Coburg
Testlauf

Parken in Coburg wird günstiger

Neue Tarife gibt es seit April für Anwohner und Einkaufsbummler in den Coburger Parkhäusern.
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Parkhausbesucher, wie Martina Demirezen, müssen am Kassenautomaten künftig weniger Geld aus ihren Geldbeutel holen, wenn sie in der Innenstadt einkaufen wollen. Fotos: Dominic Buckreus
Parkhausbesucher, wie Martina Demirezen, müssen am Kassenautomaten künftig weniger Geld aus ihren Geldbeutel holen, wenn sie in der Innenstadt einkaufen wollen. Fotos: Dominic Buckreus
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Jeden Tag sitzen wir von früh bis spät im Büro oder stehen an der Maschine, die uns stundenlang den Takt vorgibt. Wenn abends die Sonne langsam am Horizont verschwindet, freuen wir uns in Gedanken schon auf das bequeme Sofa im Wohnzimmer. Also schnell ins Auto einsteigen und ins traute Heim fahren. Aber Moment, da war doch noch was, das die Laune des Innenstadtbewohners immer wieder trübt: Die Parkplatzsuche. Oft tuckern wir eine gefühlte Ewigkeit durch die Gassen und um den Block, bis endlich ein freier Stellplatz vor der Windschutzscheibe auftaucht. Die Wohnbau der Stadt Coburg will für einige diese Odyssee nun erstmal beenden und führt einen neuen Parktarif für Anwohner ein.

Ab sofort können sich die Bewohner rund um die drei Parkhäuser Mauer, Post und Zinkenwehr, sowie der Tiefgarage am Albertsplatz also über günstigeres Parken freuen.
39 Euro müssen sie dafür im Monat zahlen, um der täglichen Suche nach einer geeigneten Stelle fürs Auto aus dem Weg zu gehen. Allerdings gilt der Tarif nur Werktags von 16 bis 9 Uhr, Samstags bis 10 Uhr und dann wieder ab 14 Uhr. An Sonn- und Feiertagen den ganzen Tag. Außerhalb dieser Zeiten müssen sich die Nutzer mit den normalen Preisen für Kurzparker begnügen oder sich wieder auf die Reise nach einer Alternative machen. Dennoch sollten die meisten Arbeiter mit dem Zeitfenster zufrieden sein, meint der Geschäftsführer Christian Meyer.


100 Karten stehen zur Verfügung

Zumal es auch die Option gibt, den Tarif ganztags zu buchen, etwa bei Krankheit oder im Urlaub. Pro Woche kostet das 10 Euro mehr und ist auf sechs Wochen im Jahr begrenzt. Begrenzt sind auch die Karten: Für jedes der vier Häuser gibt es zunächst 25 Karten.

Seit Oktober 2014 ist die Stadtbau dabei, ihre Parkhäuser neu auszurichten. Neben neuen Karten- und Einfahrtssystemen profitieren die Besucher der Innenstadt seit letztem Jahr auch davon, eine Stunde lang kostenlos im Parkhaus Post zu parken. Das sollte sich als eine gute Idee herausstellen. 130 000 Fahrzeuge mehr kamen im vergangenen Jahr. Das sind pro Tag rund 400 mehr, rechnet Meyer vor: "Wir wollen eine Stärkung des Gebiets um den Steinweg."


Tipp für eilige Einkäufer

Dazu passt auch der zweite Tarif, den die Wohnbau jetzt testweise eingeführt hat. Viele Einkaufsbummler haben es bei ihrer Tour durch die Fußgängerzone immer recht eilig. Kurz die Sachen besorgen, die auf der Einkaufsliste stehen und dann schnell zurück zum Auto. Schließlich kostet jede angefangene Stunde 1,40 Euro. Zeit zum Verweilen bleibt da oft nicht. Deshalb werden die Preise in der Tiefgarage am Albertsplatz nun auf 70 Cent halbiert - allerdings erst nach drei Stunden. "Wer sechs Stunden bleibt, hat einen Kaffee gespart", rechnet Meyer abermals vor, um - frei nach einer bekannten Reklame - scherzhaft zusammenzufassen: "Je länger Sie parken, desto mehr sparen Sie." Der Gedanke dahinter sei, dass sich die Leute künftig etwas länger in der Stadt aufhalten sollen und nach dem Einkaufen die Gastronomie besuchen sollen, die in den Überlegungen auch eine Rolle gespielt habe, erklärt er.

Die beiden Testphasen laufen seit dem 1. April bis zum 30. November. Je nach Nutzung wird die Wohnbau danach entscheiden, ob sie weiterhin beibehalten und verändert werden.




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