacht hat.


"Ein Stück Lebensqualität"

Irmingard Eidt stellte augenzwinkernd fest, dass die Singf reunde zwar das "jüngste Kind" von Stengleins Chören sei - aber vom Durchschnittsalter sind wir die ältesten!" Weil die Mitglieder so viel Freude am Musizieren mit Peter Stenglein hätten, merkte sie glücklich an: "Du schenkst uns ein großes Stück Lebensqualität!"


Rainer Gerhardt (Posaunenchor) sprach von der "St. Peters Ära" und bescheinigte dem Jubilar, die Gruppe mit "Schwung, Humor und viel Geduld" zu leiten. Peter Zeidler (Kantorei) erinnerte an den Tiefpunkt des Kirchenchores von St. Moriz vor 26 Jahren: "Wir waren eine Kantorei ohne Kantor - also eigentlich nur noch ein ,ei'." Doch mit viel Wärme und Pflege könne sogar aus einem verlorenen Ei noch etwas werden. Genau das habe Peter Stenglein geschafft: "Dank seiner tollen Art, wie er Musik rüberbringt, wie er begeistert, wie er motiviert."


Ein dickes Kompliment machte auch Christine Rudloff, die für den Bachchor sprach: "Vom ersten Augenblick an hast Du uns mit Deinem liebenswürdigen Auftreten und Deiner hohen Professionalität in den Bann gezogen!"


Ein Solo vom Ex-Dekan

Weitere Grußworte sprachen - in Reimform - Dekan Stefan Kirchberger sowie - als amüsantes Lied mit eigener Klavierbegleitung - der ehemalige Dekan Christoph Liebst.
"Ich bin überwältigt", sagte Peter Stenglein am Ende des offiziellen Teils der Überraschungsfeier, "ich fühle mich sehr geehrt!" Und er freute sich über viele Geschenke. So erhielt er unter anderem - in Auftrag gegeben von St. Moriz - eine eigens für ihn gefertigte Keramik seiner Lieblingskünstler Sigrun Wassermann und Klaus Dorrmann aus Wohlbach.



Aus dem Leben eines Kirchenmusikers



Peter Stenglein absolvierte sein Kirchenmusikstudium an der Fachakademie für evangelische Kirchenmusik Bayreuth (Orgel: Helmut Plattner) und an der Staatlichen Hochschule für Musik Würzburg (Orgel: Gerhard Weinberger). Von 1989 bis 1992 war er Dekanatskantor an der Erlöserkirche Fürstenfeldbruck.

Dekanatskantor Seit 1. Februar 1992 ist er Stadtkantor an der St. Moriz-Kirche, Leiter des Coburger Bachchores und Dekanatskantor Coburg-West. Peter Stenglein ist künstlerischer Leiter der "Musica Mauritiana", einer Konzertreihe mit Oratorienaufführungen, Chor- Orgel- und Kammermusik. Daneben ist er der Leiter der Kantorei, der Kinder- und Jungendkantorei, des Posaunenchors St. Moriz und dem Chor "Singfreu(n)de", der 2013 gegründet wurde und sich überwiegend an ältere Chorsängerinnen und -sänger richtet.

Lehrauftrag Seit 1995 hat er einen Lehrauftrag für Liturgisches Orgelspiel an der Hochschule für Kirchenmusik in Bayreuth inne.

Kirchenmusikdirektor Im Jahr 2000 wurde Peter Stenglein der Titel "Kirchenmusikdirektor" verliehen. von 2001 bis 2006 war er Beauftragter für Kirchenmusik im Kirchenkreis Bayreuth. Konzertreisen führten ihn als Dirigent und Organist in mehrere europäische Länder. So konnte der Coburger Bachchor unter Peter Stenglein im Jahr 2003 die albanische Erstaufführung von Haydns "Schöpfung" singen.
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